Einblicke in die Küchen des 19. Jahrhunderts in unserer Region
Exponate aus der Sammlung Gunter Altenkirchs im Europäischen Kulturpark
In der Taverne des Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim ist zurzeit eine Vitrine mit Exponaten aus der Sammlung von Volkskundler und Brauchtumsforscher Gunter Altenkirch zu sehen.
Die Exponate geben einen Einblick in die Küchen des 19. Jahrhunderts in der Region. Damals veränderten Bergbau, Hüttenwesen und weitere Industriezweige das Leben der Menschen. Arbeiterfamilien entstanden und sahen sich mancher Herausforderung gegenüber – wie der tagtäglichen Zubereitung des Essens. Die Frauen in den Arbeiterfamilien hatten als ehemalige Mägde und Tagelöhnerinnen das Kochen nie gelernt; denn das oblag nur der Bäuerin. Viele Industriebetriebe boten Kochkurse für die Arbeiterfrauen an, meist „Kochschulen“ genannt. In diesen Kursen entstanden zahllose handgeschriebene Rezeptsammlungen. Viele Küchenutensilien wurden selbst hergestellt oder von reisenden Händlern aus der Hochwald-Hunsrück-Region verkauft. Hierzu und zu den Rezepten gibt es Beispiele im Museumsfundus.
Eröffnet wurde die Präsentation der Vitrine von Landrat Frank John und Bürgermeister Michael Clivot, die in ihren Ansprachen das Engagement Gunter Altenkirchs würdigten und die Bedeutung seiner Sammlung betonten. Sie ermögliche einen tiefgreifenden Einblick in die Alltagskultur der Region. „Die Arbeit von Gunter Altenkirch ist so bedeutsam, weil wir so erfahren, wo wir herkommen und was unsere Geschichte ist. Die Gruben- und Hüttenarbeitervergangenheit unserer Kommune ist noch sehr unbekannt. Die Exponate geben einen Einblick, wie die Menschen früher gelebt haben“, sagte Bürgermeister Michael Clivot in seinem Grußwort. Landrat Frank John wies auf das Bemühen des Landkreises bei der zukünftigen Aufbewahrung und Präsentation der Sammlung hin: „Es ist uns ein gemeinsames Anliegen, dass man die Exponate nicht nur bewahrt, sondern dass man sie auch immer wieder der Öffentlichkeit zeigt. So ist gesichert, dass diese Alltagsdinge, die ich teilweise noch aus meiner Kindheit kenne, nicht in Vergessenheit geraten.“
Die gezeigten Exponate wurden von der Kunsthistorikerin Anika Meyer, Herausgeberin des „Sonah“-Magazins, in Zusammenarbeit mit Gunter Altenkirch ausgewählt. Aus der Kreisverwaltung wird das Projekt von Jutta Schwan und Andreas Stinsky vom Kulturmanagement betreut. Es ist geplant, Objekte zu weiteren Themenbereichen aus der Sammlung zu präsentieren.
Die Vitrine mit Informationen in deutscher und französischer Sprache ist während der Öffnungszeiten der Taverne kostenfrei zugänglich. © Saarpfalz-Kreis

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