Zeitgeschichtet Barbara Nitsche ∙ Karin Borscheid ∙ CYCART
Ausstellungseröffnung am Sonntag 18.01.2026 um 16 Uhr
Die Ausstellung „Zeitgeschichtet“ vereint drei künstlerische Positionen, die sich mit Vergänglichkeit, Transformation und den Spuren von Zeit auseinandersetzen. Material, Oberfläche und Prozess stehen dabei im Mittelpunkt.
Barbara Nitsches Arbeiten entstehen aus einer tiefen Verbundenheit zur Natur. Intuitiv entwickelte Bildwelten, vielschichtige und fragile Oberflächen sowie bewusst zugelassene Zufälle verleihen ihren Werken eine eigene energetische Sprache – als Momentaufnahmen innerer Zustände und Spiegel menschlicher Verletzlichkeit. Karin Borscheid arbeitet im Bereich der intuitiven Prozessmalerei mit selbst angerührten Farben aus natürlichen Pigmenten und traditionellen Bindemitteln. Ihre Werke entstehen im Zustand des offenen Wahrnehmens
und thematisieren Verfall, Wandel und Wiedererstehung als Grundprinzipien des Lebendigen.
CYCART ergänzt die Ausstellung um eine Position, die Zeit als Schichtung begreift. Überlagerungen, Materialspuren und Verdichtungen machen Prozesse des Werdens sichtbar.
„Zeitgeschichtet“ lädt dazu ein, Kunst als lebendigen Prozess zu erfahren – jenseits des schnellen Blicks, nah an Natur, Material und innerer Bewegung.
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raum.klang.rhythmus Skulpturen von Christian H. Friederichs
Die Skulpturen von Christian H. Friederichs entstehen aus einem Zusammenspiel von Musik, Poesie, Natur und Lebenserfahrung. Stein und Holz werden zu Resonanzkörpern, in denen sich innere Bewegung und äußere Form begegnen. Seine Arbeiten öffnen einen Raum des Lauschens – für das Material, für den Moment und für das eigene Empfinden. Jede Skulptur bewahrt eine innere Harmonie. Linien, Volumen und Zwischenräume stehen in einem fein abgestimmten Verhältnis. Lieder und poetische Texte begleiten den Entstehungsprozess und prägen einen Rhythmus, der sich in überraschenden Wendungen und stillen Spannungen entfaltet. Eine Liedzeile kann dabei zur Essenz einer Arbeit werden. Der Raum um die Skulptur wird Teil der Erfahrung: Er beginnt mitzuschwingen, lädt zur Zwiesprache ein und erweitert die Wahrnehmung über das Sichtbare hinaus. So entstehen reduzierte, vielschichtige und zeitlose Arbeiten von konzentrierter Nähe – Skulpturen, die im Geflecht von Raum und Zeit berühren.
Wunderkammer organischen Abläufe der Natur Petra Jung
Die Ausstellung „Wunderkammer“ widmet sich organischen Prozessen von Werden und Vergehen. Im Mittelpunkt stehen Hüllen, Relikte und Überreste, die Transformation, Vergänglichkeit und das verborgene Potenzial des Lebendigen sichtbar machen. Durch die Fremdbesetzung natürlicher Formen mit Federn, Dornen, Stacheln oder Samen entstehen ambivalente Objekte zwischen Schutz und Gefahr, Schönheit und Abwehr. Ein zentrales Projekt der Ausstellung geht auf eine aufgelöste Sammlung zurück: Köpfe männlicher Hirschkäfer werden mit fantasierten Körpern aus gesammelten Naturmaterialien ergänzt. So entsteht eine surreal anmutende Formation zwischen Macht und Ohnmacht, Leben und Stillstand. Ergänzende Zeichnungen und Objekte verbinden Relikte unterschiedlicher Lebewesen zu neuen, poetisch-düsteren Bildfindungen. „Wunderkammer“ lädt dazu ein, Natur als fortwährenden Prozess des Wandels neu zu betrachten.
Poesie der Farben Peter Schmidt
Peter Schmidt begegnet der Kunst mit wacher Neugier und offenem Blick. Seine Arbeiten entstehen im intensiven Dialog mit Material, Struktur und Farbe – stets getragen von der Suche nach dem Unvorhersehbaren. Klassische und unkonventionelle Elemente verbindet er unerschrocken zu vielschichtigen Bildoberflächen: Strukturpasten, Sand, Erde, Stoff- und
Papierfragmente, Metallfolien und Fundstücke fügen sich zu eigenwilligen Kompositionen. Die Werke erinnern an poetische Landschaften – rau, geheimnisvoll und von einer stillen inneren Ruhe durchzogen. Farbe wird dabei nicht nur aufgetragen, sondern geschichtet, gekratzt, gespachtelt und gedruckt. Jede Spur bleibt sichtbar und wird zum Zeugnis einer unmittelbaren Begegnung zwischen Intuition und Material. Der Schaffensprozess von Peter Schmidt ist konzentriert und meditativ. Nicht der schnelle Effekt steht im Vordergrund, sondern das Wesentliche, das sich erst im geduldigen Arbeiten offenbart. Neben neuen experimentell-
abstrakten Materialbildserien entwickelt der Künstler Arbeiten, in denen abstrakte Bildräume mit menschlichen Figuren verschmelzen. Seine Werke finden national wie international große Beachtung.
Karin Glatz – Naturstudium und Imagination
Karin Glatz blickt auf ein über vier Jahrzehnte gewachsenes, vielseitiges künstlerisches Werk zurück. In autodidaktischer Arbeit und durch zahlreiche Kunstkurse hat sie sich kontinuierlich mit unterschiedlichsten Techniken auseinandergesetzt und diese zu einer eigenständigen Handschrift verbunden. Ihr Œuvre umfasst Tierdarstellungen aus Ton und Metall ebenso wie Pflanzen- und Insektenmotive auf Porzellan, in Seidenmalerei und in der Holzbrandtechnik. Seit 2006 bildet die Radierung einen zentralen Schwerpunkt ihrer Arbeit. In der eigenen Werkstatt experimentiert Glatz mit dem Medium, kombiniert die Drucke häufig mit Aquarell und Siebdruck und erweitert so die klassische Technik um malerische und grafische Ebenen. In der aktuellen Ausstellung wird der Spannungsbogen ihres Schaffens besonders deutlich: Präzise, naturalistische Darstellungen von Reptilien, Insekten und Vögeln, die auf intensiven Tierstudien beruhen, treffen auf phantastische Elemente und verschmelzen zu surreal anmutenden Wesen. Natur und Phantasie gehen eine enge Verbindung ein und laden zum genauen Hinsehen ein – ganz im Sinne eines früheren Ausstellungstitels, der ihre Kunst treffend beschreibt: „Mit einem Blick fürs Kleine und Liebe zum Detail.“
Ausstellung & Besuch
Die Ausstellung wird am Sonntag 18.01.2026 16 Uhr in der galerie m beck, Am Schwedenhof 4, eröffnet.
Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten:
DI–DO 11–18 Uhr, FR 11–14 Uhr sowie jederzeit nach Vereinbarung.
Adresse:
Historischer Schwedenhof (gegenüber dem Römermuseum)
Am Schwedenhof 4
66424 Homburg-Schwarzenacker

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