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Nachmittagsangebot an der Förderschule am Webersberg gestartet

Modellprojekt nach § 9 Abs. 6 SBEBG stärkt Kooperation und entlastet Familien

Das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, der Saarpfalz-Kreis und das CJD Homburg (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands) starteten gemeinsam ein neues Nachmittagsangebot an der Förderschule am Webersberg in Homburg. 

Die Nachmittagsbetreuung wurde als Modellprojekt nach § 9 Abs. 6 des Saarländischen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsgesetzes (SBEBG) umgesetzt. Der operative Start des Angebots erfolgte am 1. Dezember 2025.

Die offizielle Eröffnung fand am 15. Januar 2026 an der Schule am Webersberg statt. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Staatssekretärin Jessica Heide, der Erste Kreisbeigeordnete des Saarpfalz-Kreises, Markus Schaller, und der Fachbereichsleiter Elementarpädagogik & Familienbildung des CJD Homburg Tobias Verburg teil. Mit dem neuen Angebot wird erstmals eine verlässliche und strukturierte Betreuung über den Unterricht hinaus an dieser Förderschule realisiert.

Kooperation und Beschlusslage 

Grundlage der Kooperation war ein einstimmiger Beschluss des Kreistages des Saarpfalz-Kreises am 2. Juli des vergangenen Jahres. Auf dieser Basis wurden die konkreten Verhandlungen aufgenommen. Diese waren anspruchsvoll und sind teilweise noch nicht abgeschlossen, verliefen jedoch durchweg konstruktiv und lösungsorientiert. Ziel aller Beteiligten war und ist eine verlässliche Nachmittagsbetreuung für die Schülerinnen und Schüler der Förderschule am Webersberg.

Mehr Entlastung und zusätzliche Förderung

Mit dem Nachmittagsangebot wird die Betreuungssituation für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf deutlich verbessert. Familien erfahren eine spürbare Entlastung im Alltag, während die Kinder zusätzliche Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten in einem strukturierten Umfeld erhalten. Das Angebot ergänzt die bereits im Sommer 2025 gestartete Integrationshilfe und schafft damit erstmals ein ganzheitliches Unterstützungsangebot an der Schule am Webersberg.

Rechtlicher Rahmen: § 9 Abs. 6 SBEBG

§ 9 Abs. 6 des Saarländischen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsgesetzes ermöglicht es dem Land, gemeinsam mit Schulträgern und freien Trägern Betreuungsangebote über den Unterricht hinaus auch an Förderschulen als Modellprojekte umzusetzen. Ziel ist es, bedarfsgerechte, flexible Lösungen zu erproben und weiterzuentwickeln, insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf.

Statements der beteiligten Institutionen

Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide: „Die Förderschulen in unserem Land sind ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Bildungssystems. Sie stehen für die feste Überzeugung, dass jedes Kind – unabhängig von seinen individuellen Voraussetzungen – ein Recht auf bestmögliche Bildung und Förderung hat. Gerade für Familien von Kindern mit besonderem Förderbedarf ist eine verlässliche Nachmittagsbetreuung kein Zusatzangebot, sondern eine grundlegende Voraussetzung für Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Unser Anspruch ist klar: Auch Schülerinnen und Schüler an Förderschulen sollen Zugang zu passgenauen Ganztagsangeboten haben, die ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigen. Das Modellprojekt am Webersberg zeigt, dass solche Lösungen nur im engen Schulterschluss aller Beteiligten gelingen. Mein Dank gilt daher dem Saarpfalz-Kreis und dem CJD für die konstruktive Zusammenarbeit und das gemeinsame Engagement für die Familien vor Ort.“

Erster Kreisbeigeordneter des Saarpfalz-Kreises Markus Schaller: 
„Wir beschreiten mit dieser Kooperation zur Nachmittagsbetreuung als Modellprojekt einen neuen Weg, den es sich zu gehen lohnt, denn wir sprechen von einem notwendigen Baustein in unserer inklusiven Bildungskultur. Mit zusätzlicher Zeit und zusätzlichem Raum für mehr Lernen und Wohlbefinden wird die Selbständigkeit, die Teilhabe und die Lebensqualität der Schülerinnen und Schülern gefördert und dadurch ihr gesamtes Familienleben unterstützt. Das ist das Ziel dieser Kooperation, und ich wünsche allen Beteiligten von Herzen viel Erfolg.“

Tobias Verburg, Fachbereichsleiter Elementarpädagogik & Familienbildung, CJD:
Zum 01. Dezember 2025 ist die Nachmittagsbetreuung an der Schule am Webersberg erfolgreich gestartet. Zunächst mit einer Gruppe, wird das Angebot bis zum Sommer schrittweise auf 2,5 Gruppen mit insgesamt rund 20 Kindern ausgebaut. Bereits in den ersten Wochen zeigt sich: Der Start ist sehr gelungen. Die Kinder haben sich schnell in der neuen Umgebung zurechtgefunden, sind gut angekommen und fühlen sich sichtbar wohl. Trotz der organisatorischen Komplexität, bei der viele Abläufe und Beteiligte ineinandergreifen müssen, hat der Aufbau des Angebots dank der engen und verlässlichen Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure sehr gut funktioniert. Die Verantwortlichen blicken daher sehr zuversichtlich auf die kommenden Monate und hoffen, dass die Nachmittagsbetreuung weiterhin stark angenommen und kontinuierlich ausgebaut werden kann.

Hintergrund

Die Schule am Webersberg ist eine Förderschule für Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem Förderbedarf in der körperlichen und motorischen Entwicklung. Durch spezialisierte Fachkräfte sowie eine besondere räumliche und sächliche Ausstattung bietet die Schule eine ganzheitliche und individuelle Bildung und Betreuung.

Derzeit besuchen 162 Schülerinnen und Schüler aus vier Landkreisen die Schule:
68 aus dem Saarpfalz-Kreis (42 Prozent),
71 aus dem Landkreis Neunkirchen (44 Prozent),
10 aus dem Regionalverband Saarbrücken (6 Prozent) und
13 aus dem Landkreis St. Wendel (8 Prozent). © Barbara Hartmann

Schenk, Silvia
18. Jan 2026