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Jubiläum des KKV Unitas Neunkirchen


Zusammenhalt, Werte und gelebte Verantwortung


Mit einem festlichen Gottesdienst und der anschließenden Feier im Pfarrzentrum St. Johannes in Wellesweiler begann der bewegende Jubiläumstag des KKV Unitas Neunkirchen. Seit 125 Jahren steht der Verein für Zusammenhalt, Werte und gelebte Verantwortung, älter als die Stadt selbst und doch jung im Herzen seiner Mitglieder.

Es gibt Momente, in denen Geschichte nicht nur erzählt, sondern tief gefühlt wird. Das Jubiläum des KKV Unitas Neunkirchen war genau ein solcher Moment, erfüllt von Dankbarkeit, Stolz und dem Bewusstsein, Teil von etwas Größerem zu sein. Als die Worte „Kreuzschiff voraus!“ durch die Kirche St. Johannes hallten, wurde spürbar, wie sehr dieses Bild die Seele des Vereins widerspiegelt. Ein Schiff, das sich mutig auf den Weg macht, getragen von Glauben, Gemeinschaft und dem festen Willen, jede Herausforderung gemeinsam zu meistern. Der KKV Unitas ist ein Verein, der nicht im sicheren Hafen verweilt, sondern seit 1901 Kurs hält – durch ruhige Gewässer, durch Stürme, durch Zeiten des Wandels. Gegründet wurde er zu einer Zeit, als Neunkirchen noch keine Stadtrechte besaß. Und doch war da bereits eine Vision: Menschen zusammenzubringen, ihnen Raum zu geben, sich zu entwickeln, zu wachsen, Verantwortung zu übernehmen. Ludwig Lehnen, der Gründer, war ein Mann, der wusste, wie wichtig Gemeinschaft ist. Als Redakteur, als Bankmitbegründer, als Gestalter des öffentlichen Lebens erkannte er früh, dass ein Verein mehr sein kann als ein Zusammenschluss, er kann ein Zuhause sein. „Ehrlich im Handel, christlich im Wandel“ – dieses Motto, seit 1922 auf der Vereinsfahne verewigt, ist bis heute ein Versprechen. Ein Versprechen, das nicht nur Worte trägt, sondern gelebte Haltung. Der KKV Unitas hat sich im Laufe der Jahrzehnte geöffnet, weiterentwickelt, modernisiert. Heute ist er ein Ort, an dem Menschen unabhängig von ihrer Konfession willkommen sind, solange sie die christlichen Werte als Grundlage ihres Handelns anerkennen. Diese Offenheit ist kein Verlust, sondern ein Gewinn. Sie zeigt, dass Werte nicht ausschließen, sondern verbinden können. 118 Mitglieder tragen den Verein heute – nicht durch Titel, sondern durch Herz. Seit 2010 gibt es keinen Vorsitzenden mehr, doch es gibt Menschen, die Verantwortung übernehmen, die gestalten, die den Verein lebendig halten. Sie erinnern sich an Tanzveranstaltungen im Hüttencasino, an Herbst- und Maskenbälle, an Studienreisen, an Vorträge, an Besichtigungen, an Neujahrsempfänge, die einst Pionierarbeit waren. Diese Erinnerungen sind Schätze, die niemand nehmen kann. Sie sind Teil der Identität des Vereins, Teil seiner Geschichte, Teil seiner Zukunft. Doch wie viele andere Vereine steht auch der KKV Unitas vor Herausforderungen. Nachwuchs fehlt, aktive Mitglieder werden weniger, manche Veranstaltungen können nicht mehr stattfinden. Und dennoch bleibt etwas, das stärker ist als jede Schwierigkeit: die Überzeugung, dass Gemeinschaft trägt.
Die KKVler pflegen bis heute Geselligkeit, feiern Weihnachten, besuchen die Kirmes, organisieren Vorträge und Besichtigungen. Sie reisen gemeinsam, tauschen sich aus, bleiben neugierig. Sie spenden jedes Jahr einen vierstelligen Betrag an gemeinnützige Organisationen. Ein Zeichen dafür, dass Verantwortung nicht nur im Wort, sondern im Tun liegt. Festredner Josef Ridders erinnerte daran, dass der Verein älter ist als die Stadt Neunkirchen selbst. Ein Gedanke, der tief berührt, denn er zeigt, wie sehr der KKV Unitas Teil der Wurzeln dieser Region ist. Er sprach davon, dass der Verein kein Ort für Zuschauer sei, sondern für Menschen, die aus ihrem Glauben heraus Verantwortung übernehmen. In Zeiten, in denen Extremismus wächst, ist diese Haltung wichtiger denn je. Sie zeigt, dass Mut und Werte keine Vergangenheit sind, sondern Gegenwart und Zukunft.
Auch die Stadt Neunkirchen würdigte den Verein: Ortsvorsteherin Jutta Bell überbrachte die offiziellen Glückwünsche und dankte den Mitgliedern für ihr jahrzehntelanges Engagement. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte die Stadt Neunkirchen ein besonderes Geschenk, das die Verbundenheit mit dem Verein unterstreicht und seine Bedeutung für das gesellschaftliche Leben hervorhebt. Ortsvorsteherin Jutta Bell überbrachte die herzlichen Glückwünsche der Stadt und würdigte die Bedeutung des Vereins für Neunkirchen. Zusätzlich finanziert der Bundesverband einen Baum, der in Neunkirchen gepflanzt werden soll – eine Eiche oder ein anderer Wunschbaum, ein Symbol für Beständigkeit, Wachstum und Hoffnung. Dieser Baum wird stehen, wachsen, Schatten spenden und erinnern: an 125 Jahre gelebte Gemeinschaft, an Menschen, die Verantwortung übernommen haben, an ein Schiff, das niemals den Kurs verloren hat. Der KKV Unitas Neunkirchen ist mehr als ein Verein. Er ist ein Stück Heimat. Ein Ort, an dem Menschen sich begegnen, sich stärken, sich weiterentwickeln. Er ist ein Beweis dafür, dass Werte nicht veralten, sondern Menschen durch Generationen tragen können. Er ist ein Zeichen dafür, dass Glaube nicht trennt, sondern verbindet. Und er ist ein Versprechen, dass auch die nächsten 125 Jahre voller Mut, Gemeinschaft und Zuversicht sein können. Denn solange Menschen bereit sind, das Schiff gemeinsam zu steuern, wird es immer weiterfahren – durch jede Zeit, durch jeden Wandel, durch jede Herausforderung.

Auch das Stadtmagazin „es Heftche“® gratuliert dem KKV Unitas zum Jubiläum und wünscht weiterhin alles Gute für das Engagement und den Zusammenhalt. se

Schenk, Silvia
23. Aug 2026