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hier Betreiber. Später hieß es „Street Life“, heute „Kuba“ (K. Arndt). Es folgte Richtung Stadtmitte der ehemalige „Stammtisch“ (Ruf- fing W.), heute „Zum Iwan“ . D. Wachs ließ mit seinen Freunden jahrelang die „Beddschbacher Kerb“ vom Billard-Cafe-Bi- stro aus hochleben (heute Praxis Dr. Meh- nert).
Die Cafés in der Bahnhofstraße waren Peter Betz, Hausnummer 6, gefolgt von den bei-
Ein Postkarte vom Hotel-Café-Restaurant Bender
den Häusern Nieder-Zintel (Zintels Lina)“ (Jul. Wieser, E. Demerath) und Hau, auch „Café Näwedraan“ genannt; in den frühen 80er Jahren eröffnete im Untergeschoss die Disko „Butterfly“, später „La Belle“ (Karin + Bernd Hau), heute Steakhaus Kettner. Im jetzigen Tattoo-Studio wurde von Hans Coll- not ein weiteres Cafe betrieben. Am Aloys- Nesseler-Platz gab es ebenfalls zwei Loka- litäten, das „Cafe am Markt“ (Burg Eva) und das erst kürzlich geschlossene „Kroko“ (Ni- cole Opitz) mit schönem Außenbereich.
In der oberen Hauptstraße betrieb Bäcker Omlor auch ein Cafe, nach dessen frühen Tod eröffnete hier die „Christine“ (Hofmann). Einige Häuser darunter befand sich „Harys Wirtschaft“ (Grünewald, Weis, Saki, Hobbe, heute: Murmels), gefolgt an der Ecke Rat- haus/Uhlandstraße vom Café und der spä- teren „Deutschen Weinstube Blaue Maus“
(Alfons Nieder, Didion, Schlosser), sowie neben dem Rathaus „Benders Wirtschaft“ (1831 erster Wirt Jak. Wagner II, seit 1841 Adam Bender, vorher Müller der Rothmüh-
le,) mit Hotel und Kinosaal, ab 1970 unter Ebel Carola und Karl als Restaurant und Ho- tel betrieben (heute indische Spezialitäten). Jakob Wagner führte hier bereits im Jahre 1831 eine Gastwirtschaft mit Brennerei. Un- terhalb des Bürgermeisteramts folgten „Gant- hers Wirtschaft“ (hier war im III. Reich das sog. „Braune Haus“ untergebracht) und ge- genüber Rankersch Wirtschaft, der „Rats- keller“ (Ranker Nikolaus+Otto, Schulz Alb., Bastian Adolf, Schekat Fritz, Jungfleisch, Molls Renate) sowie am Aloys-Nesseler-Platz das „Gasthaus zum grünen Tal“ (ehemaliger Betreiber der Bahnhofswirtschaft Hans, Friedr. Breit, Emil Baumgärtner, Agne, Hönsch), dicht gefolgt seit den 70er Jahren von der „Rotisserie Kupferkanne“ und „Klim- bim“ (Schneider Hermann, Lensch, Spang) seit 1986 das „Charlys“. Betreiberin Karin Schulz-Hau gehört somit als längste agie- rende Wirtin zum Urgestein der Bexbacher Gastronomie.
In der ehemaligen Rosenapotheke von „Bar- tels“ gab es bereits im frühen 19. Jahrhundert
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eines Theater -und Tanzsaales (Wirte Max Ellert sowie Lina+Max Sandmaier). Sohn Al- bert betrieb in den 60er Jahren hier die „Ponderosa“. Richtung Oberbexbach in Hö- he Pestalozzistraße folgte „Winter‘sch Wirt- schaft“ (Jakob Winter), später „Kapelleck“ (Jak. Winter, Joh. Schley) und hinter der Kreu- zung Oberbexbacher/Friedrichstraße das „Weiße Rössel“, im Jahr 1896 erbaut von Kaufmann Friedrich Klein, später Heidinger.
Um den alten Marktplatz konzentrierten sich mehrere Wirtschaften. Bereits seit 1861 exis- tierte das Gasthaus Schirber (Steimer A. (gen. „die Lott“), Spies Fr., Schneider H+G). Der Wirt und Bürgermeister Michael Schir- ber hatte in Bexbach auf dem Gelände der heutigen Volksbank und Polizei eine Bier- brauerei errichtet und konnte sein eigenes Bier verkaufen. Später erfolgte durch seinen Sohn die Umwandlung in die „Saarpfälzi- sche Malzfabrik Albert Schirber“. Erwäh- nenswert sind das Pächterehepaar Trudchen und Hermann Schneider. Mit viel Geschick verstanden es die beiden, aus dem alten Ge- mäuer eine gut besuchte und gemütliche Lo- kalität zu schaffen. Es gab eine kleine Bühne mit einem gemalten Bild vom Blumengarten, auf der eine Musikband zum Tanzen auf- spielte und viele Gäste anzog. Schneider selbst war Schlagzeuger. Die gut bürgerliche Küche war bekannt im Dorf. Die Schneiders waren nach dem Abbruch des traditionsrei- chen Hauses Wirte der ersten Stunde in den „Höcherbergstuben“. 1979 eröffneten sie in der Kleinottweilerstraße unterhalb des jetzi- gen „Lidl“ die Pension „Haus Ute“ und führ- ten sie bis ins hohe Alter. Sie waren lange Jahre der Inbegriff der Bexbacher Gastrono- mie. Gegenüber von Schirbers Wirtschaft betrieb der Metzger „Klein Hennrich“ ein ebenfalls bekanntes Gasthaus, die spätere “Karlsberg-Stube“. Nach dessen Abbruch in den 70er Jahren entstand unter Sohn Kurt Klein im Kellergeschoss des Neubaus der „Stadtkeller“ in historischem Ambiente (K. Klein, Wolfgang Schmitz, Hans-Jürgen Hof- mann „Hobbe“). Von der alten Zeit kündet noch heute an der Außenfassade eine Statue des Bierpatrons Gambrinus mit einem ge- füllten Krug in der Hand.
Es gab unterhalb der katholischen Kirche ei- ne von Metzgermeister Karl Winter gegrün- dete Wirtschaft, später das Kaufhaus Johann Pirrung & Söhne, heute „Funz‘l“ (K.+B. Pries- ter). Ursprünglich befand sich im Erdge- schoss der Schankraum und im 1. Stock ein Tanzsaal. Hier wurde 1904 das Festessen des Neupriesters Ludwig Nieder – einem Verwandten der Winters - und 30 Jahre spä- ter das von Pfarrer Richard Fremgen einge- nommen. Pächter waren K. Janser, A. Heller, A. Steimer („die Lott“), Max Ellert, zuletzt F. Lensch. Fortsetzung folgt
Das Gasthaus Lutz mit der Lichtburg in der Niederbexbacher Straße
ein Gasthaus, gefolgt von der Wirtschaft und Bäckerei Omlor mit Kegelbahn, kleiner Hausbrauerei und Branntweinbrennerei („Omlor Bäckerches“). Das mittlerweile ab- gebrochene Gebäude war ein architektoni- sches Kleinod, das trotz erheblicher Wider- stände von einem Großinvestor abgerissen und modern bebaut wird. Einige Häuser weiter befand sich das Schanklokal von Al- bert Burkhard („Breedches“) in der Ober- bexbacher Straße; 1922 erfolgte der Anbau
Text und Fotos: H.J. Britz
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