Welt-Hypertonie-Tag
Den Blutdruck kontrollieren, die Gesundheit schützen
Weltweit sind mehr als 1,4 Milliarden Menschen von Bluthochdruck betroffen, in Deutschland mehr als jeder dritte Erwachsene über 30 Jahren. Hoher Blutdruck verursacht oft keine Symptome, aber seine Folgen können schwerwiegend sein.
Anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages am 17. Mai machen medizinische Fachkräfte weltweit auf die dringende Notwendigkeit einer besseren Blutdruckkontrolle aufmerksam, auch am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS). Denn ein gut eingestellter Blutdruck senkt das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Nierenerkrankungen sowie Sehstörungen und trägt zur besseren Lebensqualität bei.
„Bluthochdruck ist ein stiller Killer. Viele Menschen verspüren keine Symptome und unterschätzen daher die Erkrankung. Manche halten sie für ein geringfügiges Problem, nehmen ihre verschriebenen Medikamente nicht konsequent ein oder brechen die Behandlung ganz ab. Mit der Zeit kann dies zu schweren Organschäden oder lebensbedrohlichen Komplikationen führen“, erklärt Dr. Saarraaken Kulenthiran, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin am UKS. Da sich Bluthochdruck oft ohne erkennbare Symptome entwickelt, sei es entscheidend, die eigenen Blutdruckwerte zu kennen und diese regelmäßig zu überwachen. „Eine regelmäßige Kontrolle der Blutdruckwerte und eine effektive Behandlung des Bluthochdruckes hat höchste Priorität in der Vermeidung von schwerwiegenden kardiovaskulären Komplikationen. In unserer Präventionsambulanz am UKS behandeln wir unter anderem Patientinnen und Patienten mit einem unkontrollierten Bluthochdruck. Ziel ist eine umfassende Ursachenabklärung und die Einleitung einer leitliniengerechten medikamentösen Therapie, die neben den wichtigen Lebensstilmaßnahmen zu einer effektiven Blutdruckkontrolle beitragen soll“, so Dr. Kulenthiran.
Umfassende Betreuung in der Ambulanz für Bluthochdruck
In der spezialisierten Ambulanz am UKS erhalten Patientinnen und Patienten eine strukturierte und individuell abgestimmte Betreuung, die auf eine nachhaltige Blutdruckkontrolle abzielt. Dazu gehören:
- Eine umfassende diagnostische Abklärung
- Ein individueller Medikationsplan
- Beratung zu Änderungen des Lebensstils, wie gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität sowie reduzierter Salz- und Alkoholkonsum
- Kontinuierliche Nachsorge und Anpassung der Therapie bei Bedarf
- Zudem wird darauf geachtet, dass blutdrucksenkende Medikamente genau wie verschrieben langfristig eingenommen werden
Interventionelle Optionen für ausgewählte Patienten
Bei manchen Patienten reichen Lebensstiländerungen und Medikamente allein möglicherweise nicht aus, um den Blutdruck zu kontrollieren. In sorgfältig ausgewählten Fällen können minimalinvasive interventionelle Verfahren als zusätzliche Behandlungsoption in Betracht gezogen werden. Ein solches Verfahren ist die renale Denervation (RDN). Bei diesem minimalinvasiven Eingriff wird ein kleiner Katheter über die Leiste eingeführt und zu den Nierenarterien geführt. Dort wird gezielte Radiofrequenz- oder Ultraschallenergie eingesetzt, um überaktive sympathische Nerven rund um die Nierenarterien zu deaktivieren, die zum erhöhten Blutdruck beitragen. Die Klinik für Innere Medizin III am UKS wurde vor wenigen Tagen von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als RDN-Zentrum rezertifiziert und verfügt in diesem Bereich über eine hohe Expertise.
Ein Aufruf am Welt-Hypertonie-Tag
Am Welt-Hypertonie-Tag möchte das Team der Präventionsambulanz am UKS alle Menschen dazu aufrufen, eine aktive Rolle bei der Kontrolle ihres Blutdrucks zu übernehmen:
- Kennen Sie Ihre Blutdruckwerte
- Messen Sie diese regelmäßig
- Führen Sie einen gesunden Lebensstil
- Nehmen Sie verschriebene Medikamente konsequent ein
- Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn der Blutdruck unkontrolliert bleibt
„Wenn Lebensstilmaßnahmen und Medikamente nicht ausreichen, sollten Patientinnen und Patienten mit ihrem Hausarzt sprechen. Oft ist in diesen Fällen die Anbindung an ein spezialisiertes Zentrum sinnvoll“, sagt Dr. Saarraaken Kulenthiran. „Bluthochdruck lässt sich behandeln – und schwere Komplikationen können verhindert werden, bevor sie auftreten.“ © UKS

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