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HOM 171 — Nov. 2026

Von Fieber bis Schlangenbiss

Gesundheitsfachpersonal bildet sich am UKS zu Reise- und Tropenmedizin fort

Am Samstag, 31. Oktober, findet am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg wieder ein „Update Reisemedizin“ statt. Fachpersonal aus dem Gesundheitswesen kann sich dort zu Reise- und Tropenmedizin weiterbilden. Die Themen reichen von Impfungen und Fieber über die Zusammenstellung der Reiseapotheke bis hin zu Schlangen- und Spinnenbissen.

Fieber nach einer Fernreise, neue Impfempfehlungen oder die Frage, was nach einem Schlangenbiss zu tun ist: Die zunehmende internationale Mobilität führt zu immer mehr reisemedizinischen Fragestellungen. Diese tauchen oft zuerst in den hausärztlichen und internistischen Praxen auf oder schlagen sich ebenso im Alltag von Gesundheitsfachpersonal in anderen Bereichen nieder. „Mit unserer Veranstaltung möchten wir diesen Kolleginnen und Kollegen einen aktuellen Einblick geben, damit sie Patientinnen und Patienten bestmöglich beraten und behandeln können“, erläutert Prof. Dr. Dr. Sören Becker. Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am UKS in Homburg ist Experte für dieses Themengebiet. An das Institut angegliedert ist auch eine spezielle Ambulanz für Reise- und Tropenmedizin, an die sich Reisende für eine Vorbereitung oder auch Reiserückkehrer mit gesundheitlichen Problemen wenden können. Beim „Update Reisemedizin“ Ende Oktober werden anhand konkreter Fälle typische und wichtige Beschwerdebilder bei Reiserückkehrenden interaktiv diskutiert. Updates zu Impfungen, Malaria, Reisen mit Kindern und zur aktuellen Infektionsepidemiologie geben einen kompakten Überblick über neue Entwicklungen. Mit Camilla Rothe (Leitung der Infektions- und Tropenambulanz, LMU München) und Esther Künzli (Chefärztin des Schweizerischen Tropeninstituts Basel) kommen zwei international renommierte Expertinnen mit großer klinischer Erfahrung als Referentinnen nach Homburg. Ein besonderer Programmpunkt widmet sich darüber hinaus Schlangenbissen und anderen Gifttier-Unfällen. Johan Marais, Direktor des African Snakebite Institute in Südafrika, vermittelt aus jahrzehntelanger Erfahrung und anhand von praktischen Fällen, worauf es bei den Erstmaßnahmen und der weiteren Versorgung ankommt. Den Blick über die klassische Reisemedizin hinaus erweitert die Vorstellung saarländischer Organisationen, die sich medizinisch in Ländern des Globalen Südens engagieren. Sie berichten aus aktuellen Projekten und zeigen Möglichkeiten auf, wie medizinisches Engagement und internationale Zusammenarbeit konkret gestaltet werden können. Das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am UKS möchte mit den regelmäßigen Fachveranstaltungen erreichen, dass sich die Versorgung für die Patientinnen und Patienten in der Region weiter verbessert. „Wenn die Hausärztin, der Rettungssanitäter und die Medizinische Fachangestellte für reisemedizinische Themen sensibilisiert sind, können sie Betroffenen besser helfen“, erläutert Prof. Dr. Dr. Becker. 

Tipps für gesundes Reisen vom Experten
Aus der Arbeit der Ambulanz für Reise- und Tropenmedizin in Homburg ist zudem bekannt, wie wichtig es ist, dass Reisende gut informiert und auch gut vorbereitet sind. Experte Prof. Dr. Dr. Becker gibt Tipps dazu:

Gute Reisevorbereitung: Gerade bei Fernreisen sollte man vorab prüfen, welche Standard- und Reiseimpfungen sinnvoll sind. Das unterscheidet sich je nach Reiseziel und geplanten Aktivitäten, aber auch die Reisedauer ist ein zentraler Aspekt. Eine gut zusammengestellte Reiseapotheke gehört ebenfalls in jedes Gepäck, u.a. mit den persönlichen Medikamenten, aber auch mit Mitteln gegen Schmerzen und Durchfall, mit Verbandsmaterial sowie Sonnen- und Insektenschutz. Zudem sollte man den Gesundheitsschutz bereits vor Antritt der Reise mit einplanen, dazu gehört eine Auslandsreisekrankenversicherung und man informiert sich bestenfalls schon vorab über die medizinische Versorgung am Urlaubsort.

Gesund unterwegs: Der Urlaub soll Erholung bringen und möglichst sorglos verlaufen. Es ist aber wichtig, nicht zu leichtfertig mit gesundheitlichen Risiken umzugehen. Bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen ist beispielsweise der Sonnen- und Hitzeschutz sehr wichtig. Mit Eincremen, spezieller UV-Schutzkleidung oder dem Aufenthalt im Schatten während der Mittagszeit lassen sich Sonnenstich- und Hitzschlag vermeiden. Mit einem Blick auf gute Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lässt sich ebenfalls vielen gesundheitlichen Problemen vorbeugen. Und selbstverständlich sollte man gerade bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit die eigenen körperlichen Belastungsgrenzen respektieren.

Gesundheitliche Beschwerden nach einer Reise: Zurück in der Heimat sollte man bei gesundheitlichen Problemen auf einen Zusammenhang mit der Reise achten. Besonders dann, wenn Beschwerden oder die Symptome anders als bekannt sind. Fieber, anhaltender Durchfall, Hautveränderungen oder ungewöhnliche Erschöpfung nach einer Reise sollten ärztlich abgeklärt werden. Und beim Gespräch mit Ärztin oder Arzt sollte auch einige Wochen danach noch die Reise erwähnt werden. Darüber hinaus kann man bei Bedarf auf spezialisierte Angebote zurückgreifen, also reisemedizinische Sprechstunden oder die Beratung bzw. Untersuchung in sogenannten Tropeninstituten. Und wie immer gilt: Bei schweren akuten Symptomen sollte sofort eine medizinische Abklärung erfolgen.

Der Klimawandel und neue Gesundheitsrisiken vor der Haustür: Auch ohne eine Fernreise muss man die Gefahren durch neu eingewanderte Tiere oder Pflanzen beachten. Beispielsweise durch die Asiatische Tigermücke und andere wärmeliebende Mückenarten. Sie etablieren sich in Deutschland und können bestimmte Krankheitserreger übertragen. Auch der Schutz vor Hitze und starker Sonnenstrahlung wird bei zunehmend heißen Sommern immer wichtiger. Die Tipps der Reisemedizin können somit auch zu Hause helfen.

Interessiertes Gesundheitsfachpersonal kann sich per Mail an tropenmedizin@uks.eu oder telefonisch unter 0 68 41 / 16 – 2 39 66 anmelden. © UKS

Schenk, Silvia
20. Okt 2026