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Die Blies, einst unser schwarzes Flüsschen

Teil 5 von Jürgen Cornely

Wenn in den Quellen von einer Fortführung der Arbeiten über die Jahre 1907 und 1908 zu lesen ist, muss es sich um die Erledigung von Restarbeiten gehandelt haben. 

Der Bauunternehmer Martin Hoffmann reklamiert die Kürzung seiner Rechnung vom 1. Oktober 1909: „Zur Herstellung des Pflasters im Bliesbett musste die Blies abgeleitet werden. Ohne dieses war es einerseits nicht möglich das Pflaster regelrecht herzustellen und aber auch andererseits den Baubeamten eine Kontrolle gar nicht möglich, denn wenn auch der Zwang angenommen werden könnte, dass die Arbeit unter Wasser gefertigt werden musste, so war dieses deshalb einfach nicht möglich, weil bei der geringsten Hantierung im Wasser dasselbe sofort so trüb war wie Jauche. Außerdem hatte ich für die Wasserhaltung hinreichend gesorgt durch Aufstellen meiner Handpumpen und einer Pumpe mit elektrischem Antrieb“. 13 Einem Schreiben des Bauunternehmers Heinrich Cronau vom 23. September 1907 ist zu entnehmen, dass es nicht nur technische Schwierigkeiten zu überwinden gab. „…können die Bliesverlegungsarbeiten nicht fortgesetzt werden, indem noch einige Grundstücke erst seitens der Gemeinde erworben werden müssen und die betreffenden Besitzer es nicht gestatten vor dem Verkauf etwas an ihrem Grundstücke zu beginnen.“14 Es ging dabei wohl um die Schließung einer noch bestehenden Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Bliesbett unterhalb des aufgelassenen Mehlpfuhlschachtes. Hier blieb der Verwaltung nur die Einleitung eines Enteignungsverfahrens. „In der Bürgerschaft spricht man schon lebhaft über diesen Punkt“, schreibt der Leiter des Bauamtes an den Bürgermeister Ludwig.15  

Die noch fehlenden Erfahrungen der Verwaltung und die Dringlichkeit der Umsetzung führten dazu, dass die heutige Karl-Schneider-Straße, also das Südufer nach heutigen Maßstäben etwas eng geraten ist. 1936 wünschte das Stadtbauamt „den Gehweg der südlichen Uferstraße zu verbreitern um eine Baumreihe oder Hecke darauf unterzubringen.“ 16 Das betreffende Gutachten empfahl „die Mehrbreite am einfachsten durch eine steilere Böschung (1:1)“ herzustellen. Heute lässt sich erkennen, dass diese Maßnahme auch umgesetzt worden ist. Etwa 1908 dürfte diese erste große Bliesregulierung zu Ende gebracht worden sein und man begann schon den nächsten Abschnitt zu planen. Es handelte sich um den Abschnitt von der Prinz-Heinrich-Straße, der heutigen Willi-Graf-Straße, bis zur Flotowstraße. 

Wegen des 1. Weltkrieges jedoch blieben die Pläne vorerst liegen. Als der damalige Landrat des Kreises Ottweiler kurz vor Weihnachten die Vorlage eines „Erläuterungsberichtes zur landespolizeilichen Genehmigung des Entwurfes zur Reinigung und Regulierung der Blies“ anmahnte, musste der Gemeindebaumeister Lossie resigniert feststellen: „Seit Beginn des Krieges habe ich an der Sache gar nicht mehr arbeiten können, da mir 3 Techniker und der Bauamtssekretär fortgeholt sind.“ Bei der da noch ungebrochenen Kriegsbegeisterung hoffte er jedoch, „bis Anfang Januar die Arbeit erledigen zu können.“ 17 Bis Juni 1915 lag der Bericht jedoch immer noch nicht vor und in den von mir eingesehenen Akten taucht der Vorgang auch nicht mehr auf. So erfolgreich sich die bis dahin erreichte Begradigung der Blies auf die Bauplanung auswirkte, so wenig erfolgreich war sie bei der „Beseitigung der schlimmsten genannten Missstände“. Davon sind immer wieder die Wiesenbauern der Wässereigenossenschaft Wellesweiler betroffen, die von der Bewässerung durch das Blieswasser existenziell bedroht werden. So ist 1911 „die Grummeternte … durch die anhaltende Trockenheit und das Verbot, die Wiesen mit Blieswasser zu bewässern, besonders schlecht ausgefallen, so dass eine Reihe von Viehbesitzern Futtermangel haben werden“, wie der Landrat von Halfern am 24. August 1911 feststellt. Er schlägt vor, die Gemeinde Neunkirchen möge doch die Entschädigungssumme, die sie von Hütte und Grube erhält, einmalig den Privatwiesenbesitzern zur Anschaffung von Futtermitteln zur Verfügung zu stellen. Am 28. September befasst sich der Gemeinderat mit der Angelegenheit und schlägt vor, stattdessen die Gelder zum Erwerb einer großen Wiese in Wellesweiler zu verwenden. Damit soll die dortige Gemeinde ihrerseits eine Bliesverlegung in Angriff nehmen.

Quellennachweis: 13: Unterlagen Bauamt Neunkirchen zur Bliesbegradigung.

14: wie 13, 15: wie 13, 16: Gutachten über die Verbesserung des Blieslaufes etc., Stadtarchiv Neunkirchen, 17: Schreiben d. Vors. D. Kreisausschusses Lossie v. 30.11.1914, Stadtarchiv NK.

Am 1. April lädt der HVSN zu einer Besichtigung des neuen Stadtarchivs der Stadt Neunkirchen ein. Anschließend kann bei einem Umtrunk das Vereinsarchiv in der Geschäftsstelle des HVNS besichtigt werden. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Stadtarchiv der Kreisstadt Neunkirchen, Norduferstr. 24. Nichtmitglieder zahlen 3€, Gäste sind willkommen. Desweiteren möchte der HVSN auf das am 22. April beginnende Genealogie Seminar hinweisen. Los geht es um 18:30 Uhr im VHS Gebäude Marienstr. 2. Näheres auf der Internetseite der VHS Neunkirchen.

Schenk, Silvia
21. Mär 2026

Serie: Historischer Verein Stadt Neunkirchen e.V.
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