Markus Uhl MdB im Dialog
Interview mit Bürgermeister Michael Forster
Das Mitglied des Budestages Markus Uhl traf sich mit Bürgermeister Michael Forster auf ein Gespräch über die Zukunft in der Universitäts- und Kreisstadt Homburg für den Fall, dass dieser nach der Kommunalwahl Homburgs Oberbürgermeister würde.
Herr Forster, was würden Sie eigentlich tun, wenn die Homburger Sie im Juni zum neuen Oberbürgermeister wählen würden?
Ich werde einfach wie bisher auch meine Arbeit für unsere Stadt ganz engagiert weitermachen. Schauen Sie: Ich bin ja bereits seit dem Jahr 2018 Bürgermeister, und seit Frühjahr 2019 führe ich kommissarisch die Amtsgeschäfte des Oberbürgermeisters. Insofern wäre das abgesehen von der Amtsbezeichnung gar kein so großer Unterschied. Ich glaube auch nicht – und das habe ich bislang im Wahlkampf, aber auch schon viele Monate davor, schon so oft als Rückmeldung bekommen -, dass die Menschen einen Tag nach der Wahl etwas ganz Spektakuläres, so einen Paukenschlag erwarten würden. Sehr viele haben mir gesagt: Herr Forster, Sie machen das wirklich gut. Sie haben Homburg mit ihrem verlässlichen Auftreten endlich aus den negativen Schlagzeilen geholt, die Skandale Gott sei Dank vergessen lassen und die Verwaltung geordnet. Machen Sie einfach weiter so, denn dann kann es für Homburg aufwärts gehen! Über solche Aussagen denke ich oft nach. Anfangs habe ich mich sogar darüber gewundert und gefragt, ob denn die Bürgerinnen und Bürger am Ende eventuell gar nicht wahrnehmen, was ich als Verwaltungschef mache und auf den Weg gebracht habe. Inzwischen glaube ich, dass ganz viele hier in Homburg vor allem Verlässlichkeit und Ehrlichkeit wollen. Die Menschen haben auch ein feines Gespür dafür, wie man mit Ihnen umgeht. Auch im Wahlkampf. Deshalb mache ich keine großen oder leeren Versprechungen. Ich verspreche ihnen nur, was ich halten kann - aber ich halte auch, was ich zusage.
Dann sagen Sie doch mal, was Sie zusagen können.
Homburg hat als eine der wenigen Kommunen bereits zum Ende des Vorjahres einen genehmigungsfähigen Haushalt vorgelegt, der in der Folge dann auch das Okay vom Landesverwaltungsamt bekommen hat. Das hat uns zum Beispiel in die Lage versetzt, dass wir im Prinzip vom ersten Tag des Jahres an, unseren finanziellen Verpflichtungen nachkommen konnten. Zudem konnten wir auch eine Reihe freiwilliger Leistungen auf den Weg bringen. Das mag wenig schlagzeilenträchtig klingen, aber hinter diesen Aufwendungen steckt die Unterstützung für Vereine und Verbände, dahinter stecken Investitionen in Sport und Kultur. Dieses städtische Engagement, das eben an anderer Stelle nicht immer so einfach darzustellen ist, ist ganz erheblich dafür verantwortlich, wie eine Stadt tickt und wie sie funktioniert. Das sind weiche Standortfaktoren, die für Homburg sehr wichtig sind. Ich denke, dass ich versprechen kann, dass auch in Zukunft an diesen Stellen nicht gespart wird. Ganz im Gegenteil: ich bin mit meinen Mitarbeitern aktuell dabei, zum Beispiel die Förderrichtlinien für Sportvereine zu überarbeiten. Ich weiß, was gerade in diesen Vereinen geleistet wird – auch ehrenamtlich natürlich. Da sind wir als Stadt einfach in der Pflicht, uns zu engagieren. Ich sage das gerne noch einmal: Homburg ist schon jetzt eine lebens- und liebenswerte Stadt, mit einem abwechslungsreichen Repertoire an Vereinen und Initiativen und mit einer großen Menge an kulturellen Veranstaltungen. Wenn es uns gelingt, zu diesem kulturellen Angebot auch noch unsere touristischen Highlights noch stärker in Szene zu setzen, dann können wir die überregionale Attraktivität unserer schönen Stadt weiter steigern. Nicht zu kurz kommen darf hierbei aber auch der Fokus auf Sauberkeit, Sicherheit und Ordnung, denn nur dadurch können sich die Menschen wirklich wohlfühlen. Ich kenne die Klagen, insbesondere nach schönen warmen Wochenenden, an denen viele Menschen zum Erleben, Genießen und Bummeln in der Stadt sind, dass intensiver und schneller aufgeräumt und der Müll beseitigt wird. An der Stelle kann ich sagen: Wir werden in diesem Bereich zulegen. Auch dafür braucht man Spielraum, und den haben wir uns geschaffen. Und noch ein kleiner Aspekt, an den man im Mai vielleicht nicht mehr denkt: Ein genehmigungsfähiger Haushalt, den braucht man zum Beispiel auch, wenn es nach dem Winter darum geht, die Schlaglöcher auf Wegen und Plätzen zu beseitigen.
Die Aussagen werden sicherlich viele Homburgerinnen und Homburger gerne lesen. Aber die interessiert bestimmt auch, was Sie in Sachen Wirtschaft und Arbeitsplätze sagen. Die Herausforderungen durch die Transformation der Wirtschaft sind ja riesig. Und wie geht es mit Schule und Kindertagesstätten weiter?
Ja, das stimmt. Die Industrie steht vor enormen Herausforderungen – wenn ich mit dieser Frage beginnen darf. Leider sind nämlich europa- und bundesweit an sehr vielen Stellen sehr viele Schrauben sehr falsch gestellt worden. Und eine Stadt wie Homburg, die über 30.000 Arbeitsplätze anbietet, davon allein rund 20.000 für die täglichen Einpendler, die ist davon besonders betroffen. Das hat ja auch die Diskussion um den beschlossenen drastischen Arbeitsplatzabbau bei Michelin bis zum Ende des kommenden Jahres deutlich gemacht. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Hausaufgaben machen. Und die sind ganz eindeutig: Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, bestehende Betriebe dank guter Infrastruktur bei uns zu halten. Wir müssen mehr noch die Voraussetzungen dafür schaffen, neue zukunfts- und krisenfeste und damit nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse zu gründen. Deshalb zum Beispiel ist das Gewerbegebiet G9, also das so genannte Erdbeerland, in dem mit Blick auf die Erschließung die Bauarbeiten ja vor wenigen Tagen erst begonnen haben, so wichtig. Hier haben wir die Chance, innovative Unternehmen anzusiedeln. Damit locken wir Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Stadt. Um es klar zum Ausdruck zu bringen: Homburg hat als drittgrößte Stadt im Saarland, als zweitgrößterWirtschafts- und Wissenschaftsstandort sowie mit dem Universitätsklinikum, das unsere Stadt in Verbindung mit namhaften Firmen in diesem Bereich zum Gesundheitsstandort Nummer eins im Saarland macht, zweifelsohne einen höheren Stellenwert verdient als den, den unsere Heimatstadt in den letzten Jahren hat. Wenn beispielsweise Bund und Land nun auch noch in Sachen Wasserstoff Teile der Strategie umsetzen, die ich vor Jahren habe entwickeln lassen, dann zeigt mir das, dass wir durchaus auf einem guten Weg waren und sind. Nicht zu vergessen unsere aktuellen Überlegungen in Sachen Wärmekonzept, beispielsweise unser Projekt Wärmegewinnung aus Abwasser. Gleichzeitig müssen wir aber auch in die Bildung und Betreuung unserer Kinder investieren, denn diese verdienen gute Rahmenbedingungen. Hierfür werde ich mit dem Bau von zwei neuen Kindertagesstätten – die Pläne für Jägersburg haben wir zu Beginn des Monats ja der Öffentlichkeit vorgestellt - sowie einer gebundenen Ganztagsschule sorgen. Zudem müssen alle Anstrengungen unternommen werden,selbstverständlich auch die bestehenden Einrichtungen modernisieren. Vor diesem Hintergrund bin ich in stetem Austausch mit allen Verantwortlichen. Ich kenne deren Erwartungen. Ich weiß, wer von der Stadt Unterstützung benötigt. Dazu zählt übrigens auch das Ria-Nickel-Tierheim in Erbach. Ja, der eine oder andere hat unsere Anstrengungen in diesem Komplex zuletzt etwas belächelt. Die Diskussion um einen neuen Konsortialvertrag, bei dem Homburg durch meine frühzeitige Initiative eine Vorreiterrolle unter den anderen Kommunen eingenommen hat. Auch mein aktuelles Vorpreschen in Sachen Tierschutz, was in der neuen Legislaturperiode des Stadtrates, die saarlandweit einmalige Benennung eines kommunalen Tierschutzbeauftragten zur Folge haben könnte, hat manchen überrascht, obwohl hinter dieser Idee sogar mit Dr. Arnold Ludes der Landesbeauftragte für den Tierschutz steht. Wir sind uns einig in der Feststellung, dass ein Beauftragter für den Tierschutz diesem eine stärkere Wahrnehmung und auch eine bessere Verankerung in der Öffentlichkeit garantieren kann. Übrigens möchte ich im Zuge dieser strukturellen Veränderung darüber hinaus dem neu gewählten Stadtrat eine Reduzierung der Anzahl der Beauftragten vorschlagen. Ich sehe durch diese von mir beabsichtigte Anpassung der Aufgabenschwerpunkte dieser Personengruppe die Chance, Doppelstrukturen in Teilbereichen abzubauen sowie die Arbeit der Beauftragten zu optimieren und stärker als bisher an den drängendsten Herausforderungen der aktuellen Zeit zu orientieren. Für solche Veränderungen, von denen unsere Stadt auf lange Sicht neben städtebaulichen Akzenten wie zum Beispiel im Bereich der Hohenburgschule, des Enkler-Platzes und final auch mit der touristischen Neuausrichtung des Schlossberges und der Höhlen sowie der Umsetzung eines Radwegkonzeptes profitieren kann, will ich auch in den nächsten Jahren meine ganze berufliche und politische Erfahrung aus vielen Jahrzehnten einbringen.
Unter https://www.cdu-homburg.de/ finden Sie viele weitere Informationen über den CDU Stadtverband Homburg(Saar). Markus Uhl MdB



