Angebote für eine Wärmepumpe: Viele Fragen
Energieberatung der Verbraucherzentrale wertet Leistungen und Preise von Heizungsfirmen aus
Jedes Haus braucht irgendwann eine neue Heizung. Wärmepumpe statt Gas ist dabei eine gute Option: Sie schont das Klima und senkt langfristig Kostenrisiken. Die Anschaffung kostet jedoch viel Geld.
Wer sich Angebote für Wärmepumpen einholt, stellt schnell fest, sie unterscheiden sich oft deutlich – bei Preisen ebenso wie bei den enthaltenen Leistungen. Worin die Preisunterschiede genau liegen, ist für Verbraucher:innen schwer zu erkennen und die Angebote sind häufig kaum vergleichbar. Mit einem neuen Beratungsangebot hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale dabei, Wärmepumpenangebote einzuordnen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Neues Beratungsanbebot: Angebotsvergleich für Wärmepumpen
Seit Herbst 2024 berät die Energieberatung der Verbraucherzentrale bundesweit Verbraucher:innen zu Angeboten für Wärmepumpen. Bei den Offerten der Fachunternehmen werden nicht nur die Preise verglichen, sondern auch die enthaltenen Leistungen bewertet, die für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpenheizung sinnvoll und notwendig sind.
Auswertungen zeigen: Beratungsbedarf ist groß
Über einen Zeitraum von rund 18 Monaten dokumentierte die Energieberatung der Verbraucherzentrale bundesweit die Ergebnisse aus mehr als 2.000 Wärmepumpenangeboten. Auch im Saarland wird der Angebotsvergleich stark nachgefragt. „Seit der Einführung wurden knapp 90 Angebotsvergleiche durchgeführt“, berichtet Cathrin Becker, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Saarland. „Wir prüfen neutral und unabhängig und bieten Ratsuchenden eine Grundlage zur Entscheidungsfindung.“
„Eine erste Erkenntnis aus den Angebotsvergleichen ist: Wer ein Angebot für eine neue Wärmepumpenheizung erhält, hat in der Regel Beratungsbedarf“, sagt Martin Brandis, Fachreferent von der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Viele Leistungen und Fachbegriffe, die wichtige Eigenschaften der Wärmepumpe beschreiben, bleiben für Laien unverständlich. Auch die Angebotspreise unterschieden sich in einigen Fällen um bis zu 300 Prozent.
Die Auswertung der 2- bis 28-seitigen Angebote zeigt zudem große Unterschiede bei den angebotenen Leistungen verschiedener Fachfirmen für das selbe Gebäude. „Schon bei der angebotenen Wärmeleistung hatten wir Gebäude, bei denen sich diese um mehr als das Doppelte unterschieden“, berichtet Martin Brandis. „Dabei sollte die erforderliche Wärmeleistung zuvor berechnet werden und bei allen Angeboten für das selbe Haus zumindest ähnlich hoch sein. Eine nicht richtig dimensionierte Wärmepumpe verursacht beträchtliche Nachteile. Sie kann zu teuer sein oder vorzeitig Mängel aufweisen.“ Im schlimmsten Fall werde die Wohnung nicht ausreichend warm, so Experte Brandis. „Verzichten Sie daher nicht auf die Heizlastberechnung. Sie sollte spätestens nach Auftragserteilung bzw. vor Bestellung erfolgen“, ergänzt Cathrin Becker.
Eine positive Entwicklung zeigte sich: „Wir haben aber auch Erfreuliches gefunden“, legt Martin Brandis dar. „Wärmepumpen werden immer effizienter. Die angebotenen Geräte verfügten über die Zeit über immer bessere Kennzahlen.“
In der Mehrzahl der ausgewerteten Angebote ist der hydraulische Abgleich enthalten. Diese Maßnahme optimiert und verbessert die Wärmeverteilung im Haus und senkt den Energieverbrauch im Betrieb. Der Anteil der Angebote mit hydraulischem Abgleich nimmt erfreulicherweise zu. In einigen Angeboten blieb jedoch unklar, welche Leistungen Bestandteil des Angebotes sind und welche nicht. Weitere notwendige Arbeiten, die beim Einbau einer neuen Wärmepumpe in der Regel notwendig sind, sind allerdings nicht in allen Angeboten enthalten. Dazu zählen zum Beispiel ein Fundament für die Wärmepumpe oder der Umbau des Zählerplatzes für den Stromzähler. Fehlen diese Leistungen im Angebot, entstehen zusätzliche Kosten. Wer das nicht erkennt, muss mit mehreren Tausend Euro Mehrkosten rechnen.
Empfehlungen von der Energieberatung der Verbraucherzentrale
Verbraucher:innen sollten Angebote für Wärmepumpen sorgfältig prüfen. Wichtig ist, klar zu erkennen, welche Leistungen enthalten sind und welche fehlen. Sind notwendige Arbeiten der Heizungsfirma nicht Teil des Angebots, müssen andere Fachfirmen beauftragt werden. Das betrifft häufig Fundament- und Elektroarbeiten, und erhöht die Gesamtkosten.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale unterstützt dabei, Angebote zu verstehen und zu vergleichen. So lassen sich Kostenrisiken besser einschätzen und Fehlentscheidungen vermeiden. „Sanierungswillige sollten sich nicht unter Druck setzen lassen, schnell den Liefer- und Leistungsvertrag zu unterschreiben. Ein Angebotsvergleich kann viel Geld sparen.“, weiß Cathrin Becker.
Fragen zum Thema Angebotsvergleich für Wärmepumpen beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Die Beratung findet per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Mehr Informationen zum Beratungsangebot gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/waermepumpen-angebote. Terminvereinbarungen sind unter 0681 50089-15 oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400 möglich. Mehr Informationen gibt es auf verbraucherzentrale-energieberatung.de sowie in unseren Vorträgen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Über die Energieberatung der Verbraucherzentrale
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet das größte, anbieterunabhängige Beratungsangebot zum Thema Energie in Deutschland. Dank Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium begleitet sie seit 1978 private Verbraucher:innen mit derzeit über 900 Energieberater:innen und an mehr als 1.000 Standorten in eine energiebewusste Zukunft. Im Jahr 2024 wurden weit über 230.000 Privathaushalte zu allen Energie-Themen unabhängig und neutral beraten, beispielsweise zu Energiesparen, Wärmedämmung, moderner Heiztechnik und erneuerbaren Energien. © Verbraucherzentrale Saarland e. V.

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