CSD SaarLorLux 2026
Landesregierung zum 4. Mal mit eigenem Wagen dabei
Am diesem Wochenende findet in Saarbrücken wieder der jährliche CSD SaarLorLux statt. Unter dem Motto „JA; ICH WILL INS GRUNDGESETZ! ARTIKEL 3+ JETZT!“ setzt die Veranstaltung ein starkes Zeichen für die Rechte queerer Menschen, gegen Diskriminierung und für eine vielfältige Gesellschaft. Die Landesregierung des Saarlandes ist schon zum vierten Mal in Folge mit einem eigenen Wagen bei der Parade dabei. In diesem Jahr ist das Sozialministerium außerdem mit einem Stand des Landesdemokratiezentrums auf der CSD-Meile vertreten.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger erklärt: „Das Saarland steht klar für ein Miteinander, das niemanden ausschließt. Vielfalt ist keine Randerscheinung, sondern Teil unserer demokratischen Grundordnung. Wer Menschen wegen ihrer Identität angreift, stellt sich gegen genau diese Grundwerte. Deshalb zeigen wir beim CSD sichtbar Haltung.“
„Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen ist der CSD ein deutliches Zeichen dafür, dass Menschenwürde und Respekt nicht verhandelbar sind. Die Rechte queerer Menschen gehören selbstverständlich in die Mitte unserer Gesellschaft“, erklärt Sozialminister Magnus Jung. Der CSD habe dabei nicht nur eine feierliche, sondern auch eine klar politische Bedeutung als Ausdruck von Widerstand gegen Ausgrenzung und Hass.
Auch über das CSD-Wochenende hinaus setzt sich die Landesregierung für die Rechte queerer Menschen ein. Im vergangenen Jahr wurde beispielsweise der Landesaktionsplan „Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identität akzeptieren“ fortgeschrieben. Der Landesaktionsplan umfasst 78 Maßnahmen in Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Arbeitswelt, Antidiskriminierung, Strafverfolgung und Gewaltschutz sowie Migration und Flucht. In der Fortschreibung wurden zusätzliche Themenfelder wie Pflege, Tourismus und Sport aufgenommen, um den Schutz vor Diskriminierung weiter auszubauen.
Auch auf Bundesebene engagiert sich das Saarland im Rahmen der Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz (GFMK), insbesondere zur besseren wissenschaftlichen Erfassung von Gewalt gegen queere Menschen. Die interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) „Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ begleitet die Umsetzung der Maßnahmen und sorgt für eine enge Einbindung von Zivilgesellschaft und Community.
Weiterführende Informationen
Dieses Jahr steht beim CSD SaarLorLux die politische Forderung im Mittelpunkt, Artikel 3 des Grundgesetzes um die Merkmale der sexuellen und geschlechtlichen Identität zu erweitern. Die Initiative „Artikel 3+“ fordert dabei eine ausdrückliche Ergänzung, da die Benachteiligung unter anderem wegen Geschlecht, Herkunft oder Religion zwar bereits verboten ist, sexuelle Identität jedoch bislang nicht klar im Gesetz benannt wird. Ziel dieser Forderung ist es, rechtliche Lücken zu schließen, den verfassungsrechtlichen Schutz von LSBTIQ-Personen zu stärken und Gleichstellung dauerhaft auf höchster rechtlicher Ebene zu sichern.
Der Christopher Street Day (CSD) erinnert an die Stonewall-Aufstände von 1969 in New York, die als Ausgangspunkt der modernen queeren Bürgerrechtsbewegung gelten. Heute steht der CSD weltweit für Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und den Kampf gegen Diskriminierung von LSBTIQ-Menschen. Auch im Saarland hat sich die Veranstaltung zu einem zentralen politischen und gesellschaftlichen Ereignis entwickelt, das Demonstration, Austausch und Feier miteinander verbindet.
In den vergangenen Jahren nahmen bis zu 75.000 Besucherinnen und Besucher sowie rund 10.000 Teilnehmende an der Parade teil. © Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit

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