Page 30 - Ausgabe 290 / Juni 2022
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         Eine Familiengeschichte
Der Schlossverwalter und seine Nachkommen
Ein Bericht von Frank Günther
1. Teil
und die 1759 geborene Tochter Dorothea Elisabetha hervor. Von ihr wird später noch berichtet. 1764 verstarb Esther Franziska Ca- tharina Günther, geb. Crebassa mit nur 34 Jahren in Saarbrücken. Am 12.Dezember 1769 schloss Johann Friedrich Günther eine 2.Ehe. Seine 2.Frau war die 1735- womög- lich in Zürich- geborene Anna Barbara Sult-
Schloss Saarbrücken
zer. In dieser Ehe wurden 6 weitere Kinder geboren. Die ersten vier erblickten in Saar- brücken das Licht der Welt, nur die beiden jüngsten Töchter wurden in Neunkirchen ge- boren. Diese beiden in Neunkirchen gebo-
Geburtseintrag aus dem Kirchenbuch von 1726
renen Töchter und eine in Saarbrücken ge- borene Tochter erreichten das Erwachsenen- alter nicht. So blieben, neben der 1759 ge- borenen, ältesten Tochter Dorothea, noch folgende Kinder am Leben: 1771 wurde der Sohn Johann Ludwig, 1772 die Tochter Ma-
1.Herkunft
Der am 15.Mai 1726 in der französischen Stadt Straßburg geborene, nachmalige Schlossverwalter des Barockschlosses zu Neunkirchen/Saar, Johann Friedrich Günther, stammt aus einer deutschen Familie des El- sass.
Sein ältester, nachweisbarer Vorfahre war der nach 1624 verstorbene Weißbäcker Lorentz Günther. Auch dessen Sohn Daniel ist als Weißbäcker in Straßburg nachweisbar. Klarer wird die Quellenlage mit dem Ur- großvater des Schlossverwalters, Isaac Gün- ther (*1627-+1675), und seinem Großvater-
Alte Pauluskirche Neunkirchen
dem 1655 geborenen Daniel Günther (d. Jüngere). Großvater und Urgroßvater waren als Hosenstricker tätig.
Aus der 2.Ehe des Hosenstrickers Daniel Günther ging der Vater des Schlossverwalters hervor. Über diesen Johannes Friedrich ge- ben die Quellen nur dürftige Nachricht. Er hat wohl als Metzger und Fassbinder gear- beitet. Seiner 1725 geschlossenen Ehe mit
Barockschloss Neunkirchen / Saar
Susanna Dorothea Gärtner (*1705-+1772) entstammt der Schlossverwalter Johann Friedrich Günther. Susanna Dorothea Gün-
ther, geb. Gärtner stammt aus einer alten Straßburger Schuhmacherfamilie und war die Tochter des Schuhmachermeisters Johann Georg Gärtner.
2.Leben und Wirken
Über Kindheit und Jugend des Johann Fried- rich Günther ist nur wenig bekannt. Nach seiner Geburt wurde er am 17.Mai 1726 in der Kirche St. Pierre-le-Vieux evangelisch getauft. Beim Tod seiner Großmutter- der Schuhmacher-Witwe Martha Gärtner- 1742, tritt der 16jährige Johann Friedrich Günther als Zeuge und Anzeigender in Erscheinung.
Heiratseintrag Günther/Sultzer im Kirchenbuch Saarbrücken
Wann sein Vater verstorben ist bleibt einst- weilen unklar. Sicher scheint, dass Günther in den 1750er Jahren das Elsass gemeinsam mit seiner Mutter verlässt und in die Saarge- gend kommt. Dort tritt er bald darauf in die Dienste des Fürsten Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken und wird als Kutscher und Reitknecht bei Hofe in Saarbrücken an- gestellt. Am 1.Juli 1755 schließt Günther die Ehe mit der Schweizerin Esther Franziska Catharina Crebassa. Diese war in Lausanne
Heiratseintrag Günther/Crebassa im Kirchenbuch Saarbrücken
als Tochter des Sprachlehrers Jean Crebassa 1730 geboren worden. Offensichtlich ist sie aber in Saarbrücken aufgewachsen. Mögli- cherweise war ihr Vater ebenfalls bei Hofe tätig und so lernten die beiden sich kennen. Aus der Ehe gingen 3 früh verstorbene Söhne
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