Fachveranstaltung
Digitale Medien und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Im Saarrondo fand die Fachveranstaltung „Digitale Medien und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ statt.
Digitale Medien sind in den letzten 15 Jahren integraler Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen geworden. Soziale Netzwerke strukturieren Kommunikationsprozesse, Identitätsentwicklung und soziale Zugehörigkeit. Die Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen wird derzeit bundesweit intensiv in Politik, Fachpraxis und Öffentlichkeit diskutiert und gewinnt zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung. Vor diesem Hintergrund veranstaltete das Sozialministerium in Kooperation mit dem Bildungsministerium eine Fachveranstaltung, die sich mit den Fragen der Auswirkung von digitalen Medien auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auseinandergesetzt hat. Kinder- und Jugendminister Magnus Jung betont: „Digitale Medien gehören mittlerweile zum Alltag. Entscheidend ist deshalb nicht ein pauschales Verbot, sondern eine verantwortungsvolle, altersgerechte Nutzung. Frühe Kindheit braucht bildschirmfreie Räume, später sind Begleitung und Medienbildung zentral. Soziale Medien müssen gesondert betrachtet werden: Dort treffen Kinder und Jugendliche auf kommerzielle Interessen, manipulative Mechanismen und erhebliche Risiken. Deshalb sind klare Regulierungen, wirksame Altersstandards und eine konsequente Umsetzung des europäischen Jugendmedienschutzes notwendig.“ Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot erklärt: „Kinder und Jugendliche wachsen heute ganz selbstverständlich mit sozialen Medien auf. Gleichzeitig erleben viele junge Menschen dort Druck, Vergleiche und permanente Erreichbarkeit – und das kann sich auch auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit auswirken. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen zuzuhören, ihre Erfahrungen ernst zu nehmen und sie an der Gestaltung digitaler Räume zu beteiligen. Medienkompetenz, Orientierung und ein verantwortungsvoller Umgang miteinander spielen dabei eine zentrale Rolle. Deshalb fördern wir Medienbildung im Saarland von Anfang an verbindlich und stärken Kinder und Jugendliche darin, sich sicher, kritisch und selbstbestimmt in digitalen Räumen zu bewegen." Neben einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Eva Möhler zur Thematik, gab es bei der Fachveranstaltung auch ein Fachgespräch mit Minister Jung, Ministerin Streicher-Clivot, dem Kinderschutzbeauftragten Kai Fisch sowie der Vorsitzenden des Landesjugendrings Hannah Meuler.
Darüber hinaus hat das Sozialministerium gemeinsam mit der Landesmedienanstalt, dem Kompetenzzentrum Kinderschutz sowie den Koordinatorinnen und Koordinatoren der Frühen Hilfen neue Informationsmaterialien zur Mediennutzung bei Kindern für Eltern und Fachkräfte entwickelt. Ein zentraler Bestandteil ist hier der neue Flyer „Nähe statt Bildschirm“, der Eltern verständlich in einfacher Sprache und ohne belehrenden Ton Orientierung bietet. Er regt dazu an, die Mediennutzung im Kleinkindalter möglichst gering zu halten und zugleich das eigene Medienverhalten kritisch zu reflektieren.
Begleitend zu den Materialien werden im September Schulungen für Fachkräfte angeboten, die sie im Umgang mit dem Thema im Kontakt mit Familien stärken sollen. Insgesamt soll so ein bewusster und altersgerechter Medienumgang von Anfang an gefördert werden.
Die Materialien stehen ab sofort Fachkräften und interessierten Eltern unter www.saarland.de/bildschirmfrei zur Verfügung. © Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit

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