Die vergessenen Opfer der NS-Verfolgung
Harald Hahns „Monolog mit meinem ‚asozialen‘ Großvater“ am 27. Oktober im Historischen Museum Saar
Eine Familiengeschichte, über die lange geschwiegen wurde, steht im Mittelpunkt des Theaterstücks „Monolog mit meinem ‚asozialen‘ Großvater – Ein Häftling in Buchenwald“. Der Theatermacher Harald Hahn setzt sich darin mit dem Schicksal seines Großvaters Anton Knödler auseinander, der während der NS-Zeit als sogenannter „Asozialer“ im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert war.
Am Dienstag, 27. Oktober 2026, um 18 Uhr ist das Erzähltheater im Historischen Museum Saar in Saarbrücken zu sehen. Die Veranstaltung wird von der LAG Erinnerungsarbeit Saarland initiiert und findet in Kooperation mit dem Historischen Museum Saar statt. Der Eintritt ist frei. In seinem Monolog erzählt Harald Hahn die Geschichte seines Großvaters und widmet sich zugleich einem lange verdrängten Kapitel der NS-Verfolgung. Er erzählt von Erinnerung, familiärem Schweigen und der Suche nach den Spuren eines Menschen, dessen Geschichte über Jahrzehnte kaum Beachtung fand. Dabei wird aus der persönlichen Familiengeschichte ein Blick auf eine Opfergruppe gerichtet, die in der öffentlichen Erinnerung lange wenig sichtbar war. Die Nationalsozialisten stigmatisierten und verfolgten Menschen, die sie als „asozial“ oder „Berufsverbrecher“ bezeichneten. Die Begriffe waren Teil der nationalsozialistischen Verfolgungspraxis und wurden auf sehr unterschiedliche Menschen angewandt. Viele wurden inhaftiert und in Konzentrationslager verschleppt. Nach 1945 blieb die Verfolgung dieser Menschen lange wenig beachtet. Erst 2020 erkannte der Deutsche Bundestag die als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ Verfolgten offiziell als Opfer des Nationalsozialismus an. Die Aufführung ist aus der Auseinandersetzung der LAG Erinnerungsarbeit im Saarland mit der Geschichte der Verfolgung der sogenannten „Asozialen“ hervorgegangen. Einen regionalen Bezug bildet dabei die Geschichte des Gestapo- Lagers Neue Bremm in Saarbrücken. Zahlreiche überlieferte Biografien belegen, dass auch dort Menschen inhaftiert waren, die von den Nationalsozialisten als „Asoziale“ verfolgt wurden. Monolog mit meinem ‚asozialen‘ Großvater – Ein Häftling in Buchenwald“ verbindet damit persönliche Erinnerung mit historischer Aufarbeitung und richtet den Blick auf eine lange marginalisierte Opfergruppe der NS-Verfolgung.
„Monolog mit meinem ‚asozialen‘ Großvater – Ein Häftling in Buchenwald“
Theater und Erzählung: Harald Hahn
Dienstag, 27. Oktober 2026, 18:00 Uhr
Historisches Museum Saar
Schlossplatz 15, 66119 Saarbrücken
Eintritt: frei
Anmeldung an c.gerstner@hismus.de
Die Aufführung dauert etwa 60 Minuten. Im Anschluss findet ein rund 30-minütiges
Publikumsgespräch mit Harald Hahn statt.
Harald Hahn steht im Vorfeld der Aufführung auch für Interviews zur Verfügung.
Anfragen können an c.gerstner@hismus.de gerichtet werden.

