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Die Blies, einst unser schwarzes Flüsschen

Teil 4 von Jürgen Cornely

Ende des 19. Jahrhunderts war die Verwaltung überzeugt: Die Probleme können nur durch die Begradigung des Flusses und eine dadurch erhöhte Fließgeschwindigkeit gelöst werden. So begann man 1899 mit der „Correktion der Blies unterhalb des Ortes Neunkirchen“.

In einem Erläuterungsbericht ist zu lesen: „Der durch diese periodisch auftretenden Überschwemmungen angerichtete Schaden ist ganz erheblich, nicht bloß durch Beschädigung und Vernichtung der Ernten, sondern weil das nahe am Orte gelegene ohne die Überschwemmungsgefahren zu Bauplätzen etc. sich vorzüglich eignende Gelände nicht bebaut werden kann. Außerdem sind die bei heißer Jahreszeit eintretenden Überschwemmungen in gesundheitlicher Beziehung äußerst gefährlich, weil der hierbei vom Wasserlauf mitgerissene Schlamm aus dem Ort und den industriellen Werken…sich im ganzen Tal ablagert und sehr üble Dünste über die angrenzenden Ortsteile verbreitet.“10

Man begann mit dem Abschnitt zwischen der heutigen Brückenstraße und der Prinz-Heinrich-Straße, der heutigen Willi-Graf-Straße. Der Flusslauf wurde dabei von 1600 m auf 1200 m verkürzt. Man verlegte das Flussbett nahe an das so genannte Hochgestade zum Südufer hin. Wie eine solche Maßnahme um die damalige Jahrhundertwende im Einzelnen ablief – noch ohne Einsatz von Maschinen – darüber konnte ich im Gegensatz zu den späteren Arbeiten an der Blies nichts herausfinden.(Abb.10) Die Planungen sahen vor: „… pro lfd. m Bachbett 94,18 m3 Boden auszuheben, zu transportieren und in die Dämme und in das alte Bachbett einzubauen, Sohlen- und Böschungspflaster herzustellen von 25 cm Stärke sowie Rasen abzuheben und anzudecken.“11 In der Festschrift zur 50-Jahrfeier des Realgymnasiums Neunkirchen-Saar wird aus der Neunkircher Geschichte berichtet: „1901 wurde die Blies zum ersten Male reguliert und die 2. Brücke gebaut. Unsere Jugend weiß nicht, dass der heimatliche Fluss vordem seine schwarzen Fluten unterhalb der 2. Brücke über den Fußballplatz bis zur Schillerstraße wälzte und dann zurückkehrte an die Stelle, wo 1909 die Betonbrücke gebaut wurde.12 Mit der Verlegung nach Süden hin blieb zur Nordseite hin eine Landschaft auf Flussniveau, die erst bebaut werden konnte, nachdem sie durch große Erdbewegungen aufgeschüttet worden war. Besonders deutlich lässt sich das erkennen, nachdem das Eisenwerk die Beamtenwohnungen in der Goethestraße hatte bauen lassen. Die Leute sprachen scherzhaft von „Neu-Helgoland“.(Abb.11) Das Nordufer musste aufwändig angeböscht werden, wie man auf einem Foto des Platzes vor dem Bachschulhaus erkennen kann.(Abb.12) Meist wird nur von einer Begradigung gesprochen, aber es handelte sich bei dieser Regulierung auch um eine Veränderung des so genannten Querprofils. Wie bereits erwähnt verfolgte man mit der Regulierung der Blies – neben der Aussicht auf eine Beseitigung der schlimmsten genannten Missstände – die Lösung eines drängenden Problems der rasant wachsenden Gemeinde: die Erschließung neuer Baugrundstücke. Über Nord- und Südufer plante man die Anlage eines Straßennetzes. Das wäre so an den Ufern einer serpentinenartig dahinfließenden Blies nicht möglich gewesen. Zur vollständigen Umsetzung des Plans kam es zwar nicht, denn nicht alle Straßen wurden tatsächlich so gebaut (z. B. Arndtstraße, Körnerstraße), die Goethestraße und die Schillerstraße wurden nicht über die Mozartstraße hinaus verlängert, aber der Gedanke, die neuen Straßen nach Dichtern (Richtung parallel zur Blies) und nach Komponisten (auf die Blies zulaufend) zu benennen, wurde dauerhaft umgesetzt. Kleinere Korrekturen im Rahmen der Verwaltungsreform behielten dieses Prinzip bei (Schillerstraße/Kleiststraße oder Beethovenstraße/Lisztstraße). Im Rahmen der Bliesregulierung mussten natürlich viele Grundstücke umgelegt bzw. von der Gemeinde angekauft werden. Das führte zu Rechtsstreitigkeiten und kostete Zeit.

Quellennachweis: 10: Unterlagen Bauamt Neunkirchen 1899 bzw. 1902.

11: Bauamt Neunkirchen 1899 bzw. 1902

12: Festschrift Realgymnasium 1925, S.23f.

 

Im März-Vortrag erzählt uns Friedrich Denne, Vorsitzender des VLS, etwas über „Genealogie – Familienkunde“, was es damit auf sich hat und über die Vorgehensweise in der Familienforschung. Mittwoch, den 4. März  2026. Beginn 19 Uhr VHS-Gebäude, Marienstr. 2., Neunkirchen. Nichtmitglieder zahlen 3€, Gäste sind willkommen.

Schenk, Silvia
22. Feb 2026

Serie: Historischer Verein Stadt Neunkirchen e.V.
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