Vortrag im Junkershaus
„Geschichte der Verfolgung der Zeugen Jehovas in der NS – Zeit“
Der Wellesweiler Arbeitskreis für Geschichte, Landeskunde und Volkskultur e.V. in Zusammenarbeit mit der Aleksandra-Stiftung zur Förderung der Westricher Geschichtsforschung lädt zu einem Vortrag von Edwin Buchmann und Franz Josef Schäfer zum Thema „Geschichte der Verfolgung der Zeugen Jehovas in der NS – Zeit“ ein.
Die Verfolgung der Zeugen Jehovas wurde erst spät von der Geschichtsforschung aufgearbeitet. Edwin Buchmann, Heusweiler, und Franz Josef Schäfer, Illingen, haben sich drei Jahre lang mit der Situation der Glaubensgemeinschaft im Saarland befasst. Im Sommer 2025 veröffentlichen sie eine Monografie im Saarbrücker Blattlaus Verlag mit einem Geleitwort von Wolfgang Benz.
Am 9. April 2025 stellen sie die Anfänge der „Ernsten Bibelforscher“ – so die ursprüngliche Bezeichnung – im Saargebiet vor sowie das Ausmaß der Verfolgung ihrer Anhänger während der NS-Zeit. Im Zentrum des Vortrages stehen ausgewählte Biografien von verfolgten Saarländerinnen und Saarländern, die zum Teil zu hohen Haftstrafen in Zuchthäusern oder Konzentrationslager verurteilt wurden.
Besonders heimgesucht war die Neunkirchener Familie Weinen. Die Eheleute Ferdinand und Josefine Weinen waren von 1940 bis 1945 in Konzentrationslagern inhaftiert. Das Sorgerecht für ihre drei Kinder wurde ihnen entzogen. Ihr ältester Sohn, der Bäckergeselle Rolf Weinen, verweigerte 1942 aus Glaubensgründen den Kriegsdienst, woraufhin der Achtzehnjährige am 15. Dezember 1942 vom Reichskriegsgericht in Berlin zum Tode verurteilt und am 27. Januar 1943 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet wurde.
Am Mittwoch, 09.04.2025, 19.00 Uhr im historischen Junkerhaus, Eisenbahnstr. 22, Wellesweiler. Von Nichtmitgliedern werden 5 EURO Eintritt erbeten. © WAG