Saarland bringt Initiative im Bundesrat ein
Mehr Medizinstudienplätze und stärkere Landarztquote
Der Bundesrat hat sich heute erstmals mit einer Initiative des Saarlandes zur Stärkung der ärztlichen Versorgung befasst. Ziel des Antrags ist es, bundesweit mehr Medizinstudienplätze zu schaffen und gleichzeitig den Ländern mehr Möglichkeiten zu geben, Ärztinnen und Ärzte für die Versorgung vor Ort zu gewinnen.
„Wenn es um die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten geht, übernimmt das Saarland bereits heute Verantwortung über seine Größe hinaus. Gemessen an unserer Einwohnerzahl stellen wir besonders viele Medizinstudienplätze zur Verfügung. Wenn sich andere Länder diesem Niveau annähern würden, könnten wir deutschlandweit mehrere tausend zusätzliche Studienplätze schaffen. Gleichzeitig müssen wir den Ländern mehr Möglichkeiten geben, Ärztinnen und Ärzte auch gezielt für die Versorgung vor Ort zu gewinnen“, erklärt Gesundheitsminister Jung. Hintergrund der Initiative ist der zunehmende Druck auf das Gesundheitssystem deutschlandweit. Der demografische Wandel führt zu einem steigenden Behandlungsbedarf, während gleichzeitig viele Ärztinnen und Ärzte in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden werden. Bereits heute ist fast ein Viertel der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland 60 Jahre oder älter. Zugleich engagieren sich die Bundesländer in sehr unterschiedlichem Umfang bei der Bereitstellung von Medizinstudienplätzen. Das Saarland nimmt hier eine Spitzenposition ein: Gemessen an der Einwohnerzahl stellt das Land bereits heute überdurchschnittlich viele Studienplätze in der Humanmedizin zur Verfügung. Die Initiative zielt deshalb darauf ab, dass sich die Länder gemeinsam zu einer deutlichen Erhöhung der Medizinstudienplätze verpflichten. Ein weiterer Schwerpunkt der Initiative ist die sogenannte Vorabquote, über die unter anderem die Landarztquote organisiert wird. Dieses Instrument ermöglicht es, Studienplätze gezielt an Bewerberinnen und Bewerber zu vergeben, die sich verpflichten, nach ihrer Ausbildung in unterversorgten Regionen tätig zu werden. Derzeit ist die nutzbare Vorabquote bundesrechtlich auf 20 Prozent begrenzt. In dieser Quote sind jedoch bereits verschiedene Gruppen enthalten, etwa Bewerberinnen und Bewerber der Bundeswehr oder Drittstaatsangehörige. Das Saarland schlägt deshalb vor, die Ausgestaltung der Vorabquote auf Grundlage eines Gutachtens der Wissenschaftsministerkonferenz neu zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Mit der Initiative soll außerdem der Blick auf weitere Reformschritte gelenkt werden, etwa eine bessere Patientensteuerung im Gesundheitssystem. Dazu gehören die geplante Notfallreform mit integrierten Notfallzentren sowie die Einführung eines Primärarztsystems, das Patientinnen und Patienten stärker über Hausärztinnen und Hausärzte in die Versorgung führt.
Nach der ersten Beratung im Bundesrat wird die Initiative im nächsten Schritt in den zuständigen Ausschüssen weiter beraten. © Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit

.webp)