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Wertvolle Dokumentation Teil I

Nachlässe dokumentieren Stadtgeschichte

Man darf nicht unterschätzen, was im Rahmen eines Sterbefalls und der darauffolgenden Wohnungsauflösung oftmals achtlos über Bord, sprich: in den Container geworfen wird. Es sind die unscheinbaren Dinge, die eher einen ideellen statt eines pekuniären Wertes darstellen. Dazu gehören Fotos, Bilderalben, alte Zeitungen, Urkunden, Ahnennachweise, Briefe, Poesiealben u.v.m.  

So gelangte durch einen glücklichen Zufall kürzlich ein solcher Teilnachlass in den Besitz eines Bürgers aus Bexbach. Dieser, in der Homburger Stadtgeschichte bestens bewandert, konnte so ein stattliches Konvolut „retten“. Es handelt sich um Hunderte von Fotografien, die bis in die 1890er Jahre zurückreichen und größtenteils aus Homburg stammen. Darunter die uralten – auf grauer Pappe aufgezogenen – Bilder von Kindern des evangelischen Kindergartens, Fotos von Schulklassen: die SchülerInnen samt Lehrpersonal meist ehrfurchtsvoll vor dem Fotografen Hellmann aus Homburg positioniert. Diplomtheologe Hans-Joseph Britz hat dieses Konvolut gesichtet und den für die Homburger Stadtgeschichte bedeutsamen Teil archivmäßig aufgearbeitet, d.h. inventarisiert. Allein 3 Fotoalben aus Samt, in Schweinsleder gebunden, sämtlich aus der Gründerzeit um 1900 stammend, enthalten Bilder von Angehörigen der Familien Schäfer, Konrad und Horst. Von dem hoch angesehenen Kaufmann  Gustav Horst, der nach einer Operation im Alter von nur 44 Jahren starb, existieren nicht nur Fotografien, es liegt die komplette, bis ins 17. Jahrhundert reichende Ahnentafel der Familie vor, sowie die Original-Todesanzeige samt Danksagung in der „Homburger Zeitung“ aus dem Jahre 1903. Die trauernden Angehörigen lebten in Frankfurt, Berlin, Chicago, Mansbach, Graz, Marburg, Ziegenhain, Eschersheim, Saarbrücken und Dudweiler. Selbst die Grabrede des Protestantischen Pfarrers liegt handschriftlich diesem Depositum bei. Die Familie Horst, ursprünglich aus dem Hessischen stammend, war insofern außergewöhnlich, da aus ihr viele evangelische Pastoren und Professoren hervorgingen oder einheirateten wie Carl Adolf Schuchard. Ein altes Foto aus dem Jahre 1909 zeigt im Homburger Nachlass seine ihn überlebende Ehefrau Agnes mit den beiden Enkeln Alfred und Gottfried Horst und dem Vermerk: Metropolitanin. Tatsächlich wirkte ihr Gatte als sog. „Metropolitan“ um die Jahrhundertwende im nordhessischen Waldau. Zu diesem Zeitpunkt waren die Horst’s bereits an der Saar ansässig. Es gab den Homburger Kaufmann, verheiratet mit der aus einer alten Saarbrücker Dynastie stammenden Luise Karcher, von der 4 Kinder stammen: Ida Luise Marie Karoline, Friedrich August Hermann (Bankdirektor), Karl Georg Julius (Bankbevollmächtigter in St. Ingbert) sowie Berta Karoline Jakobine, unverheiratet und von allen „Tante Bertl“ genannt. Ida heiratete 1915 den aus Dielkirchen in der Pfalz stammenden Revierförster Karl Konrad, mit dem sie sich in Homburg ansiedelte und der bereits seit 1908 die Forstverwaltung leitete.  Im Album befindet sich ein Bild vom im Mai 1944 durch Bomben zerstörten Forstamt Homburg in Bahnhofsnähe.  Aus der Ehe zwischen Karl und Ida gingen zwei Kinder hervor: der spätere Arzt Gustav und seine Schwester, Studienrätin Hilde Konrad.

Die Familien Schäfer-Konrad

Zahlreiche Fotos und Briefe beleuchten die beiden Familiengeschichten. Nachdem Ida, geborene Horst im Jahre 1940 früh verstarb, heiratete Karl Konrad 1943 in die alte Homburger Kaufmannsfamilie Schäfer ein. Alte Fotos zeigen das Stammhaus an der Ecke Karlsbergstraße (damals: Deutsche Straße) und Fruchthallstraße, die spätere Bäckerei Emrich. Die längste Zeit betrieben Schäfers allerdings ihr gutsituiertes Geschäft für Weiß- und Kurzwaren  sowie Tisch- und Bettwäsche am Homburger Marktplatz neben Kaufhaus Fleck (heute Oh!lio). Karls neue Gattin wurde Hedwig Anna geborene Schäfer, Hedi, genannt. Ihr Vater Jakob Heinrich hatte 1894 die aus Niederbexbach stammente Gutsbesitzerstochter Frieda Diehl geehelicht, bereits ihr Großvater Jakob betrieb ein Geschäft in der Stadt Homburg. Jakob verstarb 1947 und hinterließ 3 Kinder: Hedwig Konrad, Heinrich Konrad und Gretel Euler mit zusammen 7 Enkelkindern. 1927 hatte Karl Konrad im Lagerweg ein stattliches Haus errichtet. Er war in jener Zeit Stadtrat, gehörte mit seinem Schwiegervater Heinrich Schäfer dem Schützenverein Homburg an, auch im Turnverein 1878 engagierte er sich. 1923 beförderte „Im Namen der Regierung des Freistaates Bayern“ das Finanzministerium in München Konrad zum Forstverwalter. Ab 1940 wurde er Kreisjägermeister. Da er eingeschriebenes Mitglied der NSDAP und des Reichskolonialbundes war, wies man ihn 1946/47 aus. Er zog zu seinen Verwandten, den Schmahl‘s auf den Heidelbingerhof bei Contwig. Ein Konvolut von Dokumenten und Schriftstücken im Rahmen seiner Epuration (Entnazifizierung) bestätigt, dass er sich nicht nationalsozialistisch betätigte. Nach Homburg zurückgekehrt, übernahm er wieder das Amt des Kreisjägermeisters, das ihm Jahrzehnte große Meriten bescherte. 1963 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Er starb im Alter von 87 Jahren im Januar 1971 und wurde im Beisein einer großen Zahl von Trauergästen auf dem Stadtfriedhof zu Grabe getragen. Seine Frau Hedwig folgte ihm zehn Jahre später.

Teil 2 folgt in einer der nächsten Ausgaben. © Franz-Josef Britz

Schenk, Silvia
23. Mär 2026