Page 18 - Ausgabe 032 / April 2015
P. 18

Der Rechtsexperte informiert
Kanzlei Saarpfalz juristenfuchs.de berät Sie rund um Ihre Rechte
  Geld zurück
bei fehlerhafter Anlageberatung
Zahlreiche offene Fonds haben derzeit die Rücknahme von Anteilen ausge- setzt, weil ihre Liquidität nicht aus- reicht, um ausstiegswilligen Anlegern ihr Geld zurückzuzahlen.
Bei den Beratungsgesprächen der Fonds wurde den Anlegern allerdings oft erklärt, dass die Investition in einen offenen Fonds eine gute Alternative darstelle, da das eingesetzte Kapital relativ sicher sei und jederzeit verfüg- bar sei, da der Anleger die Anteile bei Bedarf jederzeit verkaufen könne.
Aber der fehlende Hinweis eines Anlage- beraters oder einer Bank, dass bei einem offenen Fonds die Rücknahme von Fonds- anteilen zu einem festen Rücknahmepreis ausgesetzt werden kann, stellt jedoch eine Falschberatung dar. So auch eine Entschei- dung des Bundesgerichtshofes hierzu.
Der Anlageberater oder eine beratende Bank muss den Anleger hiernach ungefragt über das Bestehen der Möglichkeit einer Aussetzung der Anteilsrücknahme aufklä-
ren. Dies besteht unabhängig davon, ob im Einzelfall konkrete Anhaltspunkte für eine bevorstehende Aussetzung der Anteilsrücknahme vorliegen. Ein Verkauf der Anteile an dem offenen Fonds an einer Börse gleicht in der Regel das Liquiditäts- risiko zwischen dem spekulativen Börsen- preis und dem festen Rücknahmepreis nicht aus. Die Möglichkeit, die Rücknah- me der Anteile auszusetzen, stellt ein während der gesamten Investitionsphase bestehendes Liquidationsrisiko dar, über welches der Anleger stets zu informieren ist, bevor er seine Anlageentscheidung trifft.
Nachfolgende Pflichtverletzungen treten in der Anlageberatung durch Anlagebe- rater oder beratende Bank häufig auf:
• Keine Information über bereits erfolgte Rücknahmeaussetzungen
• Keine Information über das Risiko von Verlusten bei der Liquidation des Fonds, d. h. Bezeichnung als sog. risikofreie An- lage
• Keine Information über Provisionsinte- resse des Beraters
• Keine Aushändigung von Verkaufspros- pekt oder Jahresbericht
Die Schadensersatzansprüche wegen einer solchen Falschberatung verjähren für den Anleger, welche die Beteiligung ab dem
05.08.2009 erworben haben, nach drei Jahren ab dem Schluss des Jahres, in dem dieser erstmalig Kenntnis von der Falsch- beratung durch ihre Bank oder den Anla- geberater erlangt hat. Dies wird bei Antei- len an offenen Fonds regelmäßig dann an- zunehmen sein, wenn der Anleger erstma- lig Kenntnis davon erlangt hat, dass die An- teilsrücknahme für seine Immobilienfonds- anteile ausgesetzt wurde.
Dann beginnt für ihn die dreijährige Ver- jährungsfrist zu laufen. Beispiel: der Kunde X hat am 01.04.2012 erstmalig Kenntnis davon erhalten, dass hier eine Falschbera- tung durch seine Bank vorliegt. Dann be- ginnt die 3-Jahres-Frist und bis zum 31.03.2015 ist eine entsprechende Klage zu erheben. Bei Kenntnis am 01.01.2013 verjährt dies schließlich am 31.12.2105 und so weiter.
Der Autor ist Rechtsanwalt Wilfried Gaiser, Inhaber der Kanzlei Juristen- fuchs mit seinen über 30 Rechtanwäl- ten/Fachanwälten. Weitere Informa- tionen über die Kanzlei Juristenfuchs erhalten Sie im Internet unter www.ju- risitenfuchs.de oder direkt bei Herrn RA Wilfried Gaiser in St. Ingbert in der Ludwigsstraße 26. Telefonisch errei- chen Sie die Kanzlei unter der Tel. 06894/3891389. RA Wilfried Gaiser
Anzeige
Alle bisher veröffentlichte Teile finden Sie auch im Internet unter: www.es-heftche.de
     Kurzweilige Vorträge in der Kanzlei
Juristenfüchse informierten zum Erb- und Verbraucherrecht
Die Kanzlei Juristenfuchs.de in St. Ingbert (vormals Kanzleiwagner.de) lud ein zu fünf kurzen Vorträgen rund ums Erbrecht und Ver- braucherrecht. Die zahlreichen Besucher in der Kanzlei in der Ludwigstraße 26 in St. Ingbert kamen auf ihre Kosten.
Amüsante und kurzweilige Infoveranstaltung, mit etlichen, gut verständlichen und praktischen Beispielen die von den Referenten dar- gestellt wurden. Die Besucher konnten zahlreiche Fragen stellen, die an Ort und Stelle beantwortet und geklärt wurden. Anschließend lud die Kanzlei Juristenfuchs.de ihre Gäste noch ein. Eine absolut gelungene Veranstaltung der Kanzlei, die auf jeden Fall fortgesetzt werden sollte, so die einheitliche Meinung der zufriedenen Besucher.
Der Autor ist Rechtsanwalt Wilfried Gaiser, Inhaber der Kanzlei Juristenfuchs mit seinen über 30 Rechtanwälten/Fachanwälten. Weitere Informationen über die Kanzlei Juristenfuchs erhalten Sie im Internet unter www.jurisitenfuchs.de oder direkt bei Herrn RA Wilfried Gaiser in St. Ingbert in der Ludwigsstraße 26. Telefonisch erreichen Sie die Kanzlei unter der Tel. 06894/3891389 oder Sie schreiben eine E-Mail an igb@juristenfuchs.de. Rechtsanwalt Wilfried Gaiser
 Ausgabe 032 / April 2015
 18
       







































































   16   17   18   19   20