Achtung Autofahrer! Kröten und Frösche wandern wieder
Rücksichtsvoll fahren, damit Erdkröten und helfende Ehrenämtler nicht gefährdet werden
Der Frühling steht in den Startlöchern: In den Morgenstunden singen Amseln, Zaunkönige und Blau- und Kohlmeisen um die Wette, die ersten Zitronenfalter flattern durch die Lüfte und die Amphibien wandern in der Dämmerung von ihren Überwinterungsgebieten zu den Laichgewässern. Frühlingshafte Temperaturen und Regen gaben den Startschuss: Ab sechs Grad machen sich tausende Amphibien auf den gefährlichen Weg. Weil sie dabei oft viel befahrene Straßen überqueren müssen, helfen Hunderte von NABUs und weitere Freiwillige im ganzen Land dabei, die Amphibien sicher über die Straße zu tragen.
Wer rast, tötet nicht nur Amphibien, sondern gefährdet auch Menschen
Viele Tiere wandern an extra aufgestellten Krötenzäunen entlang, fallen dann in eingegrabene Eimer und werden anschließend sicher über die Straße getragen. Das ist ein richtiger Knochenjob und nicht ungefährlich für die Helfenden, da viele Autofahrer abends die Wanderbewegungen der kleinen Amphibien nicht wahrnehmen – auch wenn dort deutlich sichtbar Warnschilder zur Amphibienwanderung stehen. „Respektieren Sie Durchfahrverbote, seien Sie aufmerksam, gerade wenn es mild und regnerisch ist, und achten Sie auf die Helferinnen und Helfer, die die Tiere über die Straße tragen“, bittet Gabi Stein eindringlich. Sie koordiniert den Krötenzaun am Glashütter Weiher mit dem NABU St. Ingbert zusammen und ist Mitglied im NABU-Landesfachausschuss Feldherpetologie.
An entsprechend gekennzeichneten Amphibienwanderstrecken sollten höchstens 30 Stundenkilometer gefahren werden. Das kann viele Leben retten, denn die Tiere sterben nicht nur unter Autoreifen, sondern auch wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind. „Große Geschwindigkeit erzeugt einen hohen Luftdruck, dadurch können die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen. Die Tiere verenden qualvoll“, so Stein. Angesichts der aktuellen starken Rückgänge der Amphibien sei es essenziell, weitere Verluste wo immer möglich zu vermeiden.
Aufstellung der Krötenzäune wird landesweit organisiert
In diesem Jahr hat die Amphibienwanderung zu den Laichgewässern teilweise bereits am 21. Februar und damit relativ früh begonnen. Noch stehen nicht überall die Schutzzäune, deren Aufstellung vom Landesbetrieb für Straßenbau in Zusammenarbeit mit dem LUA (Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA) und einem Planungsbüro koordiniert wird. Das Fehlen der Schutzzäune stellt einige NABU-Ortsgruppen vor große Herausforderungen, da sie in der dunklen Nacht Kröten und Frösche von den Straßen sammeln und gleichzeitig auf den Verkehr achten müssen.
Welche Tiere sind die Ersten?
Erdkröte, Grasfrosch und Molche sind am frühesten unterwegs. Die Tiere versammeln sich manchmal zu großen Hochzeitsgesellschaften an den Gewässern. Zerschneiden stark befahrene Straßen ihre Wanderwege, können in der Dämmerung und nachts hunderte Lurche unter die Räder kommen. Da Grasfrosch und Erdkröte nach dem Laichen in ihre Sommerlebensräume zurückwandern, sind sie auch auf dem Rückweg gefährdet.
Wie geht es den Amphibien im Land?
Von 21 in Deutschland heimischen Amphibienarten leben 15 im Saarland und zehn stehen davon auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Gelbbauchunke und Kreuzkröte sind stark gefährdet – für den Erhalt und Schutz trägt das Saarland eine besonders hohe Verantwortung. Früher lebte die Unke im Offenland und fand diese Kleingewässer in den regelmäßig durch Hochwasser veränderten Flussauen. Diese natürlichen Lebensräume gibt es heute kaum noch, sodass für ihren Schutz größere Bemühungen notwendig sind.
Sie wollen Amphibienretterin oder Amphibienretter werden?
Im Großraum Saarbrücken werden in folgenden Regionen noch helfende Hände gesucht.
Im Bereich Tabaksweiher, am Sonnenberg und in Gersweiler (Am Sprinkshaus), Kontakt über Anna_Klinkner@web.de
Zäune in Meerwiesertalweg und Fuchstälchen/an der L127, Kontakt über wega_kling@yahoo.de
Außerdem rund um Niedaltdorf, Kontakt über reinerpetry@niedaltdorf.de
Sowie im Warndt, Kontakt über bine.laval@freenet.de © NABU (Naturschutzbund Deutschland)

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