Calogero-Pagliarello-Preise verliehen
Auszeichnung für vier vielversprechende Forschungsarbeiten
Am Freitag, 8. Mai 2026, wurden auf dem Uni-Campus in Homburg die Preise der Calogero-Pagliarello-Stiftung verliehen. Dekan Prof. Dr. Matthias Hannig überreichte die Auszeichnungen im Namen der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes, an der die Stiftung angesiedelt ist.
In diesem Jahr wurden erstmalig insgesamt vier Preise verliehen: der mit 3.000 Euro dotierte Calogero-Pagliarello-Forschungspreis und insgesamt drei mit jeweils 2.000 Euro dotierte Calogero-Pagliarello-Studienpreise. Alle Arbeiten bieten vielversprechende Ansätze, die die Behandlung von bislang unheilbaren oder seltenen Krankheiten in Zukunft verbessern könnten.
Die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg hat erneut die traditionellen Preise der Calogero-Pagliarello-Stiftung verliehen. Den Calogero-Pagliarello-Forschungspreis und das damit verbundene Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro erhielt PD Dr. rer. nat. Yuan Gu vom Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie. Die Wissenschaftlerin ist aktuell im Bereich der Chirurgischen Forschung und Molekularen Medizin tätig und forscht zu den Gefäßen, die Tumore mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Diese Versorgung zu unterbrechen, könnte das Tumorwachstum eindämmen. PD Dr. rer. nat. Yuan Gu hat verschiedene vielversprechende Wirkstoffe identifiziert, darunter natürliche Substanzen aus Pflanzen, bereits zugelassene Medikamente mit neuem Einsatzgebiet sowie kleine Ribonukleinsäure-Moleküle (microRNAs). Das bessere Verständnis der Wirkmechanismen dieser Substanzen kann dazu beitragen, gezielte Kombinationstherapien zu entwickeln. Ihr Ansatz zielt vor allem auf Krebsarten ab, die schnell wachsen und früh streuen, beispielsweise das sogenannte triple-negative Brust- und das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom.
Neben dem Forschungspreis wurden in diesem Jahr erstmalig insgesamt drei Calogero-Pagliarello-Studienpreise verliehen. Sie sind jeweils mit 2.000 Euro dotiert und zeichnen drei Wissenschaftler aus, die besondere Verdienste in der Erforschung bislang unheilbarer oder seltener Krankheiten erworben haben. Die Studienpreise gingen an:
Dr. med. Lukas Alexander Brust, Assistenzarzt der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des UKS, untersuchte in seiner Doktorarbeit den Einfluss von Vitamin D auf Kopf-Hals-Tumore. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen erstmals umfassend, dass Vitamin D nicht nur direkt hemmend auf Tumorzellen wirkt, sondern auch die körpereigene Tumorabwehr unterstützt. Langfristig könnten diese Erkenntnisse dazu beitragen, neue Therapieansätze zu entwickeln – insbesondere in Kombination mit modernen Immuntherapien.
Dr. rer. nat. Christopher Carlein hat in seiner Promotionsarbeit am Centrum für Integrative Physiologie und Molekulare Medizin (CIPMM) in der Abteilung Biophysik die seltene Erkrankung „Barth-Syndrom“ und deren Auswirkungen auf den Blutzucker-Stoffwechsel, speziell die Veränderungen der zellulären Signalwege in der Bauchspeicheldrüse, untersucht. Die Regulation dieser Signalwege gibt vielversprechende Ansatzpunkte für zukünftige Therapien.
Dr. med. Colya Englisch, naturwissenschaftlicher Doktorand am Institut für Experimentelle Ophthalmologie und Assistenzarzt in der Augenklinik Sulzbach, befasste sich in seiner Doktorarbeit, die er am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des UKS durchführte, mit der schweren Augeninfektion „Pseudomonas aeruginosa-Keratitis“. Diese Erkrankung betrifft die Hornhaut und kann im schlimmsten Fall zur Erblindung oder sogar zum Verlust des Auges führen. Dr. Englisch hat ein neues Trägersystem für Antibiotika untersucht, wobei der Wirkstoff länger am Auge verbleibt, und forscht an einer innovativen Kombinationstherapie mit einer neuen Enzym-hemmenden Wirkstoffklasse.
Weitere Erläuterungen zu allen vier ausgezeichneten Forschungsarbeiten finden Sie im Newsroom auf der Website des Universitätsklinikums des Saarlandes:

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