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Erfolgreicher Auftakt für fünf neue Sportarten im Saarland

Offizielle Wettbewerbe im Gerätturnen, Hockey, Rudern, Segeln und 3x3 Basketball

„3x3 Basketball ist schneller als das andere Basketball und macht mir großen Spaß“, sagt Dominik Markuszewski. Seine beiden Mitspieler Lars Tigges und Pascal Bergner nicken zustimmend. Die drei gehören zu den Unified Baskets Essen und machen sich für ihr nächstes Spiel warm. Mehrere Spiele haben sie schon gewonnen. Ihr Ziel ist klar: „Wir wollen uns für die Special Olympics World Games nächstes Jahr in Chile qualifizieren.“

Zum ersten Mal steht 3x3 Basketball bei Nationalen Spielen in Deutschland auf dem Programm. Das Basketballfeld ist deutlich kleiner als beim 5x5 Basketball und es gibt nur einen Korb. Jeweils drei Spieler*innen der beiden Teams sind auf dem Feld und versuchen abwechselnd den Korb zu verteidigen oder den Ball in den Korb zu werfen. Mitten in Saarbrücken, auf dem Tbilisser Platz, steht das 3x3 Basketballfeld und wird von einem großen weißen Sonnendach geschützt. Das ist auch nötig, denn die Sonne scheint und scheint und scheint… Die Stimmung ist super. Schon von weitem ist der Jubel der Fans zu hören, wenn auf dem Platz  gespielt wird. Manches Mal sind es Hunderte, die klatschen und die Teams anfeuern. Dominik, Lars und Pascal genießen diese besondere Atmosphäre mitten in der Stadt. Neben 3x3 Basketball gibt es im Saarland auch zum ersten Mal offizielle Wettbewerbe im Gerätturnen, Hockey, Segeln und Rudern. Rund 250 Athlet*innen sind in diesen fünf Sportarten am Start. Für die Ruderwettbewerbe wurde eigens eine Regattastrecke auf der Saar eingerichtet. 

So kommt eine neue Sportart ins Programm
„Unser Konzept ist zu 100 Prozent aufgegangen. Wir haben die neuen Sportarten erfolgreich etabliert und freuen uns über die erfolgreiche Premiere bei Nationalen Spielen“, sagt Tom Hauthal, Geschäftsleitung Sport und Bildung bei Special Olympics Deutschland (SOD). Es gibt mehrere Stufen, bevor eine neue Sportart ins Programm der Nationalen Spielen aufgenommen werden kann.Als erstes analysieren SOD und die Special Olympics Landesverbände, welche neuen Sportarten Menschen mit einer geistigen Behinderung vor Ort treiben. Wenn die Zahl der Aktiven in einer bestimmten Sportart deutlich steigt, dann wird geprüft, ob es bereits ein Regelwerk von Special Olympics International (SOI) für entsprechende Wettbewerbe gibt. Das würde dann in Deutschland übernommen werden. 

Das Regelwerk legt unter anderem die Klassifizierung der Athlet*innen fest, um faire Leistungsgruppen einteilen zu können. Außerdem sind Durchführungsbestimmungen für Sportveranstaltungen nötig. Darin steht zum Beispiel, dass maximal acht Sportler*innen in einer Leistungsgruppe gemeinsam starten dürfen, um alle mit einer Medaille oder einer Schleife am Ende der Wettbewerbe ehren zu können. 

Falls es noch kein Regelwerk von SOI gibt, muss es erst aufgestellt werden. „Das war beim Rudern der Fall. Gemeinsam mit dem deutschen und internationalen Ruderverband haben wir dieses Regelwerk für uns und Special Olympics International entwickelt“, sagt Tom Hauthal. 

Ist die Zahl der Athlet*innen in einer neuen Sportart groß genug, liegen Regelwerk und Durchführungsbestimmungen vor und es gibt eine entsprechende Sportstätte am Ort der Nationalen Spielen, dann kann die Sportart ins Programm aufgenommen werden. 

Mehr weibliche Teilnehmer*innen durch kleinere Teams

Tom Hauthal findet es sehr wichtig, dass Special Olympics Sportprogramm weiterzuentwickeln. „Wenn wir im Sport mehr Teilhabe vor Ort erreichen wollen, dann müssen wir auch mehr Angebote durch z.B. ein noch breiteres Angebot an Sportarten anbieten“, sagt er. 3x3 Basketball sei auch ein gutes Beispiel dafür, mehr Mädchen und Frauen mit einer geistigen Behinderung die Türen zum Teamsport zu öffnen. „Wenn die Teams kleiner sind, lassen sich eher Mitspielerinnen finden als beim 5x5 Basketball“, so der SOD-Sportdirektor. © Hartmut Augustin

Schenk, Silvia
19. Jun 2026