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"Ideen können Bäume werden"

Besonderer Bürgeraustausch der Homburger in ihrer Partnerstadt Ilmenau

Bereits vor der "Wiedervereinigung Deutschlands" gab es rege private Kontakte zu der Uni-wie Goethestadt Ilmenau und in Folge sinnvoll Städtepartnerschaft aufgebaut, gepflegt und divers mit Leben gefüllt. Annäherung und Kooperation, Gedankenaustausch wie zwischenmenschlicher Kontakt stellen den besonderen Stellenwert heraus und bleiben auch heute Herausforderung.

So war es erneutes Bedürfnis an Freundschaften anzuknüpfen, aber auch sich kennenzulernen neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam Ideen zu entwickeln. Dabei ging es einmal mehr nicht nur Symbole zu setzen sondern konkret gemeinsam anzupacken.
Vom 3.10.-6.10.26 begab sich eine 10-köpfige Gruppe zum Austausch nach Thüringen und machte zunächst am Ort der Wiege im Kampf um Liberation und Demokratie, in Eisenach auf der Wartburg unter strahlend blauem Himmel halt. Bach- und Lutherhaus, Altstadt leiteten ins weitere kulturelle Erbe ein. Herzlich von der Bürgermeisterin, Beate Misch, und der Veranstaltungsverantwortlichen Katarina Griesbach, Ilmenauer Kulturschaffende, Mitglieder des Seniorenbeirates, begrüßt und zusammengefunden, genoss man in der Traditionsgaststätte "Zur Post" Thüringer Spezialitäten um den besonderen Tag gemeinsam zu feiern und ins Gespräch zu kommen.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen von Goethes Spuren und Ilmenauer Besonderheiten. So empfing der Goetheverein Stützerbach die Gruppe in seinen herausragenden musealen Räumen mit Spezialführung durch Martin Strauch und in der Kulturscheune, wo eine ganz besondere Kunsthandwerksausstellung zur traditionnellen Spielzeugherstellung, künstlerisch gestaltete Tiere aus Filz wie auch aus buntem Kunstleder gefertigte Spieltiere und Bausteine von den Designerinnen Heide Bürmann und Doris Lachnitt in kindliche Traumwelten zurück führten. Das Goethe-Stadtmuseum begeisterte nicht nur durch die Gegenstände der Goethezeit sondern auch zu dessen Innovationen zum Bergbau wie finanzielle Tricks. Besonders spannend war aber das Gespräch und Führung mit Dr. Karl-Heinz Schmidt in der Laborglasausstellung des ehemaligen Ilmenauer Vereins für Glastradition eV. mit über 1500 Exponaten. Hier wurde ersteinmal die besondere Bedeutung, national wie international, der Herstellung von Industrieglas, Forschung und zukunftsweisende Innovationen bis hin zum Glasfaserkabel überhaupt bewusst. Aus erster Hand konnte die Gruppe die Schicksalhaftigkeit der Werke, Forschung und der Betroffenen erfahren. Zur bedeutenden wie ernüchternden Historie gehört auch die Porzellanindustrie. Jetzt nur noch als Ausstellungsraum direkt neben der Glasausttellung erfahrbar. Ehemalige Gebäude sind abgerissen oder zum Teil anderer Nutzungen übergeben. "Ideen sind wie Samen oder kleine Pflänzchen. Man muss sie pflanzen, pflegen, geduldig sein und manchmal auch sehr hartnäckig nachhelfen. So können wunderbare Bäume mit festen Wurzeln und breit ausladenden Zweigen werden!" So die Verantwortliche für Städtepartnerschaften Homburgs für Ilmenau und La Baule, Simone Lukas. Letztes Jahr war man bei den Besuchen Thüringens sehr betroffen über die großen Lücken, graue Baumstümpfe, abgestorbenes Geäst durch Unwetter, Dürrezeiten und Unwesen des Borkenkäfers gerade auf den Kämmen des Thüringer Waldes. So stand schnell der Entschluss bei der Verantwortlichen gemeinsam Aufforstungshilfe zu leisten. Hier könnte gerade auch die Jugend nachhaltig für ihre Zukunft gemeinsam wirken. OB Schultheiss verwies nicht nur auf die besondere Identitätsgebung durch die grünen Wälder für Thüringen sondern auch auf die Bedeutung für Mensch und Tier, Familien, die mit ihren Kindern unter Bäumen spielen und wandern. Entsprechend nutzte der Ilmenauer Stadtrat diese Aktion um traditionell ihren Baum, eine "Zitterpappel" mit an den Ort bei Unterpörlitz einzupflanzen. 200 Lärchenstecklinge wurden über das Forstamt Homburg gespendet und weitere 20 Stecklinge, Nüsse brachten die Homburger selbst mit und pflanzten diese mit Ilmenauer Bürger gemeinsam bei strahlendem Sonnenschein am Montag ein. Natürlich wurde diese Aktion auch begossen und man kam ganz leicht ins Gespräch. Man spürte regelrecht wie glücklich man durch diese wertvolle Arbeit gemeinsam war. Kennengelernt wurde schließlich durch eine kleine Wanderung auch noch etwas der Wald mit Blick vom Kickelhahn mit Turm und Goethehäuschen und fuhr sogar noch in einen ehemaligen Stollen für Feldspatgewinnung ein. Mit diesen vielfältigen Erlebnissen traf man sich abends noch einmal in großer Runde bunt gemischt und ging fröhlich und mit neuen Erkenntnissen, neuen Bekannten, gegenseitigen Einladungen auseinander. Wiederkommen muss man auf jeden Fall, Es gibt noch so viel zu sehen und in Ruhe wandern möchte man auch noch mal, so das Ehepaar Kapitän und weitere TeilnehmerInnen. Erfurt mit seinem Dom, Zitadelle und zauberhaften Architektur der Altstadt bot auf der Rückfahrt noch ein weiteres Hilight auf der Rückfahrt.

Städtepartnerschaft von Ost und West bleibt nach wie vor sinnvoll und wichtig im gegenseitigen Verständnis, Respekt und intelligentem Know-how. Offenheit und Neugier, somit können Bäumchen auch Früchte tragen. © Simone Lukas

Schenk, Silvia
26. Okt 2026