Page 48 - Ausgabe 027 / November 2014
P. 48

Der Rechtsexperte informiert
Kanzlei Saarpfalz juristenfuchs.de berät Sie rund um Ihre Rechte
Anzeige
Alle bisher veröffentlichte Teile finden Sie auch im Internet unter: www.es-heftche.de
  Rechtsbeitrag Arbeitsrecht
1. Gekündigt – was nun?
Wer eine Kündigung erhält, muss sofort han- deln. Binnen einer Frist von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung muss eine Kün- digungsschutzklage beim Arbeitsgericht er- hoben werden. Lassen Sie diese Frist ver- streichen, so gilt die Kündigung als wirksam und beendet Ihr Arbeitsverhältnis. Wenden Sie sich daher an einen anderen Rechtsan- walt Ihres Vertrauens zur Sicherung und Wahrung Ihrer Ansprüche.
Wie rechnen sich diese drei Wochen Frist?
Sie erhalten die Kündigung beispielsweise am 02. Des Monates. 02 plus 21 Tage (3 Wochen = 3x7 = 21Tage) ergibt 23; somit ist die Dreiwochenfrist am 23.ten als letzter Möglichkeit zur Klageeinreichung um 23.59 Uhr abgelaufen. Ab dem 24.ten wäre in die- sem Beispiel die Kündigung somit wirksam. Die Kündigungsschutzklage muss in dieser Frist beim Arbeitsgericht erhoben = einge- reicht sein. Es genügt nicht, dass eine Klage unterwegs ist. Die Klage muss fristgerecht eingereicht sein. Wer diese Frist versäumt, hat kaum (oder aussichtslose) Chancen auf eine vergleichende Regelung mit dem Unter- nehmen. Die Kündigungsschutzklage kann durch einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens oder direkt beim Arbeitsgericht eingereicht werden. Eine Kündigung ist meist ein emo- tionaler Ausnahmezustand. Das Unterneh- men beendet eine Beziehung und zerstört da- mit für den Mitarbeiter/ Kollegen/Arbeitneh- mer erst einmal seine bisherige Sicherheit und Tagesablauf. Dies kann vielerlei Ängste und Sorgen auslösen und es ist sinnvoll, hier einen versierten Rechtsanwalt einzuschalten, um seine Interessen professionell gewahrt zu se- hen und selber wieder „Luft“ zu bekommen. Die Agentur für Arbeit erwartet zumeist, dass die gekündigten Mitarbeiter/Kollegen/ Arbeit- nehmer sich gegen die Kündigung wehren.
2. Abfindung bei einer Kündigung
Die Höhe der Abfindung ist fast immer aus- schließlich Verhandlungssache, so die volks- tümliche Ansicht. Und mit der richtigen Tak- tik kann der Abschied finanziell entschädigt
werden oder anders ausgedrückt steigen die Abfindungen. Grundsätzlich gehen viele da- von aus, dass einem gekündigten Mitarbeiter ein Anspruch auf eine Abfindung zustehe. Doch das stimmt so nicht (von den Ausnah- men wie folgt mal abgesehen). Abfindungen sind und bleiben eine Verhandlungssache. Da sollte nichts dem Zufall überlassen wer- den. Es bedarf Erfahrungswissens und eines guten Verhandlungsgeschicks. Oft endet ein Arbeitsgericht-Streit so, dass das Unterneh- men = der Arbeitgeber sich zu einer Abfin- dung verpflichtet und der Mitarbeiter dafür den Arbeitsplatz verliert und somit die Kün- digung akzeptiert. Das Unternehmen kauft sich vom Risiko des Prozesses frei und der Mitarbeiter nimmt den Preis als Ausgleich.
Im Volksmund gibt es die sogenannte Regel- abfindung. Diese beträgt ein halbes Brutto- Monatseinkommen pro Beschäftigungsjahr. Doch dies ist nur ein Richtwert, auf den kei- nerlei Anspruch besteht und der oft je nach Bundesland nach unten abweichen kann. Einer der wenigen gesetzlich geregelten Fälle für einen Abfindungs-Anspruch ist der § 1a KSchG = Kündigungsschutzgesetz. Wenn das Unternehmen sich hierauf beruft und dies auch im Kündigungsschreiben darstellt, dann entsteht der Anspruch auf Abfindung.
Als Anspruchsgrundlagen für die Zahlung einer Abfindung kommen ferner in Betracht: • gerichtliche Auflösung des Arbeits-
verhältnisses
• gerichtlicher Vergleich
• außergerichtlicher Abfindungsvertrag/
Aufhebungsvereinbarung • Sozialplan
• Nachteils Ausgleich
• Tarifliche Regelungen
Zu beachten ist bei allen Anspruchsgrundla- gen, daß der Anspruch - je nach Formulierung - erst bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses entstehen kann. Endet das Arbeitsverhältnis früher, etwa durch Tod des Arbeitnehmers, entsteht der Anspruch nicht (BAG, Urteil vom 26.8.1997, 9 AZR 227/96). Es sei denn; ent- sprechende Vereinbarungen halten diese Er- gebnis zu Gunsten des Mitarbeiters fest.
Rechtsanwalt Wilfried Gaiser ist Inha- ber der Kanzlei Saarpfalz juristen- fuchs.de mit Standorten in St. Ingbert und Homburg. Die Kanzlei Saarpfalz juristenfuchs.de hat über 30 Rechtsan- wälte/ Fachanwälte zur Betreuung der Rechts-Interessen. ■
    Im Forstgarten 12 66459 Kirkel Fon: 06849 991898 Fax: 06849 991897
 Ausgabe 027 / November 2014
 48
       a
l
h
c
S
-
k
-
i
u
c
h
l
S
c
h
u
n
a
e
l
r
l
d
d
i
e
y
n
s
H
t










































   46   47   48   49   50