Hochspezialisiertes Zentrum für innovative Herzmedizin in Kooperation mit Kinderkardiologie sowie Herz- und Aortenchirurgie
Renommierter Kardiologe des Deutschen Herzzentrums übernimmt am UKS ab 2026 die Leitung der Klinik für Innere Medizin III
Prof. Dr. Thorsten Keßler, bislang leitender Oberarzt am Deutschen Herzzentrum in München, wird zum 1. Januar 2026 neuer Direktor der Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS).
Zum Universitätsprofessor und zukünftigen Inhaber des Lehrstuhls für Kardiologie an der Universität des Saarlandes (UdS) war er bereits am 20. November ernannt worden. In diesen Funktionen folgt er auf Prof. Dr. Michael Böhm, der nach 25 Jahren im Amt des Klinikdirektors am UKS in den Ruhestand eintritt und am 9. Januar bei einer Akademischen Feier der medizinischen Fakultät der UdS verabschiedet wird. „Wir freuen uns sehr darüber, dass es uns gelungen ist, mit Thorsten Keßler einen der renommiertesten und ambitioniertesten Herzmediziner des Landes für unser Universitätsklinikum und für das Saarland zu gewinnen. Er hat in den vergangenen Jahren maßgeblich erforscht, inwiefern genetische Varianten das Risiko erhöhen, einen Herzinfarkt zu erleiden. Und er hat auf dieser Basis neue Strategien zur Vermeidung eines Infarktes erarbeitet und individuelle Therapiekonzepte entwickelt. Diesen und weiteren Schwerpunkten wird er sich nun am UKS widmen, das ihm glücklicherweise seit dem Studium bestens vertraut ist“, erklärt Prof. Dr. Jennifer Diedler, Ärztliche Direktorin und Vorstandsvorsitzende des UKS.
Interesse an der Kardiologie wurde in Homburg geweckt
„Als gebürtiger Saarländer fühle ich mich dem Saarland immer noch verbunden und habe erste prägende klinische und wissenschaftliche Erfahrungen am Universitätsklinikum in Homburg gemacht. Hier wurde nicht nur mein Interesse an der Grundlagenforschung, sondern auch an der Kardiologie geweckt. Die Klinik für Innere Medizin und Kardiologie hat zudem eine überregionale Strahlkraft, zu deren Erhalt ich beitragen möchte“, sagt Prof. Dr. Thorsten Keßler.
Der 1984 in Quierschied geborene Keßler studierte Medizin an der Universität des Saarlandes und an der Technischen Universität München und wurde in Experimenteller Pharmakologie promoviert. Seine Facharztweiterbildung begann er am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck, wo er sich der Forschungsgruppe zur Untersuchung genetischer Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen anschloss. Nach dem Wechsel nach München etablierte er das molekulargenetische Forschungslabor und schloss die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie für Internistische Intensivmedizin am Deutschen Herzzentrum sowie am Klinikum rechts der Isar ab. Zuletzt war der zertifizierte Interventionelle Kardiologe für die Notaufnahme und das Herzkatheterlabor des Deutschen Herzzentrums verantwortlich.
Leuchttürme erhalten und ein universitäres Herzzentrum etablieren
In seiner neuen Aufgabe am UKS möchte Prof. Keßler dazu beitragen, dass die Menschen im Saarland schnell von innovativen Therapieverfahren in der kardiovaskulären Medizin profitieren. „Die klinischen Schwerpunkte im Bereich der Herzinsuffizienz und der Behandlung der arteriellen Hypertonie sind deutschlandweit bekannte Leuchttürme, die auch in Zukunft eine hohe Strahlkraft haben werden. Zugleich möchte ich das Portfolio an interventionellen Therapieverfahren im Bereich der koronaren und strukturellen Herzerkrankungen sowie der Herzrhythmusstörungen erweitern“, erklärt Prof. Keßler.
Ausbauen möchte Prof. Keßler zudem die Zusammenarbeit mit der Klinik für Herzchirurgie am UKS, die seit dem 1. September von Dr. Migdat Mustafi geleitet wird. Mustafi hatte bereits zum eigenen Amtsantritt eine engere Kooperation in Aussicht gestellt. „Die Herzchirurgie und die Kardiologie sind durch gemeinsame Patientinnen und Patienten, die Einführung von Heart-Teams zur Planung von Eingriffen, aber auch die gemeinsame Durchführung von interventionellen oder Hybrid-Verfahren längst eng miteinander verwoben. Wir möchten einen Schritt weiter gehen und in Zukunft ein universitäres Herzzentrum in Homburg etablieren, in dem Patientinnen und Patienten gemeinsam bestmöglich versorgt werden“, so Prof. Keßler. „Dieses Zentrum soll für innovative Herzmedizin stehen, verbunden mit kurzen Wegen und einer eng abgestimmten Versorgung für die Patientinnen und Patienten. Die Versorgung soll in einer hochspezialisierten Einheit am UKS erfolgen, die gemeinsam geleitet wird von Kardiologie, Kinderkardiologie sowie Herz- und Aortenchirurgie“, ergänzt Dr. Migdat Mustafi.
Vielfach ausgezeichneter Vorgänger wird am 9. Januar feierlich verabschiedet
Prof. Dr. Michael Böhm, der bisherige Direktor der Klinik für Innere Medizin III, wird am 9. Januar 2026 ab 15 Uhr im großen Hörsaal (Gebäude 35) auf dem Campus des UKS mit einer Akademischen Feier der medizinischen Fakultät der UdS in den Ruhestand verabschiedet. Böhm hatte die Klinikdirektion und den entsprechenden Lehrstuhl seit Oktober 2000 inne und gilt auf dem Gebiet der Kardiologie, Angiologie und der internistischen Intensivmedizin international als Kapazität. Seine herausragenden Forschungsergebnisse brachten ihm zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen ein, zuletzt im Mai 2025 die Carl-Ludwig-Ehrenmedaille, die höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Für seine Verdienste in der Ausbildung von jungen Nachwuchsärzten und Wissenschaftlern sowie insbesondere in der Krankenversorgung und im Bereich der Erforschung neuer Diagnose- und Therapieverfahren war Böhm zudem im Juni 2012 vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.
„Michael Böhm hat in den vergangenen 25 Jahren mit seiner Arbeit maßgeblich dazu beigetragen, das Universitätsklinikum und die Medizinische Fakultät in Homburg zu einem innovativen Forschungszentrum weiter zu entwickeln. Die große Zahl von weit über 1300 Publikationen bezeugt seine außergewöhnliche Aktivität im wissenschaftlichen Bereich auf nationaler und internationaler Ebene. Er zählt ohne Frage zu den forschungsstärksten Wissenschaftler unserer Fakultät, genießt aber auch in seiner Verantwortung als Klinikdirektor und Lehrstuhlinhaber ein hohes Maß an Achtung und Respekt bei Mitarbeitenden und auch Studierenden, von denen nicht wenige aufgrund ihrer profunden Ausbildung in Homburg mittlerweile ebenfalls auf beachtliche Karrieren blicken. Sein Nachfolger ist ein herausragendes Beispiel dafür“, erklärt Prof. Dr. Matthias Hannig, Dekan der Medizinischen Fakultät der UdS. Er wird die Akademische Feier am 9. Januar eröffnen und moderieren. Grußworte sprechen unter anderem der Homburger Oberbürgermeister Michael Forster, der Präsident der UdS, Prof. Dr. Ludger Santen, sowie der zukünftige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Prof. Dr. Norbert Frey. Im Anschluss an die Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Michael Böhm wird es einen Empfang im Foyer des Hörsaalgebäudes geben.
Glücklicher Blick auf die aktive Zeit im Klinikum
„Es war mir nach der Berufung am 1. Oktober im Jahr 2000 eine große Freude, dass ich mich im Saarland für die Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie die wissenschaftliche und klinische Weiterentwicklung der Universität des Saarlandes und des Universitätsklinikums einbringen durfte. Dank der Unterstützung vieler Kolleginnen und Kollegen sowie insbesondere meiner aktiven Mitarbeitenden ist Vieles erreicht worden. Ich bin jetzt glücklich, dass man einen Nachfolger berufen hat, der die kardiovaskuläre Medizin in kompetenter und menschlicher Weise weiterentwickeln wird. Ich wünsche ihm den besten Erfolg und Geschick im Umgang mit allen Widrigkeiten, die oft von außen an eine Klinik herangetragen werden. Ich blicke zufrieden und glücklich auf meine aktive Zeit im Klinikum zurück und werde mich jetzt wissenschaftlichen Aufgaben im Bereich der kardiorenalen Medizin an der UdS widmen“, erklärt Prof. Dr. Michael Böhm.
Über das UKS – Universitätsklinikum des Saarlandes finden Sie alle Informationen unter https://www.uks.eu/. © UKS

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