Page 14 - Ausgabe 101 / Januar 2021
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Gespenstisch still in der Innenstadt
Homburger Einzelhandel zeigt sich besorgt
Zukunft könnte man schwarzmalen. Einig sind sich alle der Anwesenden, die in dieser Situation eindeutig Handlungsbedarf sehen und sich auch in Richtung Politik wenden.
Bleibt zu hoffen,
dass dieses Szenario nie eintreffen wird
Man solle die Lokalpolitik einbinden, damit diese den Einzelhandel unterstützt und ver- sucht Hilfen zu finden. Es müsse nach einer Möglichkeit der Koexistenz von lokalem Handel und Online-Handel gefunden wer- den. Die Schließung der Restaurants ist na-
Gespenstisch still ist es in der Homburger Innenstadt und dies an einem Montag spätnachmittags
türlich auch mit verantwortlich für die gäh- nende Leere in der Stadt, denn in der der- zeitigen Situation hält man sich in der Stadt nicht auf, man macht gezielt seine Einkäufe,
Kauft mehr beim Einzelhändler vor Ort, sonst wird es bald so aussehen
in den Innenstädten
aber man verweilt nicht wie sonst im Res- taurant oder Café. Hierzu äußert sich auch Giuseppe Nardi, der in der Homburger Alt- stadt die Gastronomiebetriebe Oh!lio, Vin!oh und Gelat!oh betreibt. „Der Einzel- handel musste nicht schließen, ist aber den- noch stark betroffen von den Corona-Be-
Montagnachmittag in der Homburger Innenstadt, auffällig ruhig und zahlrei- che Schaufenster abgedunkelt. Rot prangen die Aufkleber quer über die Schaufenster mit der Aufschrift „Bald geschlossen“ und „Hier gibt es nichts mehr zu sehen!“ Was ist passiert?
Hart kämpft der Einzelhandel seit Jahren ge- gen den Online-Handel und die derzeitige Lage macht es den Inhabern der kleinen Lä- den sicherlich nicht leichter. Mit einer Pro-
Die lokalen Politiker machten sich ein Bild von der Aktion des Gewerbevereins und dem Verein Homburger Altstadt e.V.
testaktion machten nun rund 45 Geschäfte in der Homburger Innenstadt darauf auf- merksam, dass es vielleicht bald keine klei- neren Läden fernab der Ketten mehr geben wird. Kämpfen die Inhaber schon seit Jahren gegen die Angebote aus dem Internet,
Die Restaurants sind schon länger wegen des Lockdowns geschlossen
kommt nun noch erschwerend die Corona- Pandemie hinzu. Mit den Beschränkungen wurde der Einzelhandel praktisch ausge- knockt. „Hinzu kommt, dass die Menschen ja dazu aufgefordert werden, online zu kau- fen, statt in die Geschäfte zu gehen,“ erklärt die 1. Vorsitzende des Vereines Homburger Altstadt Ulrike Stutz. Dabei sind doch gerade diese kleinen Läden sehr darauf bedacht al- les Corona konform zu gestalten. Gemein- sam mit dem Homburger Gewerbeverein
Auch die „Welt der Wolle“ machte mit bei der Aktion für den Einzelhandel
schlossen. Gespenstisch zeigte sich das Bild leerer Geschäfte und diese Situation ist gar nicht so weit weg, sie ist näher als man denkt. Durch den eh schon blühenden On- line-Handel, der nun durch den Lockdown noch mehr in den Fokus tritt, stehen zahl- reiche Geschäfte vor dem Aus. Manuela Brengel, die in Homburg die Mode-Lounge
Erstaunt stehen die Passanten vor den verhüllten Schaufenstern, hier vor der Boutique „en Vogue“
betreibt erklärt: „Wir möchten mit dieser Ak- tion die Leute dazu bringen umzudenken. Wie sieht eine Stadt aus, wenn ich nur noch online kaufe? Wir möchten die Menschen dazu anregen wieder mehr vor Ort zu kau- fen und hoffen mit dieser Aktion aufmerksam zu machen.“ Bei einem (Corona-konformen) Rundgang durch die teilweise verhüllte Stadt verschafften sich zahlreiche Mitglieder des Stadtrates gemeinsam mit den Organisatoren einen Eindruck über das Szenario. Man hätte sich auch noch viel mehr Bürger gewünscht, die dieser Aktion Aufmerksamkeit geschenkt hätten, leider war aber zumindest die Alt- stadt an diesem Nachmittag gespenstisch leer. Fast schon ein Blick in eine trostlose
hatte der Verein Homburger Altstadt die Ver- hüllungsaktion in der Homburger Innenstadt geplant, an der rund 45 Läden teilnahmen. Um 16 Uhr gingen die Lichter aus, Schau- fenster waren verhängt und die Türen ver-
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