Page 36 - Stadtmagazin "es Heftche"® Neunkirchen | Ausgabe 332, Dezember 2025
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Die Blies, einst unser schwarzes Flüsschen
man, dass die Blies in vielen Schleifen und Windungen ihrer Mündung entgegenfließt. Den ältesten konkreten Hinweis, wie die Landschaft in der heutigen Stadtmitte aus- gesehen haben muss, liefert der Steindruck eines Wasserfarbenbildes von Achille Schüler aus dem Jahre 1856 (Abb. 1,2). Achille Schüler war ausgebildeter Ziseleur. Sein älterer Bruder Emil, beide aus Schwa- ben stammend, war bereits 1842 nach
Teil 1 von Jürgen Cornely
und macht der Saar diesen Titel streitig, da diese weniger als 80 km durchs Saar- land zurücklegt. Auf allen Landkarten, aus welcher Zeit sie auch stammen, erkennt
„Unser schwarzes Flüsschen“, so nannte der erste Neunkircher Stadt- archivar Kurt Wildberger in einem mehrteiligen Beitrag in der „Neun- kircher Tageszeitung“ die Blies. Das war Ende 1941. Wer wie der Verfasser noch in den 50er Jahren aufgewachsen ist, kann diese Be- zeichnung gut verstehen. Wenn uns Kindern einmal der Fußball über das Bliesufer hinaus im Wasser landete, drängte man sich nicht unbedingt, den Ball aus der schlammigen dunk- len Brühe zu holen. Heute ist das Wasser wieder so klar, dass man auf den Grund schauen kann und selbst im Stadtzentrum auch wieder Fische darin leben.
Die Naturlandschaft Die Blies entspringt bei Gronig im nördlichen Saarland und mündet in Saargemünd in die Saar. Sie legt dabei etwa 100 km zurück, soweit wie kein anderer Fluss im Saarland. Manch einer ist da so vermessen, sie als den größ- ten saarländischen Fluss zu bezeichnen
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Urmesstischblatt 1843 – 1878
© Landesamt für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung Saarbrücken
Neunkirchen gekommen und im Alter von etwa 35 Jahren zum Generaldirektor auf- gestiegen. Das Bild zeigt den Unterort mit dem Eisenwerk, Neunkirchens Zentrum im Bereich des Oberen Marktes liegt links außerhalb des Bildes. Der Betrachter dürfte sich etwa auf der Höhe des Langenstrichs befunden haben. Im Bereich des heutigen Saarpark-Centers gibt es eine Vielzahl von Werksanlagen, die noch nicht die nüchter- ne Zweckarchitektur des fortgeschrittenen Industriezeitalters aufweisen. Auch die Hochöfen, damals gerade mal vier, sahen eher wie Wohngebäude aus. Hinzu kom- men das Stummsche Herrenhaus mit allen
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