Eröffnungsfeier voller Menschlichkeit und Mut
Samuel Koch berührt – Hospiztage setzen starke Zeichen der Hoffnung
Die 12. Hospiztage im Saarpfalz-Kreis begannen mit einem Moment, der den ganzen Saal still werden ließ. Die warmen Klänge von „Morning has broken“, einfühlsam vorgetragen von Franz Vogelgesang und Frank Berger, öffneten den Raum für einen Vormittag, der Mut machte, berührte und Menschen miteinander verband.
Das Lied, Sinnbild für Neubeginn und Hoffnung, wurde zum Leitmotiv einer Veranstaltung, die zeigte: Auch in Zeiten von Krankheit, Abschied und Unsicherheit bleibt die Würde des Menschen unantastbar – und Hoffnung ein leiser, aber kraftvoller Begleiter. Die Matinee vereinte haupt- und ehrenamtlich Engagierte der Hospizarbeit mit vielen Gästen, die sich dem Thema verbunden fühlen. In ihren Begrüßungsworten erinnerte Gabriele John‑Neumann daran, wie wichtig Nähe und Unterstützung sind. Ein einfaches „Ich bin für dich da“ könne, so ihre Worte, oft mehr bewirken als jede große Geste. Landrat Frank John unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung der Hospizarbeit: Wenn medizinische Möglichkeiten enden, beginnt die Zeit, in der Menschlichkeit, Zuwendung und das Ernstnehmen von Ängsten und Wünschen in den Mittelpunkt rücken. Barbara Aßmann brachte es in ihrem Grußwort auf den Punkt: Hospizarbeit bedeutet nicht, dem Leben mehr Tage zu geben – sondern den Tagen mehr Leben. Bewusst, würdevoll, selbstbestimmt. Mit medizinischer Unterstützung, aber ebenso mit Gesprächen, Trost und dem Gefühl, nicht allein zu sein. Der Höhepunkt des Vormittags war der Vortrag von Samuel Koch, dessen persönliche Geschichte und klare Botschaften den Saal tief bewegten. Er sprach über Krisenphasen, über Akzeptanz und darüber, wie wichtig es ist, den eigenen Handlungsspielraum zu erkennen – selbst dann, wenn das Leben sich radikal verändert hat. Sein Gedanke, dass der Mensch wertvoll ist, weil er ist und nicht, weil er leistet, traf viele unmittelbar. Koch zeigte, dass selbst schwere Zeiten nicht nur von Verlust geprägt sein müssen, sondern auch von Nähe, Hoffnung und dem Blick auf das Wesentliche. Als er endete, erhob sich das Publikum zu Standing Ovations. Ein Zeichen dafür, wie sehr seine Worte berührt hatten. In der anschließenden Fragerunde wurde deutlich, wie vielfältig die Themen rund um Sterben, Trauer, Lebensqualität und Begleitung sind – und wie wichtig Räume für Austausch bleiben. Mit „You Raise Me Up“ fand die Matinee einen musikalischen Abschluss, der die Botschaft des Tages noch einmal unterstrich: Menschen können einander tragen. Im Foyer nutzten viele die Gelegenheit, sich an Informationsständen über Angebote der Hospizbegleitung zu informieren oder mit Samuel Koch persönlich ins Gespräch zu kommen. Die Eröffnung der Hospiztage machte eindrucksvoll sichtbar, dass Hospizarbeit den Blick nicht auf das Ende richtet, sondern auf das Leben – auf das, was bleibt, was möglich ist und was Menschen bis zuletzt stärkt. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos: „Das Leben geht weiter, als man denkt.“
Die Hospizdienste im Saarpfalz-Kreis unterstützen Menschen am Lebensende und ihre Angehörigen mit palliativer Beratung, ambulanter Begleitung und Trauerangeboten.
Im Netzwerk arbeiten Fachkräfte und Ehrenamtliche zusammen, um Betroffenen eine würdevolle, selbstbestimmte und gut begleitete letzte Lebenszeit zu ermöglichen. Ansprechpersonen stehen bereit, um zu beraten, zu entlasten und Wege aufzuzeigen, die Halt geben. se











