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Wertvolle Dokumentation Teil II

Nachlässe dokumentieren Stadtgeschichte

Man darf nicht unterschätzen, was im Rahmen eines Sterbefalls und der darauffolgenden Wohnungsauflösung oftmals achtlos über Bord, sprich: in den Container geworfen wird. Es sind die unscheinbaren Dinge, die eher einen ideellen statt eines pekuniären Wertes darstellen. Dazu gehören Fotos, Bilderalben, alte Zeitungen, Urkunden, Ahnennachweise, Briefe, Poesiealben u.v.m.  

Waldarbeiten vor hundert Jahren

Besonderes Augenmerk richtete Förster Konrad auf die Anpflanzung neuer Bäume (Buchen, Tannen, Kiefern und Kastanien) in den Revieren Carlsberg, Stumpfer Gipfel, Karlsbergweiher, Schlossgärten, Apfelallee, Hohe Tannen, Carlslust, Verlorenfeld, Gebrannte Eiche, Pulverturm, Harkbank, Rehfelsen, Schießplatz und Pfrimmenberg. In seinem genau vor hundert Jahren angelegten Arbeiterbuch sind akribische Details seiner Tätigkeit aufgeführt. 1926 legte Karl Konrad dieses Buch an, auf dessen erster Seite die Namen und Geburtstage der ständigen Arbeiter stehen: K. Burgard, A. Welker, L. Imschweiler, L. Huwer, A. + P. Junkes, M. Sutter, A. Kles, M. Lambert, M. Mick, M. Sonntag, E. Pirrung, A. Legrum, M. Lambert, M. Magold, A. Gries (die letzen dreizehn allesamt weibliche Mitarbeiterinnen), H.+J. Junkes, V. +B. Didion. Die meisten stammten aus Kirrberg. Es existieren zahlreiche Bilder von Waldarbeiten und Wegebau in den Revierbezirken des Homburger Forstamts. Darauf sind auch Kinder zu sehen, teilweise unter 15 Jahren alt. Es wurden Brandflächen aufgeforstet, Bäume von Farn und Dickicht freigeschlagen, Nachpflanzungen getätigt, neue Kulturen angelegt. Interessant sind die Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung: Kulturen der braunen Rüsselkäfer wurden mit Gift besprüht und danach zu Tausenden eingesammelt und vernichtet. Mit “R. Notatus“ befallene Kiefern riss man heraus und verbrannte sie. Im Bereich Schlossgärten wurden Saatbeete angelegt, um den Carlsbergweiher Wege samt Wassergräben entweder neu angelegt oder instandgesetzt, wobei auch eine Dampfwalze zum Einsatz kam. Bei diesem Buch Konrads handelt es sich um ein einmaliges Dokument der Forst- und Waldpflege vor hundert Jahren. Aufgeführt sind auch die Löhne der Arbeiter: Jugendliche unter 15 Jahren erhielt 1,43 Franken, Vorarbeiter 3,50 Fr., weibliche Helfer über 18 bekamen 1,40 Fr, unter 15 erhielten sie 0,90 Franken.

Das historische Konvolut

Hunderte von Fotografien umfasst der Nachlass. Daneben sind es ca. 40 Personenstandsurkunden ab dem Jahre 1894 (Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden). Eine Serie von 20 Bildern des Fotografenmeisters Josef Best hält den Festzug mit den 3 neuen Glocken für die evangelische Stadtkirche und deren Einsegnung am Marktplatz fest. Es finden sich Bilder von der Tausendjahrfeier 1925 sowie die Originalzeitungen des Jahres 1932 über die Hundertjahrfeier des Hambacher Festes, die in Homburg ganz groß begangen wurde.

Auch die 400-Jahrfeier der Stadtwerdung 1958 ist bestens in Form von Zeitung und Historischen Blättern dokumentiert. Einen besonderen Bestand bilden die Fotos des Schießhauses und den darin und drumherum stattfindenden Veranstaltungen. Gehörnschauen, Jugendschießen, erstes Jägerschießen, die von der Olympiade Helsinki zurückgekehrten Jugendschützen, eine Unmenge Fotographien im Umfeld der 1849 gegründeten Homburger Schützengesellschaft, die bis in die Zeit vor dem 1. Weltkrieg zurückreichen. Ein Original der Homburger Zeitung vom August 1900 berichtet über das 50-jährige Jubiläumsschießen  und von den Mitbegründern der Schießgesellschaft Leschhorn und Peter mit sämtlichen Preisträgern. Weiter sind auf ca. 50 Fotos die WaldarbeiterInnen bei ihrer Tätigkeit zu sehen und herrliche Aufnahmen vom Fotografen Grunert auf und um den Karlsberg. Auch die neuerbauten Hütten: Beckerhütte im Folloch, Carl-Peters-Hütte, Hütte am Schwanenweiher usw. Der Landfrauenverein Homburg und der Verein für Fraueninteressen sind auf Bildern ebenso verewigt wie ganze Jahrgänge von Abiturienten des heutigen Saarpfalz-Gymnasiums samt Lehrerkollegium. Jener Teil, der nicht ausschließlich für die Homburger Stadtgeschichte interessant ist, wird demnächst an einen Nachfahren der Familie Schäfer auf dem Heidelbingerhof übergeben. 

Ende der Reihe. © Franz-Josef Britz

Schenk, Silvia
22. Apr 2026