Lungenkrebszentrum an zwei Standorten
UKS und CKS wollen an Lungenkrebs erkrankte Menschen gemeinsam auf höchstem medizinischem Niveau versorgen
Das CaritasKlinikum Saarbrücken (CKS) und das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg bündeln ab sofort in einem gemeinsamen Lungenkrebszentrum ihre Kompetenzen, um die Versorgung der Tumorpatientinnen und -patienten saarlandweit zu verbessern.
Lungenkrebs zählt weltweit zu den häufigsten und potentiell tödlichsten Tumorerkrankungen. Im Saarland erkranken aktuell über 1000 Menschen jährlich neu an Lungenkrebs. Eine Früherkennung und die richtige Therapie können die Überlebenschancen erheblich steigern. Dazu empfiehlt die saarländische Krebsgesellschaft explizit die Behandlung in zertifizierten Krebszentren, bei denen von externen Prüfern regelmäßig die Behandlung entlang neuester Leitlinien und die Einhaltung von Qualitätsstandards kontrolliert wird. „Gerade im Bereich der Onkologie trägt die Zentrenbildung nachweislich zu einer verbesserten Patientenversorgung bei. Studien belegen, dass bei Patientinnen und Patienten, die in Zentren behandelt werden, die Lebenserwartung höher ist als in Krankenhäusern ohne diese geprüften Prozesse“, erklärt Margret Reiter, Ärztliche Direktorin des CaritasKlinikums Saarbrücken. „Mit dem gemeinsamen Lungenkrebszentrum von UKS und CKS schließen sich zwei von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Onkologische Zentren zusammen. Dabei soll die gemeinsame ausgezeichnete Expertise noch ausgebaut und gleichzeitig die wohnraumnahe Versorgung weiter gewährleistet werden.“ Am UKS war im Jahr 2017 ein Universitäts-Lungenkrebszentrum etabliert worden. Dort arbeiten hochspezialisierte Expertinnen und Experten aus Pneumologie, Onkologie, Thoraxchirurgie, Strahlentherapie, Pathologie, Radiologie und Nuklearmedizin eng zusammen, um in wöchentlichen Tumorkonferenzen die bestmögliche Behandlungsstrategie für die Patientinnen und Patienten zu finden und neue Ansätze zur Behandlung von Lungenkrebs zu entwickeln. „Es ist unser Anspruch, möglichst vielen Patientinnen und Patienten einen Zugang zu neusten Therapieoptionen zu ermöglichen, unter anderem durch die Teilnahme an klinischen Studien, in denen neue Behandlungskonzepte oder neue Medikamente geprüft werden“, erklärt Prof. Dr. Michael Zemlin, kommissarischer Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKS. „Durch die enge Zusammenarbeit mit dem CaritasKlinikum Saarbrücken im gemeinsamen Lungenkrebszentrum verbessern wir die Versorgung saarlandweit und machen universitäre Spitzenmedizin noch besser zugänglich für die Menschen im Saarland.“ Ab sofort werden dazu Medizinerinnen und Mediziner beider Kliniken noch stärker kooperieren, sich zu konkreten Fällen austauschen und auch bei der Behandlung eng zusammenarbeiten. Dies kann beispielsweise bedeuten, dass ein Patient mit Wohnsitz in Saarbrücken für eine komplizierte Tumorentfernung zeitweise nach Homburg kommt, wo die minimalinvasive Operation von erfahrenen Medizinern beider Kliniken mithilfe eines OP-Roboters und auf Basis einer von Künstlicher Intelligenz erstellten 3D-Planung durchgeführt wird. Nach der OP kann die weitere Versorgung dann wieder wohnortnah in Saarbrücken erfolgen. Der weitere Verlauf wird von Experten beider Kliniken beobachtet und besprochen. „Aus pneumologischer Sicht bietet die gemeinsame Struktur die große Chance, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs noch enger zu vernetzen. Gerade bei komplexen pulmonal-onkologischen Erkrankungen sind eine präzise Diagnostik und eine enge interdisziplinäre Abstimmung entscheidend für die weitere Therapieplanung“, erklärt Dr. Constantin Marcu, Chefarzt der Klinik für Pneumologie am CKS. „Durch die Bündelung der Expertise beider Standorte können wir unsere diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten weiterentwickeln und gleichzeitig die wohnortnahe Betreuung unserer Patientinnen und Patienten sicherstellen. Unser Ziel ist es, moderne pneumologische und onkologische Medizin auf hohem Qualitätsniveau anzubieten und dabei die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen.“ „Ressourcen zu bündeln und Synergien zu nutzen, ist aktuell vielerorts das Gebot der Stunde. Wir sehen darin in erster Linie eine Chance und einen großen Vorteil für die Patientinnen und Patienten. Denn wir rechnen damit, dass die Fallzahlen in unserem gemeinsamen Lungenkrebszentrum deutlich steigen werden. Das ist eine gute Nachricht, denn hohe Fallzahlen bedeuten in erster Linie auch mehr Erfahrung, mehr Routine und damit vor allem mehr Qualität. Und in der folgerichtigen Konsequenz ein geringeres Komplikationsrisiko und niedrigere Sterblichkeitsraten“, erklärt Prof. Dr. Robert Bals, Direktor der Klinik für Innere Medizin V am UKS. „Die hohe Qualität wurde beiden Standorten in der Vergangenheit bereits über Zertifizierungen der Deutschen Krebsgesellschaft bestätigt. Auch unser neues, gemeinsames Lungenkrebszentrum soll spätestens im kommenden Frühjahr zertifiziert sein. Den entsprechenden Prozess haben wir bereits angestoßen.“
Der Zertifizierungsprozess wurde gestartet und soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 erfolgreich abgeschlossen werden. © UKS



