Display Image
NK 343 — Nov. 2026

Internationaler Tag zur Beseitigung von Armut

Landesregierung setzt auf ganzheitliche Strategien in den Quartieren

Vor dem Hintergrund des morgigen Internationalen Tages zur Beseitigung von Armut unterstreicht die saarländische Landesregierung den hohen Stellenwert der Bekämpfung sozialer Benachteiligung. 

„Armutsbekämpfung beginnt in der Nachbarschaft, im Quartier und bei den Menschen. Indem wir die Unterstützung direkt in die Lebenswelten bringen schaffen wir Perspektiven und geben Mut für eine gemeinsame Zukunft ohne soziale Ausgrenzung“, betont Sozialminister Magnus Jung anlässlich des Aktionstages.

Ein zentraler Pfeiler der Strategie ist die Quartiersbezogene Armutsbekämpfung (QbA). In den ausgewählten Perspektivquartieren in Völklingen, Neunkirchen und Saarbrücken-Burbach wird ein Ansatz verfolgt, innerhalb dessen Landesregierung, Landkreise, Regionalverband und Städte die sozialen Herausforderungen gemeinsam und sozialraumorientiert angehen.

Die Vielfalt der aktuellen Initiativen in den drei Quartieren verdeutlicht diesen ganzheitlichen Ansatz:

·        Beratung und Unterstützung: Die Stärkung von Beratungsstrukturen, wie etwa die Sozialberatung in den Quartieren sowie Vor-Ort-Sprechstunden der Sozialämter des Regionalverbandes, bringt wichtige Rechts- und Finanzberatungen direkt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern. Durch das Projekt der Stadtteilpatinnen werden zudem ehrenamtliche, niedrigschwellige Angebote unterstützt.

·        Bildung und Sprache: Von der Kinderbetreuung bei Sprachkursen über Modellprojekte wie „Startklar Deutsch“ (MBK), bis hin zur regelmäßigen Lieferung von Obst und Gemüse in Kitas (MUKMAV+MASFG) wird frühzeitig investiert, um Bildungschancen zu verbessern. Zudem wird der Zugang zu Bildungsträgern, wie beispielsweise der Volkshochschule, durch gezielte Gutscheine erleichtert.

·        Teilhabe und Begegnung: Der kontinuierliche Kontakt mit den Bewohnenden stellt einen zentralen Erfolgsfaktor dar – sowohl bei der Erarbeitung der Ziele im vergangenen Jahr als auch in der aktuellen Umsetzung. Projekte wie das mobile Wohnzimmer (MASFG/LDZ), die Öffnung des Nachbarschaftsgartens als Grünes Zentrum in Völklingen oder interkulturelle Bewegungsangebote in Neunkirchen schaffen Räume für Begegnung und bauen soziale Barrieren ab.

·        Arbeitsmarktintegration: Gezielte Angebote wie die Frauen-Arbeitsmarktmaßnahme „Perspektive.Frau“ oder die aufsuchende Arbeit des Jobcenters für Familien ebnen den Weg in eine stabile Erwerbstätigkeit.

·        Identifikation mit dem Quartier: Zur Verbesserung des Wohlbefindens im direkten Wohnumfeld wurden Projekte wie „Glanz im Quartier“ gefördert, die zur Sensibilisierung sowie Aufklärung im Umgang mit Müll beitragen. Zusätzlich wird in allen Quartieren ein Fassadenkunstprojekt durchgeführt, bei dem die Bewohnenden eingebunden sind.

·        Wohnen als Fundament: Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt der Landesregierung ist die Sicherung von menschenwürdigem Wohnraum. Die Bekämpfung von prekären Wohnverhältnissen, insbesondere durch den Einsatz gegen Problemimmobilien, ist ein zentrales Anliegen. In den Kommunen wurden hierfür „Task Forces Wohnen“ eingerichtet, die eng vernetzt daran arbeiten, die Wohnsituation zu verbessern und sicheres Wohnen zu ermöglichen. Um diese Thematik gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu bearbeiten, wurde z.B. in Völklingen ein niedrigschwelliges Wohncafé eingerichtet. Dort beantworten Expertinnen und Experten Fragen u.a. zu Mieterschutz-Themen, um die Handlungsfähigkeit der Menschen zu stärken.

Im Zeitraum von 2022 bis 2026 wurden insgesamt 81 Maßnahmen – in der Wohnungslosenhilfe und zur Armutsbekämpfung – durch das Sozialministerium initiiert oder gefördert. © Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit

Schenk, Silvia
16. Okt 2026