Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch
Anhaltende Probleme, neue Herausforderungen, innovative Lösungen
Anlässlich des Internationalen Tags gegen Drogenmissbrauch am 26. Juni rückt die zunehmende Dynamik des Marktes für synthetische Substanzen sowie die Notwendigkeit neuer Präventions- und Bekämpfungsstrategien in den Fokus.
„Der aktuelle Drogenbericht zeigt deutlich: Die bekannten Herausforderungen bleiben bestehen, gleichzeitig entstehen neue Risiken. Der Drogenmarkt verändert sich rasant, neue psychoaktive Substanzen gelangen fortlaufend in Umlauf und Vertriebswege werden immer komplexer. Umso wichtiger ist es, bewährte Maßnahmen der Prävention und Schadensminimierung kontinuierlich weiterzuentwickeln und dort, wo neue Bedarfe entstehen, innovative Angebote zu schaffen“, betont Bettina Altesleben, Staatssekretärin und Landesdrogenbeauftragte des Saarlandes.
Das Saarland setzt deshalb auf eine konsequente und zukunftsorientierte Drogenpolitik mit den Schwerpunkten Prävention, Gesundheits- und Verbraucherschutz sowie Schadensminimierung.
Im Bereich der Prävention wurden die personellen Ressourcen insbesondere im Zuge der Teillegalisierung von Cannabis gezielt ausgebaut. Darüber hinaus wurden neue digitale Zugänge geschaffen. Mit dem Podcast „Potcast.saarland – Rolling Out the Facts“ beschreitet das Saarland innovative Wege der Cannabisprävention und informiert insbesondere junge Menschen wissenschaftlich fundiert und lebensnah über Risiken und Folgen des Konsums.
„Prävention ist der wirksamste Schutz vor Sucht. Gleichzeitig gilt: Schadensminimierung rettet Leben. Deshalb setzen wir im Saarland auf ein engmaschiges Hilfenetz für Menschen mit Suchterkrankungen“, so Altesleben.
Dazu gehören niedrigschwellige Angebote wie der Drogenkonsumraum, Spritzentauschprogramme, die Ausgabe von Konsumutensilien, Substitutionsbehandlungen sowie die psychosoziale Begleitung substituierter Menschen. Einen wichtigen Beitrag leistet zudem das bereits früh im Saarland etablierte Naloxon-Programm, das Angehörigen und Betroffenen ermöglicht, im Falle einer Opioid-Überdosierung lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten.
Weiterführende Informationen
Die Europäische Drogenagentur (EUDA) hat am 9. Juni 2026 ihren Europäischen Drogenbericht 2026 veröffentlicht. Der Bericht zeichnet ein aktuelles Bild der Drogensituation und des illegalen Drogenmarktes in Europa. Die zentrale Erkenntnis: Die Risiken für Konsumierende nehmen zu. Neben weiterhin weit verbreiteten Substanzen wie Cannabis und Kokain gelangen immer mehr neue synthetische Stoffe auf den Markt – häufig mit unbekannter Wirkstoffstärke oder als Beimischung in anderen Drogen, ohne dass Konsumierende davon Kenntnis haben.
Allein im Jahr 2025 wurden europaweit 50 neue psychoaktive Substanzen erstmals registriert. Insgesamt überwacht die EUDA inzwischen mehr als 1.000 Stoffe. Besondere Sorge bereiten die zunehmende Verbreitung synthetischer Opioide und Cannabinoide sowie die hohe Verfügbarkeit von Kokain, Crack und neuen synthetischen Stimulanzien. © Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit

.webp)