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Kinder und Jugendliche brauchen Menschen, die bleiben

Zusatzprogramm Schulsozialarbeit wird dauerhaft verankert

Das Saarland stärkt die Schulsozialarbeit weiter. Gemeinsam mit den Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken wird das Zusatzprogramm Schulsozialarbeit dauerhaft verankert. Das Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) und die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe stellen für die Schuljahre 2026/27 und 2027/28 insgesamt mehr als 3,1 Millionen Euro für zusätzliche Angebote der Schulsozialarbeit bereit. 

Das Zusatzprogramm ergänzt die bestehende Schulsozialarbeit an allgemeinbildenden Schulen. Insgesamt 256 Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter begleiten Kinder und Jugendliche landesweit im Schulalltag, 227 über die regulären Kooperationsverträge mit den Landkreisen und weitere 29 durch das Zusatzprogramm Schulsozialarbeit.
Auch die Landes- und kommunalen Mittel in den regulären Kooperationsverträgen steigen im neuen Doppelhaushalt weiter um etwa 600.000 Euro an – auf insgesamt rund 12 Millionen Euro im für die Schuljahre 2026/27 und 2027/28.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot: „Schule muss ein sicherer Ort bleiben – für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für Lehrkräfte und alle Beschäftigten. Deshalb sind Prävention, Beziehungsarbeit und ein gutes Schulklima so wichtig. Kinder und Jugendliche brauchen in einer Zeit voller Krisen, Unsicherheiten und gesellschaftlicher Veränderungen Menschen, die ihnen Halt, Orientierung und Vertrauen schenken. Sie brauchen verlässliche Bezugspersonen – Menschen die sie kennen, denen sie vertrauen und die bleiben, auch wenn es schwierig wird. Genau das leisten unsere Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter jeden Tag mit großem Engagement. Sie helfen jungen Menschen dabei, Vertrauen in sich selbst zu entwickeln, Konflikte zu bewältigen und ihren Platz in der Gemeinschaft zu finden. Mit der dauerhaften Sicherung des Zusatzprogramms schaffen wir mehr Unterstützung für junge Menschen und zugleich mehr Verlässlichkeit und Planungssicherheit für Fachkräfte und Träger vor Ort. Denn wir wollen, dass jedes Kind die Chance bekommt, gut begleitet aufzuwachsen und sein Potenzial zu entfalten – unabhängig von Herkunft oder persönlichen Herausforderungen.“
Seit 2020 hat das Saarland die Schulsozialarbeit grundlegend neu aufgestellt und flächendeckend ausgebaut. Alle allgemeinbildenden Schulen verfügen inzwischen über feste sozialpädagogische Unterstützung in multiprofessionellen Teams.
Das Zusatzprogramm Schulsozialarbeit geht auf das bundesweite Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ zurück. Nachdem die Bundesförderung Ende 2022 ausgelaufen war, hat das Saarland die Unterstützung mit eigenen Landesmitteln fortgeführt und die Schulsozialarbeit kontinuierlich weiterentwickelt. Das Programm unterstützt insbesondere Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung persönlicher und gesellschaftlicher Krisensituationen. Gleichzeitig stärkt es soziale Kompetenzen, Demokratiebildung und Gewaltprävention sowie die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendhilfe, Schulpsychologie und weiteren Einrichtungen im Sozialraum.
Die Verteilung der Mittel orientiert sich am konkreten Unterstützungsbedarf in den Regionen. Berücksichtigt werden unter anderem die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die Anzahl der Schulstandorte sowie soziale Belastungen vor Ort.

Landrat Frank John: „Der Bedarf an Schulsozialarbeit ist in den vergangenen Jahren insgesamt erheblich gestiegen. Soziale Unsicherheiten, Konflikte im schulischen Alltag, Leistungsdruck und fehlende Stabilität im familiären Umfeld führen dazu, dass Unterstützungsangebote an Schulen immer wichtiger werden. Schulsozialarbeit bietet hier frühzeitige Hilfe, verlässliche Begleitung und konkrete Unterstützung direkt vor Ort. Für Kinder und Jugendliche sind die Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter niedrigschwellig erreichbar und in ihrer Lebenswelt präsent, ohne dass zunächst bürokratische Hürden oder komplizierte Zugänge überwunden werden müssen. Daher begrüßt der Saarpfalz-Kreis die Konsolidierung und weitere Verfestigung der Schulsozialarbeit ausdrücklich.“

Neu ist zudem die langfristige Perspektive des Programms: Nach Ablauf des Schuljahres 2027/28 verlängert sich die Vereinbarung künftig automatisch um jeweils ein weiteres Schuljahr. Damit erhalten Träger mehr Planungssicherheit und bessere Möglichkeiten, Fachkräfte langfristig zu gewinnen und zu binden. © Ministerium für Bildung und Kultur

Schenk, Silvia
20. Mai 2026