Page 22 - Ausgabe 099 / November 2020
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sehr mild, wie in den letzten Jahren öfter bei uns der Fall, dann werden die putzigen Tiere auch mal wach. Dies ist eigentlich kein grö- ßeres Problem, aber es fehlt dann das Nah-
halten Dachs, Eichhörnchen und Waschbä- ren, sowie Braunbären. Eichhörnchen legen sich Wintervorräte an und verstecken in zahlreichen Depots Wal- und Haselnüssen Bucheckern. Baumsamen von Fichte, Kiefer und Lärche holen sie sich von den Zapfen, die an den Bäumen hängen. Die kleinen Nager verlassen jeden Tag im Winter ihren Kobel (so nennt man das Nest der Eichhörn- chen) und suchen sich ihre Nahrungsdepots.
In der kalten Jahreszeit gibt es viele Tiere, die sich in Winterschlaf oder in Winterruhe begeben. Andere wiede- rum, wie zum Beispiel Störche, Nach- tigall oder Schwalben ziehen in den Süden. Wir erzählen euch über die Tiere, die hier bei uns überwintern.
Winterschlaf
für unsere Wildtiere
Wenn ab Oktober die Zugvögel in den Sü- den ziehen, sind unsere heimischen Nager schon längst dabei, ihren Winterspeck noch mehr anzulegen und ihre Vorräte aufzusto- cken oder sich auf den Winterschlaf vorzu- bereiten. Beim Winterschlaf wird unterschie- den zwischen der Winterruhe, Winterstarre und dem Winterschlaf. Als echte Winter- schläfer, die überwintern, indem sie ihre Kör- pertemperatur absenken, gelten Hamster, Siebenschläfer, Fledermäuse und Murmel- tiere. Die letzteren leben allerdings eher in
Von Mitte September bis in den Mai hinein hält der Siebenschläfer rund sieben Monate Winterschlaf in einer unterirdischen Höhle
den Bergen als hier bei uns in der Region. Spannend ist die Veränderung im Körper bei den Tieren, die in den Winterschlaf versin- ken. Am Beispiel der Fledermaus sieht das folgendermaßen aus. Im Normalzustand schlägt das Herz der Fledermaus zwischen 240 und 450 Schlägen pro Minute und im Winterschlaf reduziert sich das bis auf 18 bis 80 Mal, zwischen zwei Atemzügen kön- nen zwischen 60 und 90 Minuten vergehen. Igel schlafen von November bis zum April. Um diese lange Zeit überbrücken zu kön- nen, fressen sie sich ein Fettpolster an und reduzieren ihren Stoffwechsel auf ein bis zwei Prozent des Normalen. Ist ein Winter
Igeln kann man helfen, indem man einen Fressnapf aufstellt mit Feucht- oder Trockenfutter mit hohem Fleischanteil
rungsangebot. Darum kann man den Igeln helfen, indem man einen Fressnapf aufstellt mit Feucht- oder Trockenfutter mit hohem Fleischanteil und eine Wasserschüssel ist
Frösche fallen ab einer Außentemperatur von 10 Grad in eine Winterstarre
Oft kann man im Winter auch Eichhörnchen beobachten, die im Garten die gut gefüllten Vogelhäuschen „plündern“. Interessant ist aber auch wie Amphibien, wie zum Beispiel Frösche überwintern. Bereits ab einer Au- ßentemperatur von 10 Grad können diese sich nicht mehr bewegen, und so suchen sie vorher schon frostgeschützte Verstecke auf und verharren dort bis im Frühling wieder die Sonne die Erde wärmt und die wieder ins Leben zurückkehren. Vielleicht stellt ihr ja ein Vogelhäuschen oder eine Futterstelle für Igel und Eichhörnchen im Garten auf und beobachtet, wer sich dort so tummelt. Viele tolle Informationen über unsere heimische Tierwelt gibt es unter https://nabu-saar.de.
ot/ Pixabay
Eichhörnchen legen sich Wintervorräte an und verstecken in zahlreichen Depots Wal- und Haselnüsse sowie Buchecker
auch nicht schlecht. Allerdings solltet ihr die- se Dinge nur aufstellen, wenn ihr euch sicher seid, dass ihr Igel im Garten habt. Winterru- he, ohne Absenken der Körpertemperatur
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