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NK 343 — Nov. 2026

Die Blies, einst unser schwarzes Flüsschen

Teil 10 und Schluss von Jürgen Cornely

Hochwasser

Das Gutachten der DERA von 1936 nennt die Blies einen typischen Mittelgebirgsbach. Damit ist gemeint, dass sie in Abhängigkeit von den mitteleuropäischen Jahreszeiten sehr unterschiedliche Mengen Wasser führt. 

Man hat zwischen 4 l je Sekunde bei Sommer‌niedrigwasser und 600 l je Sekunde bei stärkstem Hochwasser gemessen. Insbesondere nach ergiebigen winterlichen Landregenfällen führt die Blies Hochwasser. Da von Neunkirchen aus bis aufwärts nach St. Wendel lehmig-tonige Böden aus dem Karbon den Untergrund des Flusslaufes bilden, trägt die Versickerung nur wenig zur Mäßigung eines Hochwassers bei.

Gegen Ende der Fürstenzeit im Februar 1784 kam es im Saarland zum größten Hochwasser seit Menschengedenken. Verbunden mit Eisgang und starken Schnee- und Regenfällen wurden in West- und Mitteleuropa selbst steinerne Brücken zerstört, so auch die Alte Brücke in Saarbrücken. In Saarlouis findet sich am Großen Markt eine Markierung des damaligen Wasserstandes. Offenbar sind auch in Neunkirchen und Wellesweiler größere Schäden an Brücken und Wegen entstanden. Das weite Bliestal war jedoch da noch nicht besiedelt.

Markierungen zu den Pegelständen späterer Hochwässer findet man am Eisenbahnviadukt nahe der Gasstraße. Größere Hochwasserereignisse gab es in neuerer Zeit 1918, 1930 und 1935. Da war die Innenstadt bereits dicht bebaut, die Blies aber nur bis zur Flotowstraße reguliert. 

Nach der Begradigung in den 30er Jahren kam es nur noch einmal zu einem verheerenden Hochwasser im Stadtgebiet, und zwar am 30. Dezember 1947. Nicht nur im Stadtgebiet, wo die Räumung der Blies nicht fortgesetzt worden war, sondern auch im Mittel- und Unterlauf wurde der Abfluss durch Trümmer behindert. So liefen z. B. die Neunkircher Keller in der Wilhelmstraße voll und belasteten die Menschen in ihrer Wiederaufbaustimmung.

Hochwasser wird es auch in Zukunft immer wieder geben. Der Weg sie zu verhindern oder ihre Auswirkungen in den Griff zu kriegen wird heute jedoch nicht mehr in einem schnellen Abflusskanal gesehen. Seit der Stilllegung der Gruben in den 60er Jahren und der Hütte 1982 ist das Wasser allmählich wieder klarer geworden. Ein gutes halbes Jahrhundert war es schwarz. 1984 sieht die Stadtverwaltung „klarer durch das Wasser. Die Wasserqualität der Blies habe sich nach Stilllegung der Werksanlagen des Eisenwerks wesentlich verbessert 31. Heute kann man die Blies „erleben“ und es gibt auch wieder Fische.

Quellennachweis: 31: Saarbrücker Zeitung  im Mai 1984.

Im November-Vortrag, des Historischen Vereins Stadt Neunkirchen, erzählen uns Georg Jungmann und Herbert Germann aus dem Leben von Johann Anton Joseph Hansen und beleuchten seine Rolle als Geistlicher, Politiker und Historiker in der damaligen Zeit. Die beiden Vorstandsmitglieder des Heimatvereins Lisdorf e.V. folgen den Spuren, die Anton Hansen als außergewöhnlicher Freigeist, Politiker und versierter Historiker hinterließ.

Der Vortrag findet statt am 4. November 26, bei der VHS Neunkirchen, Marienstr.3, Raum 15. Beginn ist um 19 Uhr. Nichtmitglieder zahlen 3 €. Gäste sind willkommen.

Schenk, Silvia
21. Okt 2026

Serie: Historischer Verein Stadt Neunkirchen e.V.
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