Page 38 - Ausgabe 119 / Juli 2022
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  „Erlebe die Faszination Fliegen. Die Ge- heimnisse der Profi-Piloten.“ bietet für alle, die die Begeisterung fürs Fliegen gepackt hat, einmalige Einblicke in die Welt der Gyrocopter-Piloten - egal, ob Fußgänger, Neu-Interessent, Flugschü- ler oder Pilot.
 Der Autor Jochen Weigel beschreibt auf leicht lesbare, aber doch passend fachliche Weise Technik, Basics und Manöver rund um das Gyrocopterfliegen. Er beantwortet die gängigsten Fragen, die ihm in seiner
„Erlebe die Faszination Fliegen. Die Geheim- nisse der Profi-Piloten.“
langjährigen Laufbahn als Pilot, Fluglehrer und Ausbildungsleiter immer wieder gestellt werden und räumt mit Irrtümern und My- then auf. Wie sich der Traum vom Fliegen verwirklichen lässt, wird ebenso beleuchtet wie Erfolgsgeschichten von Flugschülern und bereits ausgebildeten Piloten und Flugleh- rern.
Warum dreht sich der Rotor?
Diese Frage ist wohl eine der elementarsten Fragen, sobald man sich etwas näher mit dem Thema Gyrocopter beschäftigt. Schauen wir zunächst mal kurz zum Vergleich in Richtung Helikopter. Beim Helikopter ist es im Grunde genommen sehr einfach (wenn auch technisch recht komplex): der Rotor wird durch den Motor angetrieben. Beim Gyrocopter besteht die unglaubliche Beson- derheit aber ja gerade darin, dass der Rotor während des Fluges NICHT durch den Mo- tor angetrieben wird! Unmöglich? Unglaub- lich, aber möglich! Beginnen wir zunächst mit dem Startvorgang: Wir rollen mit noch stehendem Rotor auf die Piste und wollen starten. Jetzt müssen wir den Rotor als erstes auf seine „Grunddrehzahl“ bringen. Dazu übertragen wir über einen speziellen Me-
Futuristisch wirkt das Design der Gyrocopter
zu drehen. Während dieses Verfahrens, des Vorrotierens, ist der Rotor angetrieben! In Abhängigkeit von der Maschine und einigen weiteren Faktoren, dauert das Vorrotieren ca. zehn bis dreißig Sekunden. Dies ist die ein- zige Phase während des gesamten Flugvor- ganges inkl. Start und Landung, in der der Rotor durch den Motor angetrieben wird! Hat der Rotor eine Drehzahl von ca. 200 Umdrehungen pro Minute erreicht, ist der Vorgang der Vorrotation beendet. Wir „kup- peln aus“, so dass keine Kraft mehr vom Mo- tor auf den Rotor übertragen wird. Der Rotor dreht sich nun einfach durch den vorhan- denen Schwung weiter, da er einfach frei drehend gelagert ist. Jetzt geben wir Gas, sodass über den Propeller im Heck Schub nach hinten erzeugt wird und bewegen uns somit vorwärts. Nach wenigen Sekunden he- ben wir ab. Sobald wird das Vorrotieren be- endet haben und losrollen, wird der Rotor stark von Luft angeströmt. Diese Luftanströ- mung treibt das gesamte Rotorsystem sowohl im Startvorgang als auch im gesamten Flug an. Im Startvorgang steigt die Rotordrehzahl auf ca. 350-450 Umdrehungen pro Minute und pendelt sich dann im Flug in Abhängig- keit der Fluglage und einiger anderer Fakto- ren immer automatisch in etwa in diesem Bereich ein. Entscheidend ist, dass die Ro- torebene immer von unten mit Luft ange- strömt wird, damit der Luftstrom den Rotor antreibt. Daher neigen wir die gesamte Ro- torebene im Startvorgang so weit wie mög- lich nach hinten, bevor wir Gas geben und Losrollen. Auch während des Fluges muss die Rotorebene immer von unten nach oben mit Luft durchströmt werden, d.h. im Ge- radeausflug ist die Rotorebene immer etwas nach hinten geneigt. Das gesamte Phäno- men des sich nur durch die Luftanströmung drehenden Rotors bezeichnet man als Auto- rotation. Lassen wir den Gyrocopter in der
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Luft auf der Stelle „stehen“ und senkrecht sinken, sprechen wir von senkrechter Auto- rotation. Auch in der Natur gibt es Autoro- tation, beispielsweise bei einem sich dre- henden und langsam zu Boden sinkenden Ahornsamen. Diese Autorotation ist das ele- mentare Grundprinzip des Gyrocopters und der absolut wesentliche Unterschied zum Helikopter. Die Rotordrehzahl kann beim Gyrocopter nicht vom Piloten „geregelt“ werden, der Rotor pendelt sich je nach Flug-
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lage, Geschwindigkeit, Zuladung etc. immer auf die „passende“ Drehzahl ein. Rein phy- sikalisch betrachtet wirken am Rotor antrei- bende und bremsende Kräfte, die in der Summe für die jeweilige Rotordrehzahl sor- gen. „Nebenbei“ bemerkt ersetzt das Rotor- system im Vergleich zum herkömmlichen Flächenflugzeug die Tragfläche und sorgt für den Auftrieb, der uns ja erst das Fliegen er- möglicht. Interessant ist vor allem auch, was die Autorotation im Detail für einen Motor- ausfall oder auch für die Vergleichsbetrach- tung mit dem Helikopter bedeutet.
chanismus Drehzahl vom hinteren Schub- propeller auf den oberen Rotor. Über eine Art Kupplung beginnt Stück für Stück die Kraftübertragung und der Rotor beginnt sich
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