Lebensgeschichten der Edith Aron
Ein Abend im Edelhaus Schwarzenacker
"Doch die Tochter zog immer das Schwierige vor." Die Lebensgeschichten der Edith Aron zwischen Deutschland, Argentinien und Europa -rezitiert vom Ilmenauer Martin Strauch und musikalisch begleitet vom DUO SOL am 10.10.26 im Edelhaus Schwarzenacker.
Einmal mehr konnten die Homburger eine besondere kulturelle wie intellektuelle "Perle" im Mannlichsalon des Edelhauses Schwarzenacker am letzten Samstag Abend genießen.
Der Ilmenauer Rezitator und Goethespezialist, Römerfan Martin Strauch, bekannt durch die beeindruckende Veranstaltung zu "Reinecke Fuchs" mit dem DUO SOL im Archiv der Stadt Homburg vor zwei Jahren, wusste es geschickt die 60 ZuhörerInnen mit auf eine Zeitreise durch die Lebensgeschichte der Edith Aron und spannenden Texten von deren Übersetzungen von Jorge Luis Borges, Xavier Domingo, Julio Cortàzar, Briefen an Ralph Schock mit zu nehmen.
Parallel dazu illustrierten Textausschnitte von Paul Zech, der antifaschistische Bücher schrieb, bereits 1933 in Argentinien ankommend, aus dem Exilroman "Michael M. irrt durch Buenos Aires" Arons Werk.
Gespannt packte man "die Koffer" und begab sich auf fremde Wege und Pfade, traf auf "falsche Häuser", begegnete "schwierigen Familienverhältnissen" (Borges), roch an "Brownies" (Borges) und begegnete schaudernd phantastischen Figuren, "Der Golem" (Borges), fühlte sich "verfolgt", "Sei getreu bis in den Tod" (Cortàzar) ......und fand sich langsam wider in "Ich habe alles Wichtige für mich rekonstruiert..." (Aron, Auszüge aus Briefen an Ralph Schock). Stimmgewaltig gelang es Strauch das Publikum zu entführen und Arons Lebensweg wie Lebenswerk nachzuempfinden und kennenzulernen.
Das DUO SOL vertiefte die Stimmung der Texte durch entsprechende Klänge. Der Homburger Künstler und Musiker, J.N.R. Wiedemann entlockte seinen diversen Flöten und Klangspielen gefühlvoll Töne von unterschiedlichen Vögeln, Paradieslandschaften und dies herausragend erfüllt durch den abwechslungsreichen Gesang und Gitarrenspiel Dietmar Kunzlars. Mal stürmich, dann wieder nachdenklich, verträumt ging man auf eine ewige Reise, weg vom normalen Alltag, Alltagssorgen. "Trägt doch jeder seinen Koffer mit spannenden Erlebnissen, Schicksalen, Träumen mit sich, begegnet diversen Wesen, die manchmal auch skuril sein können. Es lohnt sich, sich daran einmal selbst wieder zu erinnern, diesen Koffer auch einmal wieder beherzt zu öffnen und mit Mitmenschen gemeinsam hineinzuschauen, zu erzählen, zuzuhören ... . Mit offenem Herzen aufeinander zuzugehen, Positives mit sich mitzunehmen. " So ermutigte und entließ die Organisatorin, ehrenamtliche Verantwortliche für Städtepartnerschaften Homburg mit Ilmenau, La Baule, Simone Lukas, das wohl gestimmte Publikum in die Nacht. Begrüßt wurde das neugierige Publikum von Peter Fuchs, der in die dramatische Lebensgeschichte der Edith Aron einführte und die Bedeutung kultureller Zusammenarbeit der Partnerstädte hervor hob. Dieser Abend war ein besonderer Gewinn.
Abiturientinnen des Saarpfalz- Gymnsium stellten das jüngere Publikum dar und unterstützen die Veranstaltung freundlich kulinarisch. Anwesende Bekannte von und Interessierte am Werk Edith Arons wie ihrer Familie unterstrichen die Bedeutung der Lesung und deren Gelingen. Eine Veranstaltung, die Wiederholung bedarf. Geduldig und verzaubert von allem, hielt das Publikum über zwei Stunden aus und kam locker in gemeinsame Gespräche.
Mit Sherwins, " A nightingale sangs at Berkeley Square" und andauerndem Applaus fand dieser Abend den Ausklang und hinterließ Inspiration und bewegte Gemüter. © Simone Lukas


