Bleibt hinter den Erwartungen zurück
Geplante Reform der Kinder- und Jugendhilfe
Zur geplanten Reform der Kinder- und Jugendhilfe erklärt der saarländische Kinder- und Jugendminister Magnus Jung:
„Die Kinder- und Jugendhilfe muss dringend reformiert werden, daran bestehen keine Zweifel. Was es allerdings nicht braucht, ist eine Reform, bei der vor allem Einsparungen dominieren. Ich begrüße ausdrücklich die geplanten Verbesserungen in der Pflegekinderhilfe, die auf Initiative des Saarlandes berücksichtigt wurden. Auch die infrastrukturelle Bildungsassistenz ist ein wichtiger erster Schritt hin zu mehr Inklusion.
Insgesamt bleibt der vorliegende Entwurf jedoch deutlich hinter dem zurück, was aus Sicht des Saarlandes notwendig und fachlich geboten ist. Anstatt die Kinder- und Jugendhilfe konsequent inklusiv weiterzuentwickeln, stehen zu stark finanzielle Einsparungen im Vordergrund.
Besonders kritisch sehe ich in diesem Zusammenhang den vorgesehenen Vorrang struktureller Angebote vor individuellen Hilfen zur Erziehung. Damit besteht die Gefahr, dass notwendige Hilfen zu spät oder nicht passgenau bei den Kindern und Familien ankommen. Gerade in Zeiten wachsender sozialer Unsicherheit brauchen wir eine starke Jugendhilfe, die frühzeitig unterstützt, Familien entlastet und Kindeswohlgefährdungen zuverlässig erkennt.
Wir brauchen keine Reform zulasten der Qualität und der individuellen Unterstützung. Wir brauchen eine leistungsfähige, bedarfsgerechte und inklusive Kinder- und Jugendhilfe. Wer hier auf Einsparungen setzt, spart am falschen Ende.“ © Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit

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