Page 24 - Ausgabe 099 / November 2020
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Mit Charleston die Alltagssorgen vergessen
Schüler erforschten Glanz und Elend der Goldenen Zwanziger
seine frühere Schülerin Nelly Brügelmann, die 2012 am Saarpfalz-Gymnasium ihr Abi- tur absolvierte, nun kurz vor dem Abschluss ihres Studiums in Geschichte und Anglistik steht und als Ausstellungsbegleiterin für das Museum arbeitet. Bei der Kostümführung
In der Ausstellungshalle erklärt „Frieda“ den Schüler(inne)n der Klasse 9d die zunehmen- de Bedeutung von Fahrrädern, Motorrädern und Autos während der Goldenen Zwanziger
schlüpft sie in die Rolle der Verkäuferin Frie- da in der Saarbrücker Bahnhofstraße, die fas- ziniert ist vom pulsierenden Leben in der Stadt und selbst während der Goldenen Zwanziger des 20. Jahrhunderts einen ge-
Die Corona-Pandemie hält seit März 2020 die ganze Welt in Atem, zerrt an den Nerven und verändert unsere Le- bensweise drastisch. Termine und Be- gegnungen müssen abgesagt werden, um Ansteckungsgefahren zu vermei- den. Die meisten Menschen leiden unter den Entbehrungen, auch wenn sie die Corona-Schutzmaßnahmen grundsätzlich gutheißen.
So geht es seit Monaten auch vielen Schüler(inne)n, die mit diesem langwierigen Ausnahmezustand zurechtkommen müssen. Die Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Saarpfalz-Gymnasiums hat zum Beispiel in den zurückliegenden Wochen nahezu alle Termine an außerschulischen Lernorten und innerhalb der Schule schweren Herzens ab- gesagt, so unter anderem drei seit Langem geplante Veranstaltungen zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit (Vortrag, Ausstellung und Konzert eines Liedermachers aus der ehemaligen DDR). Manches lässt sich aber nicht aufschieben, zum Beispiel ein Ausstel-
Ausstellungsbegleiterin Nelly Brügelmann in ihrer Rolle als Verkäuferin Frieda aus der Saarbrücker Bahnhofstraße
lungsbesuch im Historischen Museum in Saarbrücken. Dort läuft nur noch bis zum 15. November 2020 die Sonderausstellung „Die 20er-Jahre. Leben zwischen Tradition und Moderne im internationalen Saarge- biet“. Die wollte man nicht versäumen, son- dern sich sogar anspornen lassen, in der Homburger Tanzschule Srutek Charleston zu lernen. Eine Möglichkeit, die Alltagssorgen zu vergessen – wie die jungen Leute vor rund 100 Jahren. Im September war das In-
fektionsgeschehen relativ gering, so dass man den Versuch wagte. Wenn nicht jetzt – wann dann? Man wollte sich mit der „neuen Pandemie-Normalität“ arrangieren und unter den vorgeschriebenen Corona-Bedingungen auf dieses außergewöhnliche Erlebnis ein- lassen. Voraussetzung war ein Besuch in Kleingruppen, nach Klassen getrennt und mit Masken, zusammen mit dem Ge- schichtslehrer an einem freien Samstag (Grundkurs Geschichte 11) und Dienstag- vorabend (Klasse 9d). Dabei durfte absolut nichts schiefgehen. Sowohl das Sicherheits- konzept im Museum als auch das in der Tanzschule eine Woche später wirkte über- zeugend. Das beruhigte, denn man wollte auf keinen Fall mit dem Virus heimkehren. Die Museumsführungen übernahm auf Wunsch von Geschichtslehrer Eberhard Jung
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Ausgabe 099 / November 2020
Schüler(innen) der Klasse 9d des Saarpfalz-Gymnasiums
mit Ausstellungsbegleiterin Nelly Brügelmann (kniend) vor der neu gestalteten Fassade des Historischen Museums am Saarbrücker Schlossplatz
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