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Neugier ist der Anfang von MINT

Regionaler Fach- und Netzwerktag „MINT und Sprache“ setzt starke Impulse

Wie viele Atemzüge braucht man, um einen langen Folienschlauch aufzublasen? Während Landrat Frank John auf gut 200 schätzte und kräftig Puste bewies, gelang es der Moderatorin Joline Jochum-Wern, Mitarbeiterin des Medienzentrums+ des Saarpfalz-Kreises, mit einem einzigen gezielten Luftstoß. Dieses verblüffende Experiment markierte den Auftakt des regionalen Fach- und Netzwerktags „MINT und Sprache“ am 26. Februar im Saarpfalz-Kreis. 

Ein überraschtes Raunen und spontaner Applaus folgten: „Was hat sie anders gemacht?“, oder: „Das probieren wir morgen direkt in der Kita aus!“ Hinter diesem „Zaubertrick“ steckt der Bernoulli-Effekt, ein physikalisches Prinzip – anschaulich vermittelt. Genau solche spontanen Reaktionen zeigen, was frühe MINT-Bildung ausmacht. Aus einem überraschenden Moment entsteht Neugier. Aus Neugier werden Fragen – und daraus Gespräche, Vermutungen und erste Erklärungsversuche. 

Der regionale Fach- und Netzwerktag „MINT und Sprache“ am 26. Februar im Saarpfalz-Kreis zeigte, was möglich ist, wenn unterschiedliche Akteurinnen und Akteure ihre Kompetenzen bündeln. Veranstaltet wurde der Fach- und Netzwerktag von der Stabsstelle zur Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels mit dem Medienzentrum+ des Saarpfalz-kreises, der Fachberatung für Sprachkitas und dem Jugendamt des Saarpfalz-Kreises. Die Schirmherrschaft übernahm Christine Streichert-Clivot, Ministerin für Bildung und Kultur. Gefördert im Rahmen des Programms „MINT-Cluster III“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde deutlich: Frühe Bildung ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

MINT beginnt im Kleinen

Im Zentrum stand die Frage, wie sich MINT-Bildung bereits im Vorschulalter alltagsnah umsetzen lässt. Beim Konstruieren, Beobachten oder Programmieren entstehen Lernanlässe ganz selbstverständlich. Entscheidend ist eine pädagogische Haltung, die Fragen aufgreift und Kindern Raum zum Entdecken gibt. Dabei wird deutlich, wie eng MINT- und Sprachbildung verbunden werden können: Wenn Kinder Phänomene beschreiben, Vermutungen äußern oder Lösungswege erklären, vertiefen sie ihr Verständnis – und stärken zugleich ihre sprachlichen Kompetenzen. Sprache sei ein wesentlicher Schlüssel, wenn es darum geht, wie sich Kinder in der Welt zurechtfinden, erläuterte Ministerin Christine Streichert-Clivot. Im Zusammenhang mit dem Thema MINT entwickele das Ganze ein sehr hohes Zukunftspotential.

Im Austausch wurde deutlich, dass pädagogische Fachkräfte MINT-Themen oft mit Zurückhaltung begegnen – aus der Annahme heraus, dafür brauche es akademisches Wissen. Anne Speicher von der Stabsstelle zur Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels stellte klar: „Frühkindliche MINT-Bildung entsteht nicht mit Theorie, sondern mit Offenheit. Entscheidend ist es, Fragen und Neugier Raum zu geben und gemeinsam ins Ausprobieren zu kommen“. Jelena Wagner, Mitorganisatorin und Fachberatung für Sprachkitas, ergänzte: „Fragen setzen völlig neue Gedanken in Gang – und fordern die Kinder auf, nach eigenen Antworten zu suchen.“

Chancengerecht und geschlechtersensibel 

Ziel der MINT-Förderung des Saarpfalz-Kreises ist es stets, Mädchen und Jungen schon sehr früh gleichermaßen zu ermutigen, sich mit Fragestellungen zu beschäftigen, die Grundlage für ein späteres Interesse an technischen oder naturwissenschaftlichen Fragestellungen sein können – ohne stereotype Zuschreibungen, dafür mit vielfältigen Zugängen und bewusst gesetzten Impulsen. 

Landrat Frank John unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung der gemeinsamen Anstrengung an diesem Tag: „Frühe MINT-Bildung gelingt besonders gut, wenn unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen. Unser Ziel ist es, alle Kinder von Anfang an zu stärken – neugierig und selbstbewusst.“

Praxisimpulse für den Kita-Alltag

An Praxisinseln wurden konkrete Materialien und Geräte vorgestellt, die das Medienzentrum+ (MZ+) des Saarpfalz-Kreises für die medienpädagogische Arbeit an Fachkräfte im Landkreis verleiht – von kindgerechten Robotern bis zur Technik für Projekte, die den Forschergeist wecken. Das MZ+ unterstützt nicht nur durch kostenlosen Verleih, sondern begleitet und berät pädagogische Fachkräfte. Mehrere Kitas nutzten zudem die Gelegenheit, eigene MINT-Projekte vorzustellen und ihre Erfahrungen miteinander zu teilen. Der kollegiale Austausch zeigte die Vielfalt gelebter MINT-Praxis – und wie sehr Einrichtungen voneinander profitieren können.

Ein weiterer Baustein, war ein LEGO® Serious Play®-Workshop, in dem die Teilnehmenden, angeleitet von LEGO® Serious Play® Facilitator Karol Krzyzewski, ihre Vision einer MINT-Kita entwickelten. In den gebauten Modellen wurden Vorstellungen von einer Lernumgebung sichtbar, die Neugier fördert, unterschiedliche Zugänge ermöglicht und Mädchen wie Jungen gleichermaßen ermutigt, technische und naturwissenschaftliche Themen für sich zu entdecken.

Der regionale Netzwerktag zeigte: Wenn regionale Akteurinnen und Akteure kooperieren, entstehen tragfähige Impulse für die Praxis vor Ort. © Saarpfalz-Kreis

Schenk, Silvia
06. Mär 2026