Page 53 - Ausgabe 027 / November 2014
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  Lück, Hery, Möhnke sowie der Frankfurter Baurat Bischof waren Planer des Zentrums be- stimmenden Bankhauses. 1973 kamen auf das bestehende Gebäude drei weitere Stockwerke. „Ihrem Auftrag, der heimischen Wirtschaft ein guter Partner zu sein, blieb die Kreissparkasse Homburg treu und zeigte damit, dass Tradition und Fortschritt zu einer Einheit verschmelzen können.“, so resümierte Direktor Bachmann zum 100jährigen Jubiläum 1974.
Zwei Jahre später wurden weitere Filialen in Bruchhof und Jägersburg eingerichtet. 1977 waren 222 Mitarbeiter (118 weibliche und 86 männliche) sowie 18 Azubis beschäftigt. Die Filiale Ludwigsthal wurde geschlossen; 87 % der Kunden wechselten zur Filiale Bex- bach am Marktplatz. 1980 durften die Di- rektoren Bachmann und Lauer bekannt ge- ben, dass am Homburger Standort bald die „schönste und modernste Kassenhalle weit und breit“ entstehen würde mit „Betreuungs- gruppen“, einer „Kasseninsel“ und 7 Bedie- nungsplätzen, das ganze behindertenge- recht. Die neue Servicehalle der Kreisspar- kasse diente von nun an des öfteren zur Prä- sentation interessanter Ausstellungen. So wurde u.a. die kostbare Schuler’sche Münz- sammlung aus Zweibrücken präsentiert (1980), die Saarländische Landesbank zeigte historische Karten aus zwei Jahrhunderten (1981). 1983 wurde Alfons Lauer Direktor. Die aus dem Jahre 1971 stammende Bankfili- ale in Beeden wurde 1985 durch einen Neu- bau in der Blieskasteler Straße 77 ersetzt. 1989 erweitert die Kreissparkasse ein zweites Mal ihre Geschäftsräume: Ein neuer Bürotrakt entsteht über der Kassenhalle. Über eine Ga- lerie gelangt man in die einzelnen Büros. Im Jahr darauf schließt die Filiale am Marktplatz Nr .10, nicht zuletzt wegen der 18 Stufen, die man brauchte, um „uff die Kass se komme“.
Fusionen und bauliche Veränderungen
1990 vereinigen sich die Sparkassen Hom- burg, St. Ingbert und Blieskastel zur KSK Saarpfalz.; gleichzeitig zieht die Landeszen- tralbank in eine baulich interessanten Filiale des Architekten Karl Hanus in das Gebiet zwischen Zweibrücker Tor, Entenmühlstraße
Im Hause Löhmer war über
60 Jahre die Sparkasse
und Talstraße. Der scherzhaft genannten „Wasserburg“ blieben aber keine zehn Jahre, sie schließt bereits 1997. Die Begründung der Mainzer Zentrale, ein Neubau der LZB in der Landeshauptstadt Saarbrücken würde die Homburger Zweigstelle erübrigen, konnte von vielen Zeitgenossen nicht nachvollzogen werden. Heute wird auf der „Insel“ wieder ge- baut. Die ARGE hat sich angesiedelt, Teile der Stadtverwaltung und des Landratsamtes sollen folgen. Zurück zur Sparkasse an der Talstraße: Dort wurde 1996 ein weiterer Umbau getätigt, im Zuge dessen das einst als „Börsen-Café“ ge- plante heutige „Cash“ als Straßencafé entstand; die neue Empfangshalle mit Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker, Immobilientafel u.a. hat durch ihre helle Glasfront Richtung Christian- Weber-Platz das Outfit des Bankgebäudes nach innen und außen erheblich positiviert.. Genau- so wie die 2001 vom Homburger Künstler und Bildhauer Klaus Glutting (von ihm stammt auch der „Lesende“ auf der Treppe vor dem Alten Rathaus am Marktplatz) eine Vier-Figurengruppe
Die Belegschaft beim 50-Jährigen (1934)
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aus Bronze vor dem Bankeingang aufgestellt wurde, die als künstlerische Bereicherung an- zusehen ist. Dieses Werk ist eine Art „Kunst zum Anfassen“, die gut in der Homburger Be- völkerung ankommt. Auch für den Verfasser die- ses Beitrages, der regelmäßig die Schalterhalle der Kreissparkasse aufsucht, gehören die Figuren dazu. Sie wirken fast lebendig in ihren Bewe- gungen und man ist versucht, ihnen die Hand zu geben oder ihnen auf die Schulter zu klopfen. Das Ziel Gluttings ist damit erreicht: „Ich würde mich freuen, wenn die Leute die Skulpturen an- nehmen würden und sich ihre eigenen Gedan- ken darüber machen...“.
Zukunftweisendes museales Projekt
Die Kreissparkasse hat noch ein weiteres innerstädtisches Projekt, gemeinsam mit dem Saarpfalz-Kreis: Den Umbau des traditions- reichen und denkmalgeschützten ehemali- gen Gasthauses „Storchen“ zu einer Gedenk- stätte der Freiheit mit Sicht auf die beiden Freiheitskämpfer Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth. Beide Dok- tores verdienen es, als Initiatoren des Ham- bacher Festes von 1832 in ihrem Wirkungs- ort Homburg geschichtlich dargestellt zu werden. Wenn man schon die Chance ei- nes Zeitungsmuseums in Homburg verpasst hat (Landrat Clemens Lindemann weiß ein Lied darüber zu singen), sollte man diese Möglichkeit nun ergreifen.
Und wenn die Kulturbeflissenen der Stadt Homburg dann noch das seit über 30 Jahren eingemottete ehemalige Stadtmuseum wie- der reaktivieren und auf einen neuen me- thodisch aktuellen Stand und Standort brin- gen würden (zur Auswahl stehen z.B. das Alten Rathaus am Marktplatz, das Alten Rat- haus in der Kaiserstraße, die Räume der ehe- maligen Schramm’schn Blindenstiftung am Markt, die Hohenburgschule – Alles histori- sche denkmalgeschützte Bauten), dann wäre endlich einmal wieder die Dokumentation der Geschichte unserer schönen Kreis- und Universitätsstadt möglich. Die Kreissparkasse geht hier mir ihrem kulturellen Engagement in besonderer Weise beispielhaft voran.
Denn ihre Unterstützung beim Kauf des „Storchen“ beinhaltet auch eine geplante Dokumentation der 140jährigen Geschichte ihrer Bank. Eingebettet in die historischen Münzsammlungen der Stadt (alte Museums- sammlung und Sammlung Schuler), in die Geschichte des „Oktroi“ (eine Art Wegezoll auf Konsumgüter Mitte des 19. Jahrhun- derts), des Notgeldes in Kriegszeiten, des Inflationsgeldes (das Stadtarchiv hat eine sel- tene und fast komplette Sammlung davon) würde diese zeitgemäße museale Aufarbei- tung der Geld- und Bankengeschichte eine enorme Bereicherung des kulturellen Ange- botes von Homburg darstellen. hjb
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