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HOM 171 — Nov. 2026

EU-gefördertes Projekt zur Berufsorientierung

Mit Virtual Reality Gesundheitsberufe hautnah erleben

Wie kann man den Beruf der Pflegefachkraft oder der Hebamme so veranschaulichen und erlebbar machen, dass Berufsinteressierte einen möglichst authentischen Eindruck erhalten und gut beurteilen können, ob eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich für sie infrage kommt? Das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) setzt dazu – unter anderem – auf Virtual Reality (VR). Seit Beginn des Jahres 2026 beteiligt es sich am EU-Projekt ForVir-Health, das innovative VR-Konzepte entwickelt, um dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen entgegenzuwirken. 

Das im Rahmen von Interreg VI Großregion geförderte Projekt bringt verschiedene Partner aus der Region zusammen, um mit Virtual-Reality-Technologie neue Ansätze für die Gesundheitsausbildung zu entwickeln. Geplant sind insgesamt mehrere immersive VR-Module. Sechs davon sollen – unterstützt durch fachliche Expertise aus dem UKS – vor allem Schülerinnen und Schülern die Berufsfelder Pflege und Hebammenwesen näherbringen und damit zur Nachwuchsgewinnung beitragen. Mithilfe einer VR-Brille können sich Berufsinteressierte virtuell einen Einblick in echte Szenarien aus dem Arbeitsalltag verschaffen. Dabei schauen sie nicht nur zu, sondern werden selbst aktiv und treffen auch Entscheidungen. Die VR-Szenarien sollen in erster Linie Berufsinteressierten die Entscheidung erleichtern, ob die Tätigkeiten für sie passen könnten und ob sie sich den Herausforderungen des Pflege- oder Hebammenberufes gewachsen fühlen. In einem zweiten Schritt können auch Auszubildende und Studierende der Pflege und der Hebammenwissenschaften von der VR-Technologie profitieren und sich mit ihrer Hilfe gut auf die tägliche Praxis vorbereiten. 

Ein geschütztes Umfeld, in dem auch Fehler passieren dürfen

„Einen großen Vorteil sehen wir darin, dass diese virtuelle Welt ein geschütztes Umfeld bietet. Wenn dort Fehler passieren, dann bleiben diese in der virtuellen Welt ohne Folgen“, erläutert Susanne Mack, Arbeitsmodulleiterin des UKS im Projekt ForVir-Health. „Insbesondere schwierige Situationen können wiederholt und dabei verschiedene Handlungsweisen ausprobiert werden. Im Projekt werden zum Beispiel Szenarien entwickelt, um Kommunikation mit Angehörigen in einem herausfordernden Umfeld zu trainieren, wenn sprachliche Barrieren den Austausch erschweren oder wenn Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund betreut werden.“      

 

Die Entwicklungs- und Testphase des Projektes läuft noch bis zum 31. Dezember 2028. Die Ergebnisse werden anschließend der gesamten Großregion (Saarland, Rheinland-Pfalz, Lothringen, Wallonien und Luxemburg) zur Verfügung gestellt. Gefördert wird das Projekt von der Europäischen Union, der Fédération Wallonie-Bruxelles sowie dem Ministerium für Arbeit und Soziales, Frauen und Gesundheit des Saarlandes. Beteiligt sind neben dem UKS auch HELMo Link (Lüttich, Belgien), Htw saar (Saarbrücken) und die Université de Liège (Belgien). © UKS

Schenk, Silvia
06. Okt 2026