Page 42 - Ausgabe 038 / Oktober 2015
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Wiesngaudi in ganz Deutschland
Haben wir eine Inflation der Oktoberfeste?
Mittlerweile haben es die Oktoberfeste in so ziemlich alle Orte geschafft. Eigentlich sind ja Dirndl und die „Krachledernen“ eher den Bayern oder Älplern vorbehalten. In München ist die Wiesn, in Schwaben der Cannstatter Wasen das Ereignis im Spät- sommer oder Herbst. In den letzten Jahren haben die Oktoberfeste auch im Saarland Einzug gehalten. Ein Grund für uns, einmal bei unseren Lesern nachzufragen, wie diese Feste bei uns so ankommen.
genheiten zieht sie auch gerne mal ein Dirndl an, jedoch sollte dieses tradi- tionell sein und an- ständig aussehen. Auf den Festen freut sie sich dann auf urige, bayrische Köstlichkeiten, denn
die gehören einfach dazu, findet die 18-Jährige. „Generell will man doch auf Oktoberfesten auch der bayrischen Tradition frönen, denn normale Partys kann man ja immer feiern.“
Oktoberfeste hat- ten für Hannah Freisheim aus Lim- bach noch nie eine große Anziehungs- kraft. Auch Trach- ten sind überhaupt nicht ihr Ding und es wäre auch nicht weiter tragisch,
wenn es diese Bräuche nicht in unsere Ge- gend gezogen hätte. Wenn die 30-Jährige auf Leute in Trachten oder anderen typischen Kleidungsstücken trifft, sieht sie dann aber doch den Unterschied zwischen stilecht und aus dem Supermarkt. Dies findet sie aber nicht schlimm, denn man braucht die Kleider ja oft nur für dieses eine Mal und dann muss man nicht unbedingt viel Geld ausgeben. Aber generell feiert die gebürtige Saarlände- rin dann doch eher „normale Partys“, den Hype um diesen bayrischen Brauch kann sie nicht wirklich nachvollziehen.
„Oktoberfeste? Warum nicht, wenn es die Leute glücklich macht und dabei eine gute Atmosphäre ins Saarland kommt, ist das doch prima!“, erklärt Sandy Klein aus Hom- burg. Sie selbst war noch nie auf einem die- ser Feste, aber wenn sie hingehen würde, fände sie Trachtenkleidung schon angemes- sen, denn das gehöre schließlich dazu. „Wenn diese Dirndl oder Lederhosen auf-
„Mir persönlich wird da ein viel zu großer Aufwand betrieben, mittler- weile hat fast jeder Ort ein Oktoberfest und mir persönlich sind das entschie- den zu viele!“ Dies diktierte uns Heinz
Seger aus Klein-Ottweiler in unseren Notiz- block. „Ich bin schon ein sehr traditioneller Mensch, aber gerade in der heutigen Zeit, wo alles globalisiert sein muss oder will, fin- de ich es gut, wenn man sich auf seine re- gionalen Wurzeln besinnt. Da passt es für mich nicht so recht ins Bild, wenn man vor der Haustür in „Seppelhosen oder im Dirndl“ rumläuft. Aber das kann jeder halten, wie er will. Mir persönlich kommt es so vor, dass alles, was nur irgendwie von außen kommt, immer gleich nachgemacht werden muss. Und in einigen Wochen haben wir dann den nächsten Mummenschanz, was sich dann „Halloween“ nennt und mich nur an schlecht gemachte Faasenacht erinnert.“
„Ich finde die Okt- oberfeste, auch in unserer Region, ganz toll und bin ein großer Fan da- von!“ Dies ist die direkte Antwort von Vera Schlegel aus Höchen auf unsere Umfrage.
„Bei uns ist es mittlerweile schon zu einer schönen Gewohnheit geworden, dass wir in den Monaten September und Oktober selbst Geburtstage in Tracht beziehungsweise mit den entsprechenden Speisen feiern. Bei den Kleidern, der Tracht, sollte man aber bitte schon darauf achten, dass sie authentisch ist. Dazu muss man nicht unbedingt nach Bayern oder in die Alpenregion, auch in un- serer Region haben sich viele Geschäfte in dieser Zeit darauf spezialisiert. Wir, meine Familie und ich, sind komplett ausgestattet mit allem, was dazu gehört bis hin zu den
zünftigen Schuhen. So vorbereitet freuen wir uns in jedem Jahr ganz speziell auf unsere Homburger Wiesn!“
„Grundsätzlich ha- be ich vollstes Ver- ständnis für Okt- oberfeste, aber bit- te nur dort, wo es Tradition hat!“ So die Aussage von Max Hofmann aus Kirkel-Altstadt. „Bei
uns hier im Saarland empfinde ich das so wie einen zweiten Fasching. Ich meine, ei- nen Teil der Jugend freut es. Da gibt es wie- der Gelegenheiten zum Weggehen und zum Feiern bei guter Stimmung. Aber letztendlich trifft es doch nicht diesen eigentlichen Sinn vom Oktoberfest, es ist doch nur Fasching, Partymusik, feiern und sich planmäßig be- trinken. Es verfehlt den eigentlichen Sinn für mich, wie es ursprünglich in Bayern einmal anfing!“
Die Oktoberfeste in der Region werden im- mer häufiger und länger, was wohl auf die großen Besucherzahlen zurückgeht. Eine der Besucherinnen der letzten beiden Jahre ist Michèle Reger aus Schönenberg-Kübelberg. Sie findet es toll, dass es so viele Möglich- keiten gibt, auf Oktoberfesten in der Umge- bung zu feiern und speziell für diese Gele-
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