WFG-Geschäftsführer Klaus Häusler im Ruhestand
Erfolgreiche Ära bei der Wirtschaftsförderung geht zu Ende
Wirtschaft zu fördern war für den langjährigen WFG-Geschäftsführer Klaus Häusler immer in erster Linie eine Herzensangelegenheit – genau wie sein Engagement für Menschen mit Handicaps. Für letztere hat er jetzt mehr Zeit.
Sie sind mehr als das Salz in der Suppe: Ohne ansässige Wirtschaftsunternehmen kann jede Kommune einpacken. Dass es im Landkreis Neunkirchen vergleichsweise gut um die Unternehmenslandschaft bestellt ist, geht vielfach auf die WFG zurück, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Neunkirchen mbH. Etliche Ansiedlungen und Existenzgründungen der letzten 25 Jahre resultieren aus ihrem Engagement, von den unzähligen Förderanträgen auf Zuschüsse aus verschiedenen öffentlichen Programmen ganz zu schweigen. Dies wird einem eindrucksvoll bewusst, wenn man auf die dokumentierten Vorgänge und archivierten Akten in der WFG blickt: Regale voller Anträge, Broschüren, Verträge - sowie etlichen Zeitungsartikeln und Fotos, denen allen eines gemein ist: auf ihnen strahlt einem Klaus Häusler entgegen. Nach 27 Jahren scheidet der gebürtige Elversberger zur Jahresmitte aus der Geschäftsführung aus. Häusler ist gelernter Bankkaufmann und Bankbetriebswirt. Im März 1999 war er zum Geschäftsführer der neuen WFG bestellt worden. Mit ein brachte Häusler seine Erfahrungen aus der Landesbank Rheinland-Pfalz in Mainz und aus dem Großkreditbereich der Sparkasse, wo er als Firmenkundenkreditspezialist viele Jahre beschäftigt gewesen war. Bei seinen Terminen in den letzten Wochen kam mehrfach die eine oder andere Geschichte hoch: wie sich Unternehmen quasi von Kindesbeinen an zu respektablen Persönlichkeiten entwickelten, dazu manche verrückte Standort-Story, aber auch Erinnerungen an schwierige Zeiten, darunter die Finanzkrise 2008/2009 und die Pandemie ab 2020, die genau wie aktuelle geopolitische Konflikte alle mittelständischen Unternehmen vor enorme Herausforderungen stellten und stellen. „Und mittendrin die WFG als kommunale Dienstleisterin für die Betriebe in allen Branchen“, bilanziert Häusler, der viel Positives aber auch die Schattenseiten in der regionalen Wirtschaft hautnah miterlebt und mitverfolgt hat. Zu seinem beruflichen Selbstverständnis gehörte es, die Unternehmer mit ihren teilweise existenziellen Sorgen nicht allein zu lassen. Grundsätzlich unentgeltlich, umfasst das WFG Angebotspaket neben Existenzgründungs- und Fördermittelberatung sowie Standortmanagement auch die persönliche Begleitung: von der Erstkontaktaufnahme bei der Standortanfrage bis zum Bestandsunternehmen und im besten Fall, irgendwann, den Firmenjubiläen. Ein Paradebeispiel für eine gelungene Ansiedlung stellt die Firma DELFIN Deutschland GmbH dar, die seit 2016 von Merchweiler aus bundesweit agiert. Klaus Häusler vermittelte dem aus Osnabrück stammenden Unternehmen ein Grundstück im neuen Gewerbegebiet Schmitzswies/Altwies. Geschäftsführer Vincenzo Grenci erkannte die Vorteile der zentralen Lage im Dreiländereck und profitierte zugleich vom Know How Häuslers, der mit ihm zusammen den Antrag auf Investitionszuschüsse für das Ansiedlungsvorhaben ausarbeitete. Als im Jahr 2023 eine Erweiterung des Firmensitzes anstand, wendete sich Grenci erneut an die WFG. Gut beraten und unterstützt von Häusler, konnte die Delfin GmbH – erneut mit öffentlicher Förderung – erfolgreich expandieren. Einen Großteil der rund 3000 mittelständischen Unternehmen mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Neunkirchen bilden Handwerksbetriebe. Die WFG und Klaus Häusler selbst sind mit der seit über Jahren kommunizierten Kampagne „Hände hoch fürs Handwerk“ große Unterstützer des Handwerks und können auf viele Erfolge im regionalen Handwerksbereich zurückschauen. Jährlich werden auch alle neuen Jungmeister geehrt. Ein lokales Gründungsbeispiel im Handwerk, das für viele in den sieben Kommunen des Landkreises Neunkirchen steht, ist die MiRa Optik GmbH in Person von Martina Mieger und Bettina Rammo. Nach langjährigen Angestelltenverhältnissen wagten die beiden Freundinnen den Schritt in die Selbständigkeit. Zusammen übernahmen sie das Optikfachgeschäft im Erdgeschoss des Rathauses Spiesen-Elversberg. Häusler verbindet mit diesem Objekt ganz besondere Erinnerungen. Hatte er doch in der Ära Bürgermeister Kausch die Vorgängerin Heike Rautenberg mit seiner Expertise zur Selbständigkeit verholfen – seine erste begleitete Existenzgründung überhaupt. Was er damals nicht ahnte: Dass es ein Vierteljahrhundert später, mit der MiRa Geschäftseröffnung im September 2023, ein Vorzeigebeispiel für erfolgreiche Unternehmensnachfolge werden wird. Kompetent und stets Up to date, was die gesetzlichen Rahmenbedingungen anbelangt, konnte der WFG-Geschäftsführer dank seines Fach- und Praxiswissens und eines umfassenden Netzwerkes Gründungswillige bei einzelnen Schritten in die Selbständigkeit und alteingesessene Unternehmen bei allen wirtschaftlichen Fragestellungen optimal unterstützen. Bei den Neuansiedlungen betreute er eng die anstehenden Bau- und Genehmigungsverfahren und war zuverlässiger Ansprechpartner bei Förder- und Finanzierungsfragen. Doch Häuslers Engagement endete damit längst nicht. Veranstaltungsreihen wie „Wirtschaft im Gespräch“ und die KMU-Beratungsstammtische in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gewerbevereinen waren die Plattform eines zielführenden Dialoges und der vertrauensvollen Kontaktpflege mit allen Vertretern im Bereich der Wirtschaft. Die WFG war u.a. Mitinitiator und Aktivposten bei der Organisation der Neunkircher Messe bis ins Jahr 2020. Die erste Gewerbeausstellung, übrigens unter Mitwirkung der WFG, war die Ottweiler Gewerbemesse im Jahr 2000. Zuletzt wurde unter Federführung von Klaus Häusler der Wirtschaftspreis des Landkreises im Sommer 2023 ausgelobt und im November 2023 erstmalig vergeben. Im letzten Jahr seiner Geschäftsführung führte er noch grundlegende Neuerungen bei der WFG ein. Nicht nur, dass die gesamte EDV und IT des stationären Servers in ein professionelles saarländisches Rechenzentrum umzog und damit krisensicher ausgesourct wurde. Auch mit der Einführung eines umfassenden CRM-Systems legte Häusler zudem den Grundstein für ein praxisnahes Instrument, mittels dessen Standortdaten und Fakten zu Unternehmenskunden in Beziehung gebracht werden können. Die Mitwirkung am saarländischen Flächenkataster hebt das Standortmanagement der WFG auf eine professionellere Ebene – wenn man so will, die 2.0 Version des von Häusler im Jahr 2004 entwickelten Standortatlas für den Landkreis Neunkirchen.
Über die Wirtschaftförderungsgesellschaft WFG, Bliespromenade 5 in 55538 Neunkirchen können Sie sich unter wfg-nk.de informieren. © Anja Kernig

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