Image
Image
Display Image
array(0) { }

Den Impfpass im Blick

Ministerium ruft zum Schutz gegen Windpocken auf

Windpocken sind im Saarland auf dem Vormarsch. Das zeigen auch die aktuellen Fälle an saarländischen Schulen. In 2026 wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts mit 136 Fällen (Stand 03.09.) bereits mehr Windpockenerkrankungen gemeldet als in den Vorjahren. Zuletzt wurden im gesamten Jahr 2014 etwa so viele Fälle gemeldet, wie bereits jetzt Anfang September. 

„Das Gesundheitsministerium beobachtet die Infektionszahlen genau und steht in engem Austausch mit den Gesundheitsämtern. Windpocken werden oft als harmlose Kinderkrankheit angesehen. Während die Krankheit bei gesunden Kindern oft unkompliziert verläuft, kann sie bei Säuglingen, Jugendlichen, Erwachsenen, Schwangeren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem deutlich komplizierter verlaufen und Lungenentzündungen, bakterielle Hautinfektionen oder Entzündungen des Gehirns verursachen“, erklärt Gesundheitsminister Magnus Jung. 

Die meisten Fälle traten 2026 bislang im Regionalverband Saarbrücken auf. Betroffen waren vor allem Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre. Mehrfach kam es in diesem Jahr zu Ausbrüchen in Schulen und Kindertageseinrichtungen. Um eine weitere Verbreitung der Infektion zu verhindern, dürfen in solchen Situationen Kinder und Jugendliche, die keinen vollständigen Impfschutz oder durchgemachte Windpockenerkrankung nachweisen können, die Einrichtung für einige Zeit nicht betreten. Aktuell sind hiervon zwei weiterführende Schulen im Regionalverband Saarbrücken betroffen. 

Seit vielen Jahren steht eine wirksame und gut verträgliche Impfung gegen Windpocken zur Verfügung. Die STIKO empfiehlt allen Kindern eine Grundimmunisierung mit zwei Impfungen, die bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr abgeschlossen sein sollte. Diese Grundimmunisierung bietet einen langanhaltenden Schutz vor einer Erkrankung und kann schwere Komplikationen verhindern. Die erste Impfung sollte im Alter von 11-14 Monaten, die zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die bisher weder geimpft wurden noch die Windpocken nachweislich durchgemacht haben, sollten die Impfung baldmöglichst nachholen. Dies gilt besonders für Frauen mit Kinderwunsch und Beschäftigte in medizinischen Berufen oder Gemeinschaftseinrichtungen.

Die Impfquoten sind im Saarland immer noch zu niedrig. Im Durchschnitt sind zweijährige Kinder im Saarland nach Angaben des RKI nur zu etwa 80% vollständig gegen Windpocken geimpft. Bis zur Einschulung steigt die Impfquote dann auf etwa 90% an. Trotzdem werden immer noch zu viele Kinder also gar nicht, nicht zu den empfohlenen Zeitpunkten oder unvollständig geimpft. 

Das Gesundheitsministerium rät daher Eltern, den Impfschutz ihres Kindes zu überprüfen und sich in einer Kinderarztpraxis beraten zu lassen.

 

Weiterführende Informationen

Windpocken gehören zu den ansteckendsten Infektionen überhaupt. Sie werden durch sog. Varizella-Zoster-Viren verursacht. Eine Ansteckung zeigt sich durch Fieber und juckenden Hautausschlag mit typischen Bläschen. Ist die Krankheit überstanden, bleiben die Viren schlummernd im Körper. Dort können sie viele Jahre später wieder aktiv werden und eine Gürtelrose verursachen. Die Viren werden meistens durch das Einatmen von winzigen Speicheltröpfchen aufgenommen, die Erkrankte beim Atmen, Husten, Niesen oder Sprechen in der Luft verbreiten. Fast jeder Kontakt zwischen einer ungeschützten Person und einem an Windpocken Erkrankten führt zu einer Ansteckung. Besonders ansteckend ist auch die Flüssigkeit der Bläschen, wenn diese platzen. So können die Viren beim Kratzen des Ausschlags oder der Krusten an Hände gelangen und dann von Hand zu Hand weitergegeben werden. Von den Händen werden die Viren leicht auf die Schleimhäute von Mund oder Nase übertragen. © Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit

Schenk, Silvia
07. Sep 2026