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UKS gewinnt „Welcome Star“ des Wirtschaftsministeriums

Ausgezeichnete Integration ausländischer Fachkräfte am Universitätsklinikum

Am Donnerstag, 3. April, hat Minister Jürgen Barke dem Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) den „Welcome Star“ des Saarländischen Wirtschaftsministeriums verliehen. Das UKS ist zusammen mit dem Klinikum Saarbrücken Gewinner in der Gesamtkategorie des gleichnamigen Wettbewerbs. Das UKS erhielt bei der Verleihung den „Welcome Star“ als Qualitätssiegel und wird mit einem hälftigen Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro bedacht. Die beiden Kliniken konnten die Fachjury mit den umfassenden Maßnahmen überzeugen, die für eine vorbildliche Integration ausländischer Fachkräfte sorgen.

Für Claudia Tlatempa Gonzalez war die Preisverleihung im Wirtschaftsministerium ein ganz besonderes Erlebnis. Sie ist das beste Beispiel dafür, wie die Integration ausländischer Fachkräfte gelingen kann. Im Oktober 2023 kam sie im Rahmen eines Projektes zur Gewinnung von Pflegekräften in Mexiko nach Homburg. „Mit ihrem abgeschlossenen mexikanischen Pflegestudium war sie bereits hervorragend ausgebildet. Seit Beginn arbeitet sie erfolgreich und von den Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzt in der UKS-Kinderklinik“, so UKS-Pflegedirektor Serhat Sari. Mit Praxisanleitung und weiteren Unterstützungsangeboten werden ausländische Fachkräfte wie die mexikanische Pflegerin in Homburg umfassend unterstützt und fachlich fortgebildet.

Aktuell befindet sich Claudia Tlatempa Gonzalez noch in der Anerkennung. Da aber die Prognosen gut stehen, dass sie ihre Anerkennung im Sommer schaffen wird, folgte bereits Anfang des Jahres der Familiennachzug. Ihr Sohn besucht nun ein Homburger Gymnasium und ihr Ehemann fasst ebenfalls Fuß auf dem deutschen Arbeitsmarkt – in einem Bereich, der auch händeringend nach Fachkräften sucht. Dass diese Erfolgsgeschichte gelingen konnte, dazu hat neben ihrem eigenen Engagement auch die Integrationsarbeit am Universitätsklinikum des Saarlandes wesentlich beigetragen. „Und das ist am UKS eine Gemeinschaftsleistung“, erklärt Serhat Sari.

Im Gesundheitswesen gibt es einen sehr großen Bedarf an Fach-, vor allem aber an Pflegekräften. „Daher haben wir am Universitätsklinikum des Saarlandes bereits 2019 gemeinsam mit dem Klinikum Saarbrücken unser sogenanntes Mexiko-Projekt gestartet. Es gibt dort hervorragend ausgebildete Pflegekräfte, die nicht alle im eigenen Land Arbeit finden“, erklärt UKS-Personalchef Christian Müller. „Es war klar, dass unsere Arbeit nicht aufhört, wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist – gerade dann fängt sie erst richtig an.“ Denn das UKS hat sich die Nachhaltigkeit dieses Projektes groß auf die Fahnen geschrieben: Die mexikanischen Pflegefachkräfte sollten ins Saarland kommen und hier eine neue Heimat finden.

Damit das gelingt, darum kümmern sich vor allem auch Claudia Knobloch und ihr Team. Sie begleitet die Initiative als Teamleiterin des UKS-Recruitings seit dem ersten Tag. „Wir haben bei dem Projekt von Beginn an eine sehr gute Basis. Durch die Kooperation mit den Arbeitsagenturen in Deutschland als auch in Mexiko und einigen weiteren Partnern und Unterstützern arbeiten wir im Sinne aller Beteiligten. Das schafft Vertrauen und ermöglicht verlässliche Prozesse für alle.“ Das Angebot der beiden saarländischen Kliniken ist gerade in Mexiko sehr bekannt, die Rekrutierung neuer Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Programm gelingt hervorragend. Die Prozesse der ersten Phase sind sehr gut strukturiert und haben sich etabliert.

Aber Integration umfasst mehr, als nur passende Pflegefachkräfte zu finden und sie einen Vertrag unterschreiben zu lassen. „Die Sprache ist beispielsweise ein ganz wichtiger Baustein“, so Claudia Knobloch. „Wir organisieren daher bereits in Mexiko die ersten Sprachkurse, so dass unsere neuen Kolleginnen und Kollegen direkt von Anfang an in Deutschland die Sprache verstehen und selbst sprechen können.“ Daneben informiert man in dieser zweiten Phase die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorab umfassend über ihr neues Leben und die Besonderheiten in Deutschland und kümmert sich um deren Einreise sowie alle Formalitäten. Ab dem Moment, in dem eine Pflegekraft in Deutschland aus dem Flugzeug steigt, folgen dann viele weitere Maßnahmen: u.a. Onboarding, formelle Angelegenheiten, weitere Sprachtrainings, Mentoren- und Patenprogramme, Praxisanleitung und einiges mehr. 

Die dritte Phase ist letztendlich mit die wichtigste, um die ausländischen Fachkräfte zu integrieren. Denn sie sollen in ihrem neuen Leben in Deutschland ankommen und vor allem bleiben. „Am Anfang spielt der soziale Aspekt eine wichtige Rolle. Wir veranstalten gemeinsame Events, wir vermitteln den Kontakt in Vereine und tun alles dafür, dass unsere neuen Kolleginnen und Kollegen gesellschaftlichen Anschluss finden und sich hier nicht alleine oder alleingelassen fühlen“, erklärt Claudia Knobloch. Daneben ist eine Perspektive wichtig, spätestens wenn die Anerkennung der Berufsausbildung geschafft ist und sie als vollwertige Pflegefachkräfte arbeiten dürfen. Dann steht meist der Umzug vom Wohnheim in eine größere, eigene Wohnung an. Und der Nachzug der Familie wird ein Thema: In welche Kita oder Schule kann das Kind gehen? Welche Jobs gibt es für Familienangehörige? Auch in dieser Phase gibt es viele Fragen. Neben dem Pflegedirektor, dem Personalleiter und dem Integrationsmanagement spielen Stationsleitungen mit ihren Teams eine große Rolle bei diesem Prozess. Der „Welcome Star“ sei eine Gemeinschaftsleistung, betonen alle. Dass diese Strategie nun nicht nur ausgezeichnet, sondern vor allem auch in der Praxis erfolgreich ist, zeigt das Beispiel von Claudia Tlatempa Gonzalez: Sie ist nach Deutschland gekommen, um hier zu bleiben.

Das Preisgeld wird in den Ausbau des Onboardings und der Digitalisierung der Integration investiert werden. Auch bestehen Überlegungen, dieses in Willkommens- und Teamevents, interkulturelle Trainings oder in Pre- und Onboardings zu investieren, was letztendlich allen Beschäftigten des UKS zu Gute kommen soll.

Über den Wettbewerb
In diesem Jahr hat das Wirtschaftsministerium im Saarland erstmalig den Wettbewerb „Welcome Star“ veranstaltet, an dem sich Unternehmen mit einer hohen Willkommens- und Integrationskultur beteiligen konnten. Angelehnt an die Fachkräftestrategie des Landes wurde das Augenmerk auf drei Bereiche gelegt: Die erste Phase der Anwerbung, die zweite Phase des Kommens und die dritte Phase mit Ankommen und Bleiben. Nach Entscheidung einer Fachjury bestehend aus Vertretungen der Wirtschaftskammern, der Arbeitskammer, dem Landesrat für Integration und Teilhabe, der Bundesagentur für Arbeit und dem Wirtschaftsministerium gab es am Universitätsklinikum des Saarlandes Grund zur Freude: Das UKS hat zusammen mit dem Klinikum Saarbrücken in allen drei Kategorien überzeugt und so den „Welcome Star“ in der Gesamtkategorie gewonnen. UKS und das Klinikum Saarbrücken hatten sich mit dem gemeinsamen Auslandsrekrutierungsprogramm beworben.

Mit dieser Auszeichnung „für das Unternehmen, das den gesamten Prozess von der Anwerbung bis zum langfristigen Halten am besten organisiert“ ist ein Qualitätssiegel (Willkommensstern) sowie ein Preisgeld verbunden. Die Gewinnsumme in Höhe von insgesamt 15.000 Euro wird in gleichen Teilen an die beiden Gewinner ausgezahlt. Das Preisgeld ist für den weiteren Ausbau der Strategie vorgesehen. © UKS

Schenk, Silvia
04. Apr 2025